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The headquarters of Deutsche Bank is seen in Frankfurt, Germany, Monday, May 18, 2020. The bank will hold a virtual annual shareholders meeting in Wednesday. (AP Photo/Michael Probst)

Das Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt. Bild: AP

Anleger verklagen Deutsche Bank wegen Epstein-Skandal



Der Deutschen Bank droht wegen ihrer Geschäfte mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ein juristisches Nachspiel. Die Anwaltskanzlei Pomerantz reichte im Namen von Investoren Sammelklagen gegen den Konzern ein.

Die Bank habe falsche und irreführende Aussagen gemacht, bevor sie in der vergangenen Woche ein 150 Millionen Dollar schwere Strafe der New Yorker Finanzaufsicht DFS akzeptierte. Die Behörde hatte diese wegen schwerer Versäumnisse der Bank im Fall Epstein verhängt.

«Es war ein schwerwiegender Fehler, dass wir [Epstein] 2013 als Kunden aufgenommen haben.»

Konzernchef der Deutschen Bank

Die Investoren seien durch die Geschäfte der Bank mit Epstein geschädigt worden, hiess es in der Klage. Sie wurde am Mittwoch vor einem Gericht in Newark im Bundesstaat New Jersey eingereicht. Die Höhe des geforderten Schadenersatzes blieb darin offen. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme zu der Klage ab.

Selbstmord in Untersuchungshaft

Der 66-jährige Epstein hatte sich im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft das Leben genommen, nachdem er wegen erneuter Vorwürfe des Kindesmissbrauchs festgenommen worden war. Bereits 2008 hatte sich der Hedgefonds-Manager schuldig bekannt, eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben, er erhielt dafür eine 18-monatige Haftstrafe.

«Obwohl die Bank Epsteins schreckliche kriminelle Vergangenheit kannte, hat sie es unentschuldbarerweise versäumt, verdächtige Transaktionen in Millionenhöhe aufzudecken oder zu verhindern», hatte DFS-Chefin Linda Lacewell erklärt. Epstein war von August 2013 bis Dezember 2018 Kunde der Deutschen Bank.

«Es war ein schwerwiegender Fehler, dass wir ihn 2013 als Kunden aufgenommen haben - dazu hätte es nie kommen dürfen», schrieb Konzernchef Christian Sewing vergangene Woche an die Mitarbeiter. Alle müssten dazu beitragen, dass sich so etwas nicht wiederholt.

«Schauen Sie deshalb bitte genau hin, prüfen Sie stets kritisch, stellen Sie Fragen und äussern Sie Ihre Bedenken.» Die Klage der Investoren richtet sich neben dem Konzern auch gegen Sewing, Finanzchef James von Moltke und den früheren Vorstandschef John Cryan. (sda/awp/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Quacksalber 17.07.2020 09:59
    Highlight Highlight Deutschland sollte dieser Bank den Namen „Deutsche“ verbieten. Eine Schande.
  • Gio Ago 17.07.2020 07:59
    Highlight Highlight Bei beiden Schweizer Grossbanken könnte sich so ein Ereignis nie und nimmer abspielen.....
    ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-)
    • misohelveticos 17.07.2020 12:04
      Highlight Highlight Nein selbstverständlich nicht, schweizer Banken doch nicht.
      Die Deutsche Bank war für mich schon immer ein unangenehmes Finanzinstitut. So richtig schlimm wurde es aber, als ein gewisser Josef Meinrad Ackermann CEO wurde und eine EIgenkapital von 25% propagierte. Seither kommt die Bank aus den Negativschlagzeilen nicht mehr raus und muss Unsummen an Strafen im In- und Ausland zahlen.
      Ich fürchte, bei der nächsten Finanzkrise sind die Weg vom Fenster, auch wenn sie ihre Stresstest auf dem Papier bisher bestanden haben.
    • Ueli der Knecht 17.07.2020 18:32
      Highlight Highlight *Eigenkapitalrendite von 25% p.a.
  • Ökonometriker 17.07.2020 07:39
    Highlight Highlight Entweder man macht ein Gesetz welches es Banken untersagt, mit verurteilten Verbrechern zu geschäften oder man lässt sie in Ruhe. Dass die USA Epstein so lange gewähren lassen und dann nach dessen Tod 150 Mio. USD aus einem deutschen Konzern abziehen ist eine Frechheit.
    Clinton und Co. mussten derweil keinen müden Rappen zahlen.
    Das ist kein Rechtsstaat mehr. Das ist Willkür.
    • swisskiss 17.07.2020 09:18
      Highlight Highlight Ökonometriker: Hallo? Willkür ist ein wesentlicher Bestandteil amerikanischer Politik! International gegen Steueroasen vorgehen und mit Delaware eine der grössten Steueroasen zu betreiben, zeigt doch, dass Machtpolitik einer Supermacht, in vielen Bereichen nur zu Eigeninteressen dient. Und dies ist eine "Tradition" die im Verständnis und Akzeptanz des US Imperialismus durch das eigene Volk begründet ist und seit mehr als 100 Jahren das Handeln der USA prägt. Egal wie der Präsident heisst oder welche Partei an der Macht ist.
    • Q anon = B annon 17.07.2020 10:16
      Highlight Highlight Okay, ich Glaube sie versthen die Konsequenz Ihrer Forderung nicht?
      Wenn jeder der im Knast sass, keine Bank Konto mehr haben darf. Werden diese Ausgegrenzt und in die Armut getrieben. Oder Bekommen Sie Ihr gehalt in Bar?
      Zusätzlich, was hat Clinton mit der Sache zu tun?
      Es gibt eine Aussage das man einmal Clinton auf seinem Anwesen sah. Mehr nicht!
      Von Trump und Prinz Andrew gibt es viele Fotos und viele Zeugen Aussagen. Warum die nicht?
      Und ist jetzt jeder der dieses Schwein Kannte schon Schuldig? Errinert mich an die McCarthy ära!
    • Ökonometriker 18.07.2020 15:26
      Highlight Highlight @Q anon: meine Forderung ist Rechtsstaatlichkeit, nicht eine Beschränkung des Zugangs zu Finanzmärkten für Verurteilte. Letzteres wäre natürlich aus den von Dir genannten Gründen keine gute Idee.
  • Thoro Z 17.07.2020 07:13
    Highlight Highlight Aha kritisch prüfen, Fragen stellen und Bedenken äußern.... also genau das was das Management im voraus immer am liebsten hört! Der ist gut!
  • homo sapiens melior 17.07.2020 00:41
    Highlight Highlight Die Bank des Grauens!
    - macht mit Russland und China dubiose Geschäfte
    - war die einzige Bank, die Trump nach seinen Pleiten noch Darlehen gab
    - hat 499 Tochtergesellschaften in Steueroasen
    - hat wegen unethischer Investments einen der weltweit schlimmsten Rufe aller Banken
    - ist laut taz in Kriege, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verstrickt
    - Nahrungsmittelspekulation
    - usw.

    Die gehen für Geld über Tod und Leichen.

    Ich halte die Deutsche Bank für eine Art Mafia-Bank, die für kriminelle Bonzen kriminelles Geld kriminell verwaltet. Der grösste Schandfleck im Nachbarland.
    • Gio Ago 17.07.2020 07:53
      Highlight Highlight Bei unseren Banken hätte das sicher nie passieren können ;-) Denn sie gehör(t)en ja zu den global systemrelevanten Finanzinstituten.
      ;-)
    • reactor 17.07.2020 08:31
      Highlight Highlight Gibt es Grossbanken welche sich anders verhalten?
  • sansibar 16.07.2020 21:58
    Highlight Highlight Obwohl mich der Typ anwidert: wenn er x Millionen hat, müssen die doch irgendwo zu einer Bank? 🥶
    • DunkelMunkel 17.07.2020 07:16
      Highlight Highlight Müssen sie nicht.
    • Q anon = B annon 17.07.2020 10:19
      Highlight Highlight Ja, man kann doch nicht einfach alle die etwas Verbrochen haben einfach aus dem Bankenwesen Entfernen! Wo ist die Grenze? Wie Lange muss man in den Knast dafür oder reichen eine grosse Anzahl Verurteilungen?
      leider war dieses Schwein neben seiner Perversen Pädophilen Veranlagung ein Erfolgreicher Geschäftsmann. Das hat ihn lange Geschützt. Als Armer Schlucker wäre der viel härter und schneller dran gekommen!
    • DunkelMunkel 17.07.2020 18:50
      Highlight Highlight @Q anon = B annon
      Natürlich kann man das.

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