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Hafen von George Town, Cayman Islands.  (Bild: wikipedia/Roger Wollstadt)

Der Hafen von George Town, der Hauptstadt der Cayman Islands.

#ParadisePapers – im neusten Offshore-Datenleak taucht auch die Queen auf



Darum geht es

Ticker: #PanamaPapers: Riesiges Datenleck entdeckt

Auf Twitter machen unter dem Hashtag #ParadisePapers Ankündigungen die Runde, nach denen heute Abend verschiedene Medien aus mehreren Ländern Recherchen zu Offshore-Daten veröffentlichen wollen.

Das «International Consortium of Investigative Journalists» (ICIJ) veröffentlichte auf seinem Twitter-Kanal ein kurzes Video, indem Direktor Gerald Ryle ankündigte, das die Muster, welche man bereits bei den «Panama Papers» gesehen habe, sich in den neusten Enthüllungen wiederholen sollen: «Die Dokumente sprechen für sich selber», so Ryle.

Das ICIJ, ein internationales Netzwerk, in dem über 200 investigative Journalisten zusammengeschlossen sind, hat schon bei den Enthüllungen rund um die Panama Papers eine zentrale Rolle gespielt. Damals veröffentlichten internationale Medien Dokumente aus den Beständen der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama. Als Folge der teilweise illegalen Offshore-Konstrukte, welche mithilfe der Dokumente enthüllt wurden, traten unter anderem der isländische Premierminister zurück. 

Wie die Westschweizer Zeitung «Le Temps» berichtet, soll es sich bei den #ParadisePapers um Dokumente aus Beständen der Anwaltskanzlei Appleby handeln. Appleby ist unter anderem auf den Karibikinseln Bermudas und Cayman Islands domiziliert und beschäftigt insgesamt 470 Mitarbeiter, darunter 200 Anwälte. Die Firma hatte bereits am 27. Oktober in einer Mitteilung geschrieben, dass sie Anfragen von Journalisten des ICIJ erhalten habe. 

Ohne das Datenleck konkret zu bestätigen, kommt die Erklärung von Appleby alles andere als wie ein Dementi daher. Die Kanzel zeigt sich «enttäuscht, dass Medienschaffende Informationen publizierten könnten, die möglicherweise aus illegal beschafftem Material stammen und dazu führen könnten, dass sich unschuldige Parteien mit einem Verstoss gegen den Datenschutz konfrontiert sehen.»

Die Kanzlei betont, man habe die Anschuldigungen des ICIJ und seiner Partner überprüft und sei zum Schluss gekommen, dass diese Anschuldigungen auf einem mangelhaften Verständnis der legitimen und legalen Strukturen des Offshore-Banking-Sektors beruhten. Sollte es zu einer Untersuchung durch Strafverfolgungsbehörden kommen, werde man jederzeit vollständig mit diesen kooperieren. (cbe)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Scaros_2 06.11.2017 02:21
    Highlight Highlight Kampf den steuerparadiesen!
  • amore 06.11.2017 01:24
    Highlight Highlight «Man muss diese Möglichkeiten schaffen». Die reichen Leute würden viel mehr Steuern bezahlen als er. «Ich bin nicht reich – und ohne Reiche müsste ich mehr Steuern bezahlen». Wer argumentierte kürzlich so? — Eben, ist doch alles in Butter liebe nicht reiche Mit–Eidgenossen.
  • seventhinkingsteps 06.11.2017 01:16
    Highlight Highlight Und spätestens in 2 Monaten interessiert es absolut keine Sau mehr, genau dasselbe wie bei den Panama Papers.
  • Nick_ 05.11.2017 22:38
    Highlight Highlight Die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben.
    Es werden ein paar Namen genannt respektive in den Dreck gezogen. Mich interessiert aber nur ob einer der Herren/Damen was illegales (gemäss dem Landesrecht wo sie wohnen) getan haben. Hört sich nicht nach viel "Fleisch am Knochen" an, wenn für die Headline sogar der Vermögensverwalter der Queen herhalten muss.
    Im Prinzip eine gute Sache solche Off Shore Konstrukte offen zu legen. Aber sofern sie legal sind ist es scheinheilig alle Leute in den gleichen Topf werden und durch die Medien zu ziehen.
    • Saraina 06.11.2017 07:05
      Highlight Highlight Was legal ist und was nicht, lässt sich ändern.
    • amore 06.11.2017 09:54
      Highlight Highlight Im Recht sein ist das eine, ethische Selbstverantwortung das andere.
    • seventhinkingsteps 06.11.2017 09:57
      Highlight Highlight @Seraina

      Schon, aber für einige Gesetze fliesst einiges an Geld um sie zu vermeiden
  • Linus Luchs 05.11.2017 21:52
    Highlight Highlight Steuerparadiese sind das Krebsgeschwür der internationalen Staatengemeinschaft. Gigantische Summen in Milliardenhöhe werden den Staatskassen entzogen, das heisst, der Wohlstand, der sich die Menschen erarbeiten würden, kommt nie bei ihnen an, weil sich vorher die Reichen und Superreichen schamlos bedienen und das Geld auf Offshore-Konten verschwinden lassen.
    Und zur Erinnerung: Unser Vorsteher des eidgenössischen Finanzdepartements findet es gut, dass es für die Reichen diese Möglichkeit gibt. Ueli Maurer kann das öffentlich sagen. Und Bundesrat bleiben. Willkommen in der Schweiz.
    • einmalquer 06.11.2017 00:10
      Highlight Highlight Dem sagt man nicht Krebsgeschwür sondern Steuerwettbewerb.
      Funktioniert in der Schweiz zwischen Kantonen und Gemeinden bestens.
      Und wir hierzulande immer propagiert und von der abstimmenden Bevölkerung begrüsst.
    • seventhinkingsteps 06.11.2017 01:12
      Highlight Highlight Die Reichen und Superreichen bedienen sich auch ohne Offshore Steuerparadiesen am Wohlstand, der theoretisch schon für jeden uns möglich wäre. System inhärent, diese Ungleichheit.
  • Selbst-Verantwortin 05.11.2017 20:37
    Highlight Highlight Gut so!
  • einmalquer 05.11.2017 20:29
    Highlight Highlight Nicht vergessen:
    Solche Steuervermeidungskonstrukte sind legal.
    Auch bei den Panama-Papers war das Meiste legal.
    Und:
    die Schweiz macht ja immer mit, wenn es um Steuervermeidung geht. Stichwort: Pauschalbesteuerung. Diese wurde auch schon an Abstimmungen akzeptiert.
    Lange Jahre bauten die Schweiz und ihre Banken auf das Bankgeheimnis und mehrten die Wohlstand.

    Also, nicht zu hart umgehen mit dem Paradies sondern sich an der eigenen Nase fassen.
    • seventhinkingsteps 06.11.2017 01:14
      Highlight Highlight Genau deshalb kann ich Leute nicht mehr ernst nehmen, die ihren moralischen Kompass von Gesetzen ableiten.

      Im Idealfall wäre das ja umgekehrt, Gesetze sollten repräsentieren was wir für falsch und richtig halten.

      Nur fliesst halt eine Menge Geld um Gesetze zu verhindern.
  • Pakart 05.11.2017 19:54
    Highlight Highlight Aha, interessant. Die Kanzlei echauffiert sich „über möglicherweise“ illegal beschaffte Informationen. Spannendes Rechtsempfinden 😟!
  • roger.schmid 05.11.2017 19:05
    Highlight Highlight hoffentlich folgen endlich einmal griffige Konsequenzen gegen diese Betrüger.
    hier würde das Wort "Volksverräter" imho mal passen. aber nach unten lässt es sich anscheinend bequemer treten..
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 05.11.2017 19:29
      Highlight Highlight Man müsste schon erst etwas mehr wissen, bevor man Leute wieder Vorverurteilt.
    • Crecas 05.11.2017 19:56
      Highlight Highlight Bisher hab ich auch noch nichts von Betrug gelesen. Wird aber sicherlich noch Dreck ans Tageslicht kommen. Gegen Vorverurteilungen wehre ich mich aber auch - das wäre sehr schwach.
    • _kokolorix 05.11.2017 20:38
      Highlight Highlight Es ist nicht verboten sein Vermögen in Panama oder einem anderen Steuerparadies unterzubringen. Aber es wäre verboten dieses Vermögen, und vor allem wie es verdient wurde, auf der Steuererklärung nicht zu deklarieren. Da die Vermögenszuwächse aber immer deutlich über den Einkommenszuwächsen liegen, bin ich zuversichtlich, dass dieser Tatbestand vorliegt. Ob er allerdings auch geahndet wird steht auf einem völlig anderen Blatt...
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