Kurz vor Amtsantritt: Trump-Familie machte bislang geheimen Millionendeal mit Scheich
Vier Tage vor der Amtseinführung von Donald Trump hat die Trump-Familie knapp die Hälfte ihres neu gegründeten Krypto-Unternehmens an einen ausländischen Investor verkauft. Das berichtet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Unternehmensunterlagen und mit dem Vorgang vertraute Personen. Demnach erwarb eine von der Führung der Vereinigten Arabischen Emirate gestützte Investmentgesellschaft 49 Prozent am Kryptowährungsunternehmen World Liberty Financial für rund 500 Millionen Dollar.
Der Vertrag wurde laut Bericht von Eric Trump unterzeichnet. Etwa die Hälfte der Summe sei sofort geflossen. Rund 187 Millionen Dollar gingen demnach direkt an Gesellschaften der Trump-Familie. Weitere Zahlungen seien an Unternehmen geflossen, die mit der Familie von Steve Witkoff verbunden sind, der wenige Wochen zuvor zum US-Sondergesandten für den Nahen Osten ernannt worden war, sowie an weitere Mitgründer der Firma.
Investor mit direktem Draht zur Regierung
Hinter dem Deal steht nach Angaben des «Wall Street Journal» Scheich Tahnoun bin Zayed Al Nahyan, Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi, nationaler Sicherheitsberater der Emirate und einer der einflussreichsten Investoren der Region. Er treibt seit Jahren die Bemühungen seines Landes voran, Zugang zu hoch entwickelten US-Chips für Künstliche Intelligenz zu erhalten. Unter der vorherigen US-Regierung waren entsprechende Anträge aus Sorge vor Sicherheitsrisiken weitgehend blockiert worden.
Tahnoun kontrolliert über staatliche und staatsnahe Investmentvehikel ein weitverzweigtes Wirtschaftsnetz, das von Energie und Logistik bis zu Künstlicher Intelligenz und Kryptowährungen reicht. Besonders sein Technologiekonzern G42 stand in den USA lange unter Beobachtung, weil Sicherheitsbehörden enge frühere Verbindungen zu chinesischen Unternehmen wie Huawei kritisierten. G42 erklärte Ende 2023, diese Beziehungen beendet zu haben. Vorbehalte in Washington blieben jedoch bestehen.
Nach Trumps Wahlsieg intensivierten sich demnach die Kontakte zwischen Tahnoun und der neuen US-Führung. Der Scheich traf mehrfach mit Trump, Witkoff und weiteren hochrangigen Regierungsvertretern zusammen, auch im Weissen Haus. Wenig später sagte die US-Regierung den Emiraten weitreichenden Zugang zu KI-Technologie aus den USA zu. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Deal und politischen Zusagen war bislang nicht öffentlich bekannt.
Das «Wall Street Journal» bezeichnet den Vorgang als beispiellos, da erstmals ein ausländischer Regierungsvertreter kurz vor Amtsantritt eines US-Präsidenten eine bedeutende Beteiligung an dessen Unternehmen erworben habe. Rechtsexperten sehen darin mögliche Verstösse gegen das verfassungsrechtliche Verbot ausländischer Vorteilsgewährung.
Trump seit Jahren wegen Interessenkonflikten in der Kritik
Trump steht seit Jahren wegen möglicher Interessenkonflikte durch seine privaten Geschäfte in der Kritik. In seiner ersten Amtszeit hatten Demokraten ihm Verstösse gegen die sogenannte Emoluments Clause vorgeworfen, weil ausländische Staaten in seinen Hotels und Immobilien Geschäfte machten. Die Gesetzesklausel untersagt es Bundesbeamten, ohne Zustimmung des Kongresses etwa Geschenke ausländischer Staaten anzunehmen.
Trump wies die Vorwürfe zurück, das Justizministerium stellte sich hinter ihn, der Supreme Court befasste sich nicht inhaltlich damit. Für seine zweite Amtszeit kündigte die Trump Organization an, keine neuen Verträge mit ausländischen Regierungen einzugehen – Geschäfte mit privaten ausländischen Investoren schloss sie jedoch ausdrücklich nicht aus.
Das Weisse Haus wies die Vorwürfe zurück. Präsident Trump habe keinen Einfluss auf die Geschäfte, sein Vermögen werde von seinen Kindern verwaltet, erklärte eine Sprecherin. Vertreter von World Liberty betonten, der Deal habe keinen Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen eröffnet und keinen Einfluss auf die Politik der US-Regierung gehabt.
Verwendete Quellen:
- wsj.com: "‘Spy Sheikh’ Bought Secret Stake in Trump Company" (Englisch)
- WEF-Präsident schrieb Epstein in SMS: «Ein Riesenspass»
- Putins wichtigster Kriegstreibstoff fehlt: Russlands Öl-Einnahmen brechen ein
- 5-Jähriger kommt aus Abschiebehaft frei – US-Richter verurteilt ICE-Vorgehen scharf
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- «Muss ICE kommen und Sie aufspüren?!» – Trump lässt Droh-Mail verschicken

