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Wirtschaft

Amazon-Chef am WEF: Trump-Zölle «kriechen» langsam in die US-Preise

February 2, 2021: Amazon announced Andy Jassy will replace Bezos as CEO during the third quarter of this year. FILE PICTURE SHOT ON: October 25, 2016, Laguna Beach, California, USA: ANDY JASSY, chief  ...
Andy Jassy ist CEO von Amazon.Bild: www.imago-images.de

Amazon-Chef am WEF: Trump-Zölle «kriechen» langsam in die US-Preise

Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trumps lässt Amazon-Chef Andy Jassy zufolge die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten allmählich steigen. Die Händler gingen auf unterschiedliche Weise damit um.
21.01.2026, 04:3521.01.2026, 04:35

Der weltgrösste Online-Händler und die auf der Plattform aktiven Händler hätten im vergangenen Jahr zwar erhebliche Warenbestände aufgebaut, bevor die Zölle in Kraft traten, sagte Jassy dem TV-Sender CNBC beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Diese Reserven seien jedoch im Herbst ausgegangen. Damit «kriechen» die Zölle nun auch in die Preise einiger Waren, wie er es formulierte.

Zugleich gingen einzelne Händler auf unterschiedliche Weise mit den Folgen der Zölle um, schränkte Jassy ein. Einige reichten sie in Form höherer Preise an die Verbraucher weiter, andere schluckten die Zusatzkosten selbst, um die Nachfrage nach ihren Produkten anzukurbeln.

Amazon selbst versuche stets, die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Allerdings seien im Einzelhandelsgeschäft mit den traditionell niedrigen Margen die Optionen «nicht endlos», sagte der Amazon-Chef.

«Wenn bei den Leuten die Kosten um zehn Prozent steigen, gibt es nicht viele Stellen, an denen man das auffangen kann.»

Forscher: Amerikaner zahlen für Zölle

Trumps Regierung hatte Warnungen von Wirtschaftsexperten, dass letztlich US-Verbraucher die Kosten der Zölle tragen würden, stets zurückgewiesen. Der Präsident und seine Minister behaupten immer wieder, es gebe keine zusätzliche Inflation durch die Abgaben. Vielmehr machten die Zölle die USA reich und förderten Investitionen in die Produktion im Land, heisst es aus dem Weissen Haus.

Dagegen kamen Forscher des in Kiel ansässigen Instituts für Weltwirtschaft in einer diese Woche veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass die Zölle nicht die ausländischen Exporteure, sondern die amerikanische Wirtschaft selbst belasteten. Nur etwa 4 Prozent der Zolllast trügen ausländische Lieferanten, während 96 Prozent auf US-Käufer abgewälzt würden, hiess es auf Basis von über 25 Millionen Lieferdatensätzen mit einem Gesamtwert von fast vier Billionen US-Dollar. (sda/dpa)

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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D.Enk-Zettel
21.01.2026 06:39registriert Oktober 2021
Richtig so. Die Solidarität hört beim eigenen Geldbeutel auf. Erst wenn die Amis ihren Gürtel so richtig enger schnallen müssen, beginnt auch ein Umdenken. Auch ein evetueller dadurch erfolgender Umsatzrückgang bei Riesen wie Amazon, kann der Sache nur dienlich sein.
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Ameo
21.01.2026 08:36registriert Oktober 2025
Warum sollen Unternehmen die Preiserhöhungen selbst schlucken. Lasst das die US-Endkunden ruhig spüren, dass sie den Teufel gewählt haben.
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Vegan-Pacman
21.01.2026 08:21registriert Juni 2025
Genau deshalb sind Gegenzölle keine gute Idee. Besser wären Einfuhrverbote und konsequente Entwicklung und Förderung europäischer Erzeugnisse insb. in der IT. Gerade staatliche Stellen oder kritische Infrastruktur muss auf europäische Software umstellen. Linux, LibreOffice, Openstreetmaps etc.
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