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In this March 12, 2015 picture Volkswagen CEO Martin Winterkorn, right, and Porsche CEO and member of the board of Volkswagen, Matthias Mueller, left, pose for the media beside a car prior to the company's annual press conference in Berlin, Germany. Volkswagen’s supervisory board is meeting Friday, Sept. 25, 2015 to discuss who to name as CEO after Martin Winterkorn quit the job. Matthias Mueller, the 62-yead-old head of VW’s Porsche unit, emerged as one of the favorites.  (AP Photo/Michael Sohn)

Ein Bild aus besseren Tagen: Martin Winterkorn.
Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Nach dem Abgas-Skandal beginnt bei VW das grosse Sesselrücken



Noch berät der VW-Aufsichtsrat in Wolfsburg über die neue Konzernführung - erste Informationen über weitere personelle Konsequenzen aus dem Abgas-Skandal nach dem Rücktritt von VW-Chef Martin Winterkorn sickern aber bereits durch.

So soll Seat-Chef Jürgen Stackmann im VW-Vorstand Christian Klingler als Vertriebschef ersetzen, berichtete die Zeitschrift «Auto Motor und Sport» am Freitag unter Berufung auf VW-Kreise. Audi-Chef Rupert Stadler, der als neuer VW-Finanzchef gehandelt worden war, werde dagegen vorerst auf seinem Posten bleiben.

Den weltgrössten Autokonzern wieder auf die Spur bringen soll Porsche-Chef Matthias Müller an der Konzernspitze, wie Insider bereits am Donnerstag gesagt hatten. Um das kriselnde US-Geschäft werde sich künftig Skoda-Chef Winfried Vahland kümmern.

Im Schlepptau folgt wohl ein noch grösseres Sesselrücken. Stackmanns Nachfolger als Seat-Chef werde der jetzige Audi-Vertriebschef Luca de Meo berichtete das Magazin weiter.

Winterkorn weiterhin in Schlüsselpositionen

Winterkorn, der wegen der millionenfachen Manipulation von Abgas-Emissionen bei Dieselautos am Mittwoch seinen Hut nahm, will nach einem Bericht von «Spiegel Online» nicht vom Vorstandsposten beim VW-Hauptaktionär Porsche SE zurücktreten. Dieses Amt hatte er bisher in Personalunion inne.

Eine Aufsichtsratssitzung der Porsche SE endete am Donnerstag, ohne dass Winterkorn das Amt niedergelegt hätte. Die «Bild»-Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf einen VW-Insider berichtet, dass Winterkorn auch weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG sei.

Im VW-Präsidium sei dies «bisher offenbar niemandem aufgefallen», zitierte die Zeitung den Insider. Ein VW-Sprecher wollte zu all dem keinen Kommentar abgeben.

Wie viele Milliarden der in den USA aufgedeckte Betrug neben dem immensen Imageschaden den Konzern kosten wird, ist noch nicht absehbar. VW hatte nach internen Untersuchungen bekannt gegeben, dass weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeuge mit der umstrittenen Software ausgestattet seien.

Greenpeace-Demo

Vor den Werkstoren in Wolfsburg demonstrierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen die nach ihrer Ansicht anhaltende Verharmlosung der Umwelt- und Gesundheitsfolgen durch Autohersteller. Zwölf Aktivisten forderten auf einem Banner «Schluss mit Lügen».

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, warnte zum Abschluss der Automesse IAA in Frankfurt einmal mehr davor, wegen des Skandals alle Dieselautos zu verteufeln. «Es handelt sich bei diesem Vorgang in den USA, den wir sehr bedauern, nicht um ein prinzipielles Dieselproblem», sagte Wissmann.

Die Internet-Anzeigenbörse AutoScout24 stellte keine Auswirkungen auf Angebot oder Preise von VW-Diesel-Autos fest.

Aufgeflogen war der Skandal in den USA. VW hatte auf Druck der US-Umweltbehörde EPA am vergangenen Wochenende zugegeben, eine Software zur Manipulation von Abgaswertes eingesetzt zu haben. Nach Angaben der EPA könnte dies Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar für Volkswagen nach sich ziehen.

Ermittlungen weiten sich aus

Inzwischen nehmen die Ermittlungen in dem Skandal in den USA immer grössere Dimensionen an. Mehrere Bundesstaaten schliessen sich für die Untersuchung zusammen, wie die Staatsanwaltschaft von Illinois mitteilte. Mindestens 29 Staatsanwälte seien inzwischen dabei. Der Vorwurf: Volkswagen habe die Kunden getäuscht, die für ein vermeintlich umweltfreundliches Auto mehr gezahlt hätten.

Dutzende Klagen sollen bei einem US-Bundesgericht in Kalifornien zusammengefasst werden. Laut «Handelsblatt» beauftragt VW die US-Kanzlei Jones Day mit der Aufarbeitung der Affäre.

Neben Deutschland untersucht auch Italien nicht nur Dieselfahrzeuge von VW, sondern auch von anderen Herstellern auf Manipulationen hin. Zuletzt kündigten auch Norwegen und Indien Überprüfungen von VW-Modellen an. Das litauische Umweltministerium hat ebenfalls eine Untersuchung angekündigt. (sda/reu/dpa/afp)

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