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Tories droht bei britischen Kommunalwahlen heftige Klatsche wegen Brexit



epa07538137 Pro EU campaigners outside the British Labour Party's national executive committee (NEC) offices in central London, Britain, 30 April 2019. Reports state that the NEC will discuss whether to call for a second public vote on Brexit as part of its European election manifesto.  EPA/ANDY RAIN

Bild: EPA/EPA

Die britischen Konservativen könnten am Donnerstag mehr als 800 Sitze bei den Kommunalwahlen verloren haben. Davon geht der Wahlanalyst Robert Hayward aus, der selbst ein Konservativer ist und dem Oberhaus in London angehört.

Viele Wähler strafen demnach Premierministerin Theresa May für die «Brexit-Sackgasse» ab, wie die Zeitung «The Guardian» am Donnerstag weiter berichtete.

Von den Verlusten der Konservativen profitieren Hayward zufolge vor allem die Liberaldemokraten (etwa 500 Sitze), aber auch die grösste Oppositionspartei Labour (300 Sitze). Insgesamt ging es bei den Wahlen in grossen Teilen Englands und Nordirlands um über 8000 Sitze lokaler Gremien.

Affäre Williamson

Erste Ergebnisse wurden frühestens um etwa 01.00 Uhr nachts erwartet, die letzten sollen gar erst am Freitagabend veröffentlicht werden. In Wales, Schottland und in der Hauptstadt London wurde nicht gewählt.

Überschattet wurden die Kommunalwahlen vom Rauswurf des Verteidigungsministers Gavin Williamson am Mittwoch. Regierungschefin May wirft Williamson vor, Medienvertretern sensible Informationen aus einem Treffen des nationalen Sicherheitsrats gesteckt zu haben. Williamson wies die Vorwürfe strikt zurück.

Noch ohne Farages Partei

Die neu gegründete Brexit-Partei des Ex-Ukip-Chefs Nigel Farage durfte noch nicht an den Kommunalwahlen teilnehmen. Sie führt bereits Wochen nach ihrer Gründung die Umfragen zur Europawahl Ende Mai an.

Die Brexit-Frage spaltet Grossbritannien

Gewählt wurde in 248 englischen Bezirken. In einigen davon ging es darum, alle Sitze neu zu vergeben, in anderen stand nur ein Teil zur Wahl. In Nordirland wurden die Gremien in allen elf Bezirken des Landesteils komplett neu besetzt. In sechs mittelgrossen und kleineren Städten sollten zudem neue Bürgermeister bestimmt werden.

Nach den Kommunalwahlen steht im Vereinigten Königreich die Europawahl an. Eigentlich hätte Grossbritannien die EU bereits Ende März verlassen sollen. Die Brexit-Frist wurde inzwischen aber bis zum 31. Oktober verlängert, nachdem die Premierministerin drei Mal im Parlament mit ihrem Austrittsabkommen gescheitert war. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Repplyfire 02.05.2019 20:35
    Highlight Highlight Die Briten kommen mir vor wie dieser blaue Fisch bei "finde Nemo", welcher alles innert Kürze wieder vergisst.
    So: oh, Farage und co versprechen bei einem EU Austritt Milch und Honig.....scheisse beim Brexit war beinah alles gelogen, jetzt wähle ich Protest; oh schau Nigel Farage.. .
  • Markus97 02.05.2019 19:32
    Highlight Highlight In meinen Augen sind die meisten britischen Politiker Landesverräter. Sie stellen ihre eigenen Machtspielchen über das Wohl Grossbrittaniens. May ist vielleicht unfähig, aber wenigstens bemüht.
  • Ueli_DeSchwert 02.05.2019 18:53
    Highlight Highlight "Die neu gegründete Brexit-Partei des Ex-Ukip-Chefs Nigel Farage durfte noch nicht an den Kommunalwahlen teilnehmen. Sie führt bereits Wochen nach ihrer Gründung die Umfragen zur Europawahl Ende Mai an."

    Nichts gelernt? 😂

«Wollte ihm in den Arsch treten» – Churchills Enkel rechnet mit Boris Johnson und Co. ab

Sir Nicholas Soames ist ein in der Wolle gefärbter Konservativer. Doch weil er sich gegen Boris Johnons No-Deal-Brexit stellte, warfen ihn die Tories aus der Partei. Nun findet der Enkel des legendären Kriegspremiers Winston Churchill deutliche Worte.

Der 71-Jährige galt als graue Eminenz der Konservativen Partei: Seit 37 Jahren vertrat Nicholas Soames die Tories im britischen Unterhaus. Er hat die Eliteschule Eton absolviert, diente in der Armee und war in den neunziger Jahren Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Doch weil er und 20 andere Tory-Abgeordnete am vergangenen Dienstag gemeinsam mit der Opposition für ein Gesetz gestimmt hatten, das Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Brexit verbietet, entzog ihm die Parteileitung …

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