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Mann findet in einem Paar Socken einen Hilferuf aus China

An der Echtheit des Hilferufs wird gezweifelt.
An der Echtheit des Hilferufs wird gezweifelt.
bild: twitter

Ein Mann findet in einem Paar Socken einen Hilferuf aus China – jetzt geht die Botschaft um die Welt

11.12.2015, 10:5311.12.2015, 11:25
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Nichtsahnend kauft Lucy Kirks Vater vor einigen Tagen ein Paar Socken bei dem irischen Textil-Discounter Primark. Doch als er diese auspackt, stösst er auf eine in chinesischen Schriftzeichen verfasste Botschaft. Die junge Frau aus Grossbritannien postet ein Foto des Zettels zusammen mit einer Übersetzung auf Twitter. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer – nach gerade mal zwölf Stunden wurde sie von knapp 1000 Leuten retweetet. 

Und darum geht es in der Botschaft: Ein 34-jähriger Mann Namens Ting Kun Ding behauptet, er habe korrupte Regierungsbeamte melden wollen, woraufhin er wegen «Erpressung» verhaftet worden sei. Er und seine Frau seien daraufhin gefoltert, sie sei in eine Psychiatrie eingewiesen und sein Vater sei in einem Spital umgebracht worden.

Ausserdem beinhaltet der Brief eine Bitte: Der Empfänger solle damit zur chinesischen Regierung gehen und diesen ausserdem mit Hilfe der Medien publik machen. Letzteres ist definitiv gelungen: Unter dem Hashtag #HelpTingKunDing verbreitet sich die Botschaft immer weiter.

Auch Primark hat umgehend auf Lucy Kirks Tweet reagiert. Man wolle alles tun, um der Sache auf den Grund zu gehen:

Nicht die erste Botschaft dieser Art

So überraschend dieser Hilferuf auch klingen mag, so ist es dennoch nicht das erste Mal, dass ein solcher Brief im Internet die Runde macht. Gerade erst im Oktober will ein Mann aus Dublin einen ganz ähnlichen Hilferuf in einem Paar Socken von Penneys gefunden haben – so heissen die Filialen von Primark in Irland. In diesem Fall stammt der Brief von einem 34-jährigen Chinesen, der ebenfalls gefangen genommen und gefoltert worden sein will:

Und auch bei dem folgenden Zettel handelt es sich um einen mutmasslichen Hilferuf aus China, der in einem Kleidungsstück von Primark gefunden worden sein soll. BBC hatte im Juni 2014 darüber berichtet:

Bild

Die Echtheit dieser Botschaften wird – allein schon wegen der Häufung solcher Hilferufe – angezweifelt. Es wird vermutet, dass es sich dabei um Kampagnen von Hilfswerken handeln könnte. Auch Lucy Kirk kann nicht hundertprozentig bestätigen, dass der Hilferuf echt ist. Das Einzige, was sie mit Sicherheit sagen kann, ist: «Ich habe den Brief gefunden.»

(viw)

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