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USA: Trump-Familie machte bislang geheimen Millionendeal mit Scheich

President Donald Trump speaks with reporters aboard Air Force One as he travels from Joint Base Andrews, Md. to West Palm Beach, Fla., Saturday, Jan. 31, 2026. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Donald Trum ...
Trumps Familie hat kurz vor seiner Amtseinführung ein Millionengeschäft mit einem Investoren aus den Emiraten abgeschlossen. Bild: keystone

Kurz vor Amtsantritt: Trump-Familie machte bislang geheimen Millionendeal mit Scheich

Kurz vor Donald Trumps Amtsantritt verkaufte seine Familie fast die Hälfte eines neuen Krypto-Unternehmens an einen mächtigen Investor aus Abu Dhabi. Der Deal fiel in eine Phase sensibler politischer Entscheidungen der neuen US-Regierung.
01.02.2026, 16:4801.02.2026, 17:15
Simon Cleven / t-online
Ein Artikel von
t-online

Vier Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump hat die Trump-Familie knapp die Hälfte ihres neu gegründeten Krypto-Unternehmens an einen ausländischen Investor verkauft. Das berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Unternehmensunterlagen und mit dem Vorgang vertraute Personen. Demnach erwarb eine von der Führung der Vereinigten Arabischen Emirate gestützte Investmentgesellschaft 49 Prozent am Kryptowährungsunternehmen World Liberty Financial für rund 500 Millionen Dollar.

Der Vertrag wurde laut Bericht von Eric Trump unterzeichnet. Etwa die Hälfte der Summe sei sofort geflossen. Rund 187 Millionen Dollar gingen demnach direkt an Gesellschaften der Trump-Familie. Weitere Zahlungen seien an Unternehmen geflossen, die mit der Familie von Steve Witkoff verbunden sind, der wenige Wochen zuvor zum US-Sondergesandten für den Nahen Osten ernannt worden war, sowie an weitere Mitgründer der Firma.

Investor mit direktem Draht zur Regierung

Hinter dem Deal steht nach Angaben des «Wall Street Journal» Scheich Tahnoun bin Zayed Al Nahyan, Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi, nationaler Sicherheitsberater der Emirate und einer der einflussreichsten Investoren der Region. Er treibt seit Jahren die Bemühungen seines Landes voran, Zugang zu hoch entwickelten US-Chips für Künstliche Intelligenz zu erhalten. Unter der vorherigen US-Regierung waren entsprechende Anträge aus Sorge vor Sicherheitsrisiken weitgehend blockiert worden.

epa12690276 UAE President Sheikh Mohammed bin Zayed Al Nahyan arrives for his meeting with Russian President Vladimir Putin (not pictured) at the Kremlin in Moscow, Russia, 29 January 2026. EPA/MAXIM  ...
Scheich Tahnoun bin Zayed Al Nahyan.Bild: keystone

Tahnoun kontrolliert über staatliche und staatsnahe Investmentvehikel ein weitverzweigtes Wirtschaftsnetz, das von Energie und Logistik bis zu Künstlicher Intelligenz und Kryptowährungen reicht. Besonders sein Technologiekonzern G42 stand in den USA lange unter Beobachtung, weil Sicherheitsbehörden enge frühere Verbindungen zu chinesischen Unternehmen wie Huawei kritisierten. G42 erklärte Ende 2023, diese Beziehungen beendet zu haben. Vorbehalte in Washington blieben jedoch bestehen.

Nach Trumps Wahlsieg intensivierten sich demnach die Kontakte zwischen Tahnoun und der neuen US-Führung. Der Scheich traf mehrfach mit Trump, Witkoff und weiteren hochrangigen Regierungsvertretern zusammen, auch im Weissen Haus. Wenig später sagte die US-Regierung den Emiraten weitreichenden Zugang zu KI-Technologie aus den USA zu. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Deal und politischen Zusagen war bislang nicht öffentlich bekannt.

Das «Wall Street Journal» bezeichnet den Vorgang als beispiellos, da erstmals ein ausländischer Regierungsvertreter kurz vor Amtsantritt eines US-Präsidenten eine bedeutende Beteiligung an dessen Unternehmen erworben habe. Rechtsexperten sehen darin mögliche Verstösse gegen das verfassungsrechtliche Verbot ausländischer Vorteilsgewährung.

Trump seit Jahren wegen Interessenkonflikten in der Kritik

Trump steht seit Jahren wegen möglicher Interessenkonflikte durch seine privaten Geschäfte in der Kritik. In seiner ersten Amtszeit hatten Demokraten ihm Verstösse gegen die sogenannte Emoluments Clause vorgeworfen, weil ausländische Staaten in seinen Hotels und Immobilien Geschäfte machten. Die Gesetzesklausel untersagt es Bundesbeamten, ohne Zustimmung des Kongresses etwa Geschenke ausländischer Staaten anzunehmen.

Trump wies die Vorwürfe zurück, das Justizministerium stellte sich hinter ihn, der Supreme Court befasste sich nicht inhaltlich damit. Für seine zweite Amtszeit kündigte die Trump Organization an, keine neuen Verträge mit ausländischen Regierungen einzugehen – Geschäfte mit privaten ausländischen Investoren schloss sie jedoch ausdrücklich nicht aus.

Das Weisse Haus wies die Vorwürfe zurück. Präsident Trump habe keinen Einfluss auf die Geschäfte, sein Vermögen werde von seinen Kindern verwaltet, erklärte eine Sprecherin. Vertreter von World Liberty betonten, der Deal habe keinen Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen eröffnet und keinen Einfluss auf die Politik der US-Regierung gehabt.

Verwendete Quellen:

  • wsj.com: "‘Spy Sheikh’ Bought Secret Stake in Trump Company" (Englisch)

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104 Kommentare
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s'Paddiesli
01.02.2026 17:11registriert Mai 2017
Ich kenne diese Vorwürfe aber schon lange. Auf CNN wurden diese Zusammenhänge und der zeitliche Ablauf bereits diskutiert. Auch das Trump und Witkoff Mitgründer dieser Kryptofirma sind. Darum ist auch Kushner überall dabei. Um für die Trump Organisation Deals zu machen.

Und nichts passiert.

Jimmy Carter musste seine Erdnussplantagen vor Amtsantritt verkaufen, damit jeder mögliche Interessenkonflikt ausgeschlossen werden kann.

Und heute amtiert der korrupteste Präsident aller Zeiten in der Geschichte der USA.
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Eckhardt
01.02.2026 16:57registriert Juni 2024
Sich wiederholende Kurzformel:
Trump handelt nicht im Interesse der Vereinigten Staaten; profitiert jedoch persönlich davon?
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deedee
01.02.2026 16:56registriert März 2015
Politik nach dem Motto: Wer zuerst zahlt, mahlt zuerst. Die Scheichs zahlen anscheinend verdammt gut. „America First“, meintest du "My Wallet First"?
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