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Der Hafen von George Town, der Hauptstadt der Cayman Islands.
Der Hafen von George Town, der Hauptstadt der Cayman Islands.

#ParadisePapers – im neusten Offshore-Datenleak taucht auch die Queen auf

05.11.2017, 18:5006.11.2017, 10:52

Darum geht es

  • Fast 400 Journalisten von 97 Medienorganisationen in 67 Ländern haben ein riesiges Datenleck ausgewertet. 
  • Die 13 Millionen ausgewerteten Dokumente stammen knapp zur Hälfte aus Beständen der Anwaltskanzlei Appleby. Ihre 200 Anwälte sind hauptsächlich auf den Karibikinseln Bermudas und Cayman Island domiziliert.
  • Der Rest der Dokumente stammen aus Firmenregistern von insgesamt19 Offshore-Oasen in aller Welt. Auch Dokumente eines Trusts namens Asiatici wurden ausgewertet.
  • In der Schweiz waren der «Tages-Anzeiger» und die «SonntagsZeitung» an den Recherchen beteiligt. Unter anderem sollen die Namen von SBB-Präsidentin Monika Ribar und Glencore-CEO Ivan Glasenberg in den Papieren auftauchen.
  • International bekannte Namen sind US-Aussenminister Rex Tillerson, Queen Elizabeth II. und Prince Charles. 
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22:35
Wie Bono ein Shopping-Center in Litauen kaufte
FILE - In this March 2, 2014 file photo, Bono arrives at the Oscars at the Dolby Theatre in Los Angeles. A New York City doctor says U2 singer Bono suffered multiple fractures and had to have two surgeries after his weekend bicycle accident. Orthopedic trauma surgeon Dr. Dean Lorich says Bono underwent a five-hour surgery on his elbow in which three plates and 18 screws were inserted on Sunday night. Bono had another surgery to repair a fracture to his left pinkie on Monday. Lorich says Bono will need therapy but a full recovery is expected.  (Photo by Chris Pizzello/Invision/AP, File)
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision
Der britische «Guardian» berichtet, dass auch der Namen des U2-Frontmanns Bono Vox in den Paradise Papers auftaucht. Er soll an einer in Malta registrierten Firma namens Nude Estates beteiligt gewesen sein, welche in ein Einkaufszentrum in Litauen zu investieren. Nude Estates erwarb für rund 6,6 Millionen Franken ein Shopping-Center in der Stadt Utena, 97 Kilometer nördlich der Hauptstadt Vilnius. Die Immobilie wurde in den Besitz einer litauischen Tochtergesellschaft von Nude Estates übertragen. 2012 wurde das Geschäft einer Firma namens Nude Estates 1 auf der englischen Kanalinsel Guernsey übertragen, die 2015 aufgelöst wurde. Eine Sprecherin des U2-Sängers sagte gegnüber dem «Guardian»: «Bono war ein passiver Minderheitsinvestor in Nude Estates Malta, welche dort legal registriert war.»
21:09
Trudeau-Berater soll Steuern hinterzogen haben
epa06259777 Canadian Prime Minister Justin Trudeau speaks to reporters during a meeting with US President Donald J. Trump, First Lady Melania Trump and Trudeau's wife Gregoire Trudeau in the Oval Office at the White House in Washington, DC, USA, on 11 October 2017.  EPA/KEVIN DIETSCH / POOL
Bild: EPA/UPI POOL
Gemäss einem Bericht des «Tages-Anzeigers» (kostenpflichtiger Artikel) soll ein enger Vertrauter des kanadischen Premiers Justin Trudeau (Bild) in fragwürdige Trusts-Deals verstrickt sein. Der Berater, Stephen Bronfman, ist heute der heute Finanzchef in Trudeaus Liberaler Partei ist und gehört einer der reichsten Familien Kanadas an. Zusammen mit seinem Partner, dem liberalen Ex-Senator Leo Kolber, nutzte Bronfman Konstrukte auf den Cayman Islands, um so mehrere Dutzen Millionen US-Dollar des Familienvermögens zu parkieren. Die kanadischen Steuerbehörden hatten keinen Zugriff auf das Geld. Dadurch sind dem kanadischen Staat durch ein kompliziertes Konstrukt von Briefkastenfirmen womöglich Millionen Dollar an Steuern entgangen. Weder Trudeau noch sein Berater haben sich laut dem «Tages-Anzeiger» auf Anfrage dazu geäußert.
20:51
Hinweise auf die Queen
Die Vermögensverwalter von Queen Elizabeth II. sollen über einen Fonds auf den Kamaninseln an einer Firma beteiligt gewesen sein, die Haushaltsgüter auf Raten verkauft. In den Paradise Papers soll es indirekte Hinweise darauf geben.
So versteckst du dein (dreckiges) Geld
So funktionieren Offshore-Firmen - kurz und knackig zusammengefasst

19:31
Die Putin-Connection von Trumps Handelsminister
In this Oct. 12, 2017, photo, Commerce Secretary Wilbur Ross appears before the House Committee on Oversight and Government Reform on Capitol Hill in Washington. President Donald Trump’s tax plan includes a repeal of the federal estate tax paid by people who inherit multimillion-dollar estates. That break could directly benefit people with valuable art collections. Trump’s wealthy cabinet includes a number of art collectors. Ross, for one, owns several paintings by Belgian surrealist Rene Magritte and reported a collection worth more than $50 million on his financial disclosure forms. (AP Photo/J. Scott Applewhite)
Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE
Gemäss den «Paradise Papers» soll Donald Trumps Handelsminister Wilbur Ross mithilfe eines komplexen Geflechts von Offshorefirmen Anteile an der Reederei Navigator halten. Sie transportiert für den staatsnahen, russischen Energiekonzern Sibur Flüssiggas nach Europa.
19:18
Auch die Schweiz betroffen
In der Schweiz werteten die Redaktionen von «Tages-Anzeiger» und «SonntagsZeitung» die Dokumente aus. Angeblich sollen darin unter anderem die Namen von SBB-Präsidentin Monika Ribar, von Glencore-CEO Ivan Glasenberg und des schweizerisch-angolanischen Geschäftsmannes Jean-Claude Bastos vorkommen. International bekannte Namen, welche in den Papers sind der US-Aussenminister Rex Tillerson, US-Handelsminister Wilbur Ross sowie Prince Charles und Queen Elizabeth II..
19:12
13 Millionen Dokumente, fast 400 Journalisten
Der Investigativ-Chef der «Süddeutschen Zeitung», Bastian Obermayer, erklärt die Dimensionen der «Paradise Papers». Es handelt sich um über 13 Millionen Dokumente, welche über 380 Journalisten von 97 Medienorganisationen aus 67 Ländern während rund eines Jahres auswerteten.


Auf Twitter machen unter dem Hashtag #ParadisePapers Ankündigungen die Runde, nach denen heute Abend verschiedene Medien aus mehreren Ländern Recherchen zu Offshore-Daten veröffentlichen wollen.

Das «International Consortium of Investigative Journalists» (ICIJ) veröffentlichte auf seinem Twitter-Kanal ein kurzes Video, indem Direktor Gerald Ryle ankündigte, das die Muster, welche man bereits bei den «Panama Papers» gesehen habe, sich in den neusten Enthüllungen wiederholen sollen: «Die Dokumente sprechen für sich selber», so Ryle.

Das ICIJ, ein internationales Netzwerk, in dem über 200 investigative Journalisten zusammengeschlossen sind, hat schon bei den Enthüllungen rund um die Panama Papers eine zentrale Rolle gespielt. Damals veröffentlichten internationale Medien Dokumente aus den Beständen der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama. Als Folge der teilweise illegalen Offshore-Konstrukte, welche mithilfe der Dokumente enthüllt wurden, traten unter anderem der isländische Premierminister zurück. 

Wie die Westschweizer Zeitung «Le Temps» berichtet, soll es sich bei den #ParadisePapers um Dokumente aus Beständen der Anwaltskanzlei Appleby handeln. Appleby ist unter anderem auf den Karibikinseln Bermudas und Cayman Islands domiziliert und beschäftigt insgesamt 470 Mitarbeiter, darunter 200 Anwälte. Die Firma hatte bereits am 27. Oktober in einer Mitteilung geschrieben, dass sie Anfragen von Journalisten des ICIJ erhalten habe. 

Ohne das Datenleck konkret zu bestätigen, kommt die Erklärung von Appleby alles andere als wie ein Dementi daher. Die Kanzel zeigt sich «enttäuscht, dass Medienschaffende Informationen publizierten könnten, die möglicherweise aus illegal beschafftem Material stammen und dazu führen könnten, dass sich unschuldige Parteien mit einem Verstoss gegen den Datenschutz konfrontiert sehen.»

Die Kanzlei betont, man habe die Anschuldigungen des ICIJ und seiner Partner überprüft und sei zum Schluss gekommen, dass diese Anschuldigungen auf einem mangelhaften Verständnis der legitimen und legalen Strukturen des Offshore-Banking-Sektors beruhten. Sollte es zu einer Untersuchung durch Strafverfolgungsbehörden kommen, werde man jederzeit vollständig mit diesen kooperieren. (cbe)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pakart
05.11.2017 19:54registriert September 2015
Aha, interessant. Die Kanzlei echauffiert sich „über möglicherweise“ illegal beschaffte Informationen. Spannendes Rechtsempfinden 😟!
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Linus Luchs
05.11.2017 21:52registriert Juli 2014
Steuerparadiese sind das Krebsgeschwür der internationalen Staatengemeinschaft. Gigantische Summen in Milliardenhöhe werden den Staatskassen entzogen, das heisst, der Wohlstand, der sich die Menschen erarbeiten würden, kommt nie bei ihnen an, weil sich vorher die Reichen und Superreichen schamlos bedienen und das Geld auf Offshore-Konten verschwinden lassen.
Und zur Erinnerung: Unser Vorsteher des eidgenössischen Finanzdepartements findet es gut, dass es für die Reichen diese Möglichkeit gibt. Ueli Maurer kann das öffentlich sagen. Und Bundesrat bleiben. Willkommen in der Schweiz.
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einmalquer
05.11.2017 20:29registriert Oktober 2017
Nicht vergessen:
Solche Steuervermeidungskonstrukte sind legal.
Auch bei den Panama-Papers war das Meiste legal.
Und:
die Schweiz macht ja immer mit, wenn es um Steuervermeidung geht. Stichwort: Pauschalbesteuerung. Diese wurde auch schon an Abstimmungen akzeptiert.
Lange Jahre bauten die Schweiz und ihre Banken auf das Bankgeheimnis und mehrten die Wohlstand.

Also, nicht zu hart umgehen mit dem Paradies sondern sich an der eigenen Nase fassen.
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