DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Europa will mehr Steuertransparenz bei multinationalen Unternehmen



FILE - In this Jan.17, 2017 file photo, the Facebook logo is displayed in a start-up companies gathering at Paris' Station F, in Paris. France's lower house of parliament has approved a pioneering tax on internet giants like Google, Amazon and Facebook. The bill adopted Thursday by the National Assembly aims to stop multinationals from avoiding taxes by setting up headquarters in low-tax EU countries. (AP Photo/Thibault Camus, File)

Multinationale Konzerne wie Facebook müssen künftig offenlegen, in welchem Land sie wie viel Steuern zahlen. Bild: AP

Multinationale Konzerne müssen in der Europäischen Union (EU) künftig offenlegen, in welchem Land sie wie viel Steuern zahlen.

Nach fünf Jahren Streit einigten sich Vertreter der 27 EU-Staaten und des Europaparlaments am Dienstagabend auf die Regeln des Country-by-Country-Reporting. Die Beteiligten sprachen von einem Meilenstein für mehr Steuergerechtigkeit.

Nach dem «Country-by-Country-Reporting» müssen multinationale Konzerne mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro unter anderem jährlich Gewinne und Steuern in EU-Ländern und in Ländern, die von der EU als Steuerparadiese angesehen werden, aufschlüsseln.

Kampf gegen Steuersparmodelle

Die strengeren Regeln für Firmen, die in mehreren Ländern innerhalb und ausserhalb der EU Steuern zahlen, sollen Steuersparmodellen entgegenwirken. Laut Schätzungen verlieren die EU-Staaten durch Steuervermeidung grosser Firmen jährlich mehr als 50 Milliarden Euro, sagte der portugiesische Wirtschaftsminister Pedro Siza Vieira.

Sein Land hat derzeit den Vorsitz der EU-Staaten inne. Es vermittelte den Kompromiss. In der schweren Zeit nach der Pandemie sei Transparenz wichtiger denn je. «Es ist unsere Pflicht sicherzustellen, dass alle wirtschaftlichen Akteure ihren fairen Anteil zur wirtschaftlichen Erholung beitragen», betonte Vieira.

Kritik von Oxfam und Transparency

Die Organisationen Oxfam und Transparency International zeigten sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht. Sie halten den Kompromiss für zahnlos. Oxfam kritisierte, dass viele Steueroasen nicht auf der EU-Liste stünden und daher einer Überprüfung entgehen würden.

«Die EU-Gesetzgeber haben multinationalen Konzernen viele Möglichkeiten eingeräumt, weiter im Verborgenen Steuern zu hinterziehen, indem sie ihre Gewinne in Steueroasen ausserhalb der EU verlagern, wie die Bermudas, die Cayman-Inseln und die Schweiz», sagte Oxfams Steuerexpertin Chiara Putaturo.

Steuermissbrauch in grossem Stil

Nach Angaben der Denkfabrik Tax Justice Network sind die EU-Länder für 36 Prozent der weltweit durch Steuermissbrauch von Unternehmen entgangenen Steuern verantwortlich. Dies koste die Staaten weltweit jedes Jahr über 126 Milliarden Euro, da die Gewinne in Niedrigsteuerländer wie Irland, Luxemburg und die Niederlande verschoben würden.

Die EU-Kommission hatte schon 2016 den Vorschlag zur Änderung der Rechnungslegung gemacht. Das Europaparlament legte seine Verhandlungsposition 2017 fest. Die EU-Staaten akzeptierten das Country-by-Country-Reporting aber erst in diesem Frühjahr mit der nötigen Mehrheit. (sda/dpa/reuters)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Fussball-Topverdiener 2020

1 / 13
Die Fussball-Topverdiener 2020
quelle: www.imago-images.de / philippe crochet
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So lachen die Late-Night-Moderatoren über Trumps Steuerenthüllungen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Apple zahlte Userin Millionen, weil Nacktbilder bei iPhone-Reparatur veröffentlicht wurden

Eine Studentin hat offenbar eine Millionenentschädigung erhalten. Zuvor waren Nacktbilder von ihr während einer Reparatur ihres iPhones bei einem Drittunternehmen auf ihr Facebookprofil hochgeladen worden.

Es ist vermutlich die Horrorvorstellung eines jeden Smartphone-Besitzers: Im Jahr 2016 schickte eine Studentin aus Oregon ihr iPhone zur Reparatur bei Apple ein. Pegatron, ein Vertragspartner von Apple, führte den Auftrag aus. Doch während der Reparatur des Smartphones kam es offenbar zu einer Katastrophe für die Besitzerin, wie «The Telegraph» berichtet:

Während das Gerät repariert wurde, posteten zwei Techniker 10 Fotos, die die junge Frau beim Ausziehen zeigten sowie ein Sex-Video von ihr …

Artikel lesen
Link zum Artikel