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China hat seine Währung, den Yuan, abgewertet und erklärte, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren.
China hat seine Währung, den Yuan, abgewertet und erklärte, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren.Bild: EPA

USA werfen China erneut Währungsmanipulation vor

06.08.2019, 05:49

Der Handelskrieg zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt eskaliert weiter: Die US-Regierung hat China offiziell als ein Land gebrandmarkt, das den Kurs seiner Währung manipuliert, um sich damit unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern.

Die chinesische Volksrepublik wurde erstmals seit 25 Jahren wieder als Währungsmanipulator eingestuft. Das US-Finanzministerium forderte Peking am Montagabend (Ortszeit) zudem auf, alle Währungsgeschäfte künftig mit grösserer Transparenz und Fairness durchzuführen. US-Finanzminister Steven Mnuchin werde in der Sache weitere Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds einleiten, um gemeinsam gegen diesen unlauteren Wettbewerb vorzugehen, hiess es in Washington weiter.

Der jüngste Schritt der US-Regierung in dem eskalierenden Handelskonflikt dürfte China verärgern – er hat aber zunächst wenig konkrete Auswirkungen. China hatte unmittelbar zuvor seine Währung, den Yuan, abgewertet und erklärte, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Beides wurde als Reaktion auf die vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle angesehen. Trump hatte zudem gewarnt, die Zölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden Dollar könnten jederzeit erhöht werden.

Schlechtester Handelstag des Jahres

Der Handelskonflikt führte am Montag zu grossen Kurseinbussen an den Finanzmärkten. Viele Investoren befürchteten, dass Politiker der beiden Länder mit immer neuen Gegenmassnahmen reagieren würden - und damit das Wachstum der Weltwirtschaft abwürgen könnten. Die Wall Street verzeichnete bis Montagnachmittag (Ortszeit) einen der schlechtesten Handelstage des Jahres. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial schloss rund 3 Prozent niedriger bei 25 717 Punkten, der Nasdaq-Index verlor fast 3.5 Prozent und schloss bei 7 726 Punkte.

In Asien und Europa hatten die Märkte am Montag ebenfalls nachgegeben - der deutsche Leitindex Dax verlor 1.80 Prozent. Sichere Häfen hingegen konnten zugewinnen: Der Goldpreis war am Montag auf ein neues Sechsjahreshoch gestiegen. Gold gilt traditionell als Krisenschutz, der in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird.

Chinas Währung gab am Montag deutlich nach. Ein Dollar kostete erstmals seit 2008 wieder mehr als sieben Yuan. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als vermeintlich «rote Linie», die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde. Dass sie es jetzt doch zugelassen hat, rief bei Analysten Befürchtungen hervor, China könne den Wechselkurs zur Waffe im Handelskrieg mit den USA nutzen.

Ein niedrigerer Wechselkurs zum Dollar verbilligt den Preis chinesischer Produkte im Ausland. Der Yuan-Kurs bewegt sich nicht gänzlich frei nach Marktkräften, sondern wird von Chinas Notenbank in Grenzen gesteuert. Dies wirft bei jeder Marktbewegung die Frage auf, inwieweit die Kursbewegung durch die Marktteilnehmer oder durch die Notenbank zustande kam.

Schweiz beobachtet genau

Trump kritisierte die Abwertung des Yuan als Währungsmanipulation. China habe den Kurs seiner Währung nahe an ein historisches Tief gesenkt, um sich Vorteile im internationalen Wettbewerb zu verschaffen. Trump legte auf Twitter nach: China habe «schon immer die Manipulation seiner Währung genutzt, um unsere Unternehmen und Fabriken zu stehlen, unseren Arbeitsplätzen zu schaden» und die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu drücken. «Damit ist jetzt Schluss.»

Chinesische und amerikanische Unterhändler sollen sich im September erneut in Washington treffen, um ein Handelsabkommen abzuschliessen. Die Schweiz beobachtet die amerikanischen Vorwürfe genau, weil die Massnahmen der Schweizer Nationalbank SNB zur Schwächung des Schweizer Frankens ebenfalls als Währungsmanipulation angesehen werden. (sda/dpa/reu)

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