International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ärzte mit Luxusreisen bestochen? – Razzien bei Roche und Novartis in Rumänien

05.08.15, 16:50 05.08.15, 17:01


Letzte Woche erhielten die Zentralen von Roche und Novartis in der rumänischen Hauptstadt Bukarest unliebsamen Besuch. Das zeigen Recherchen der «Handelszeitung». Ermittler der Antikorruptionsbehörde DNA durchsuchten die Büros und stellten zahllose Datenträger und Geschäftsunterlagen sicher. Gleichzeitig schlugen die rumänischen Behörden auch in diversen Spitälern und Arztpraxen zu. Auch neun weitere Pharmakonzerne wurden durchsucht.

LAS VEGAS, NV - MAY 21:  The Fountains of Bellagio are seen from DraiÕs Beach Club - Nightclub at The Cromwell Las Vegas on May 21, 2014 in Las Vegas, Nevada. The Cromwell, formerly Bill's Gamblin' Hall & Saloon, opened to hotel guests today as a renovated boutique hotel on the Las Vegas Strip and features 188 rooms, a 40,000-square-foot casino and a rooftop pool.  (Photo by Ethan Miller/Getty Images)

Spass in Las Vegas statt Fachkongress in Kanada. Bild: Getty Images North America

Ausgelöst wurden die Razzien durch Korruptionsermittlungen. Roche, Novartis und Co. stehen im Verdacht, rumänische Mediziner bestochen zu haben, um ihre Verkäufe zu frisieren. Den Ärzten sollen als Fortbildungen getarnte Luxusreisen bezahlt worden sein. Einer der Trips führte die Mediziner in das Luxushotel Bellagio in Las Vegas und auf einen Ausflug zum Grand Canyon. Offiziell aber waren die Mediziner an einem Fachkongress im kanadischen Ottawa. Zudem zeigen die Ermittlungen, dass die Pharmaunternehmen die Rechnungen für die Lust-Reisen von den Steuern abgezogen haben. In die Untersuchungen sind deshalb auch die Steuerbehörden involviert.

Kampf um Korruption im Gesundheitswesen

Rumänien hat der offenbar grassierenden Korruption im Gesundheitswesen den Kampf angesagt. Im September will das Land als erstes überhaupt in Europa eine Datenbank öffentlich zugänglich machen, in welcher sämtliche Zahlungen von Pharmaunternehmen an Personen im Gesundheitswesen verzeichnet sind. Vorbild dafür ist die staatliche «Open Payments»-Datenbank der USA. Gemäss ihr hat Roche im Jahr 2014 rund 430 Millionen Dollar an Mediziner und Forscher ausgeschüttet. Novartis wird mit einem Betrag von fast 330 Millionen Franken geführt. (whr)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • qumquatsch 05.08.2015 19:00
    Highlight in der Schweiz gilt seit anfangs Jahr der sog. Pharmakodex, welcher die Pharmakonzerne dazu verpflichtet, alle Aufwändungen die über "den Znüni" ausgehen auszuweisen. Auch in gesamt Europa ist so etwas am entstehen...
    1 0 Melden

Yo, Kiffer! Kanada braucht dich

Jobs für Kiffer hat ein Unternehmen vor der Legalisierung von Cannabis in Kanada am Mittwoch angeboten. «Verdiene 50 Dollar pro Stunde, um das Beste zu bewerten, das Kanadas Grower anzubieten haben», wirbt das Unternehmen Ahlot unter anderem auf Twitter um erfahrene «Cannabis-Connaisseure», die «lange genug mit Cannabis gelebt haben, um die Nuancen zu verstehen und zu beschreiben, die eine Sorte von der anderen unterscheiden».

Die «Cannabis-Connaisseure» sollen Konsumenten bei der Orientierung …

Artikel lesen