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epa07758452 (FILE) - Chinese 100 yuan or renminbi (RMB) notes and coins in Beijing, China, 05 August 2019. According to reports on 05 August 2019, the US Treasury department formally label China as a currency manipulator. China's Yuan fell below the key level of seven to the US Dollar for the first time in eleven years, following the last week's US President Donald Trump's threat for more tariff on Chinese goods.  EPA/ROMAN PILIPEY *** Local Caption *** 55384986

China hat seine Währung, den Yuan, abgewertet und erklärte, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Bild: EPA

USA werfen China erneut Währungsmanipulation vor



Der Handelskrieg zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt eskaliert weiter: Die US-Regierung hat China offiziell als ein Land gebrandmarkt, das den Kurs seiner Währung manipuliert, um sich damit unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern.

Die chinesische Volksrepublik wurde erstmals seit 25 Jahren wieder als Währungsmanipulator eingestuft. Das US-Finanzministerium forderte Peking am Montagabend (Ortszeit) zudem auf, alle Währungsgeschäfte künftig mit grösserer Transparenz und Fairness durchzuführen. US-Finanzminister Steven Mnuchin werde in der Sache weitere Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds einleiten, um gemeinsam gegen diesen unlauteren Wettbewerb vorzugehen, hiess es in Washington weiter.

Der jüngste Schritt der US-Regierung in dem eskalierenden Handelskonflikt dürfte China verärgern – er hat aber zunächst wenig konkrete Auswirkungen. China hatte unmittelbar zuvor seine Währung, den Yuan, abgewertet und erklärte, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Beides wurde als Reaktion auf die vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle angesehen. Trump hatte zudem gewarnt, die Zölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden Dollar könnten jederzeit erhöht werden.

Schlechtester Handelstag des Jahres

Der Handelskonflikt führte am Montag zu grossen Kurseinbussen an den Finanzmärkten. Viele Investoren befürchteten, dass Politiker der beiden Länder mit immer neuen Gegenmassnahmen reagieren würden - und damit das Wachstum der Weltwirtschaft abwürgen könnten. Die Wall Street verzeichnete bis Montagnachmittag (Ortszeit) einen der schlechtesten Handelstage des Jahres. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial schloss rund 3 Prozent niedriger bei 25 717 Punkten, der Nasdaq-Index verlor fast 3.5 Prozent und schloss bei 7 726 Punkte.

In Asien und Europa hatten die Märkte am Montag ebenfalls nachgegeben - der deutsche Leitindex Dax verlor 1.80 Prozent. Sichere Häfen hingegen konnten zugewinnen: Der Goldpreis war am Montag auf ein neues Sechsjahreshoch gestiegen. Gold gilt traditionell als Krisenschutz, der in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird.

Chinas Währung gab am Montag deutlich nach. Ein Dollar kostete erstmals seit 2008 wieder mehr als sieben Yuan. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als vermeintlich «rote Linie», die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde. Dass sie es jetzt doch zugelassen hat, rief bei Analysten Befürchtungen hervor, China könne den Wechselkurs zur Waffe im Handelskrieg mit den USA nutzen.

Ein niedrigerer Wechselkurs zum Dollar verbilligt den Preis chinesischer Produkte im Ausland. Der Yuan-Kurs bewegt sich nicht gänzlich frei nach Marktkräften, sondern wird von Chinas Notenbank in Grenzen gesteuert. Dies wirft bei jeder Marktbewegung die Frage auf, inwieweit die Kursbewegung durch die Marktteilnehmer oder durch die Notenbank zustande kam.

Schweiz beobachtet genau

Trump kritisierte die Abwertung des Yuan als Währungsmanipulation. China habe den Kurs seiner Währung nahe an ein historisches Tief gesenkt, um sich Vorteile im internationalen Wettbewerb zu verschaffen. Trump legte auf Twitter nach: China habe «schon immer die Manipulation seiner Währung genutzt, um unsere Unternehmen und Fabriken zu stehlen, unseren Arbeitsplätzen zu schaden» und die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu drücken. «Damit ist jetzt Schluss.»

Chinesische und amerikanische Unterhändler sollen sich im September erneut in Washington treffen, um ein Handelsabkommen abzuschliessen. Die Schweiz beobachtet die amerikanischen Vorwürfe genau, weil die Massnahmen der Schweizer Nationalbank SNB zur Schwächung des Schweizer Frankens ebenfalls als Währungsmanipulation angesehen werden. (sda/dpa/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gantii 06.08.2019 08:25
    Highlight Highlight die EU, Schweiz sowie die USA manipulieren alle Ihre Währungen mit verschiedenen Mittel. Warum ist das bei China plötzlich ein Problem?
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 06.08.2019 20:08
      Highlight Highlight Weil Trump da nicht die geringste Kontrolle darüber hat. Und wenn ers versuchen sollte, ihm im besten Fall ein paar Millionen Mittelfinger zuwinken würden.
  • LLewelyn 06.08.2019 07:23
    Highlight Highlight Das Problem ist noch etwas komplexer. Wie manipuliert China seine Währung? In ähnlicher Weise wie unsere SNB. China „sterilisiert“ seine US Dollar Zuflüsse, indem es Dollars gegen die eigene Währung kauft (d.h. das Angebot eigener Währung erhöht, allerdings wird der Effekt auf die eigene Geldmenge abgebremst). Wie bereits schon Japan (aus ähnlichen Gründen), parkiert es die Dollar in US T-Bonds. Mit ihrer Währungsmanipulation finanziert China damit indirekt die US Regierung.
    • Ökonometriker 06.08.2019 07:35
      Highlight Highlight Das ist korrekt. Zu bedenken ist auch, dass China im Gegensatz zur CH Kapitalmarktkontrollen hat und Chinesen ihr Geld nicht ohne Weiteres ins Ausland bringen können.
      Am Ende dürfte es beim Tradewar weniger um ökonomische Realitäten und mehr um das Verteidigen westlicher Werte gehen.
    • LLewelyn 06.08.2019 08:27
      Highlight Highlight Das stimmt. Wobei die Kapitalmarktkontrollen etwas sonderbar anmuten, hätte eine Lockerung doch grundsätzlich den Effekt das Kapital aus China abfliessen würden (Zuflüsse in Form von Investitionen nimmt China nach wie vor gern entgegen). Für Darlehen, Dividenden und Beteiligungen würden Yuan mutmasslich in Dollar getauscht, damit das Angebot an Yuan also erhöht. Damit würde der Sterrilisierungsdrang der PBoC gebremst.... aber es passt wohl politisch nicht ins Konzept.
    • bebby 06.08.2019 10:15
      Highlight Highlight Spannend ist auch, wie diejenigen Chinesischen Unternehmen, welche sich massiv in USD verschuldet haben, damit umgehen werden. Abgesichert ist davon nicht viel.
      Schliesslich ist der Rembimbi immer noch stark überbewertet und nicht unterbewertet...aber die PBOC wird nicht allzuviel Abwertung zulassen. Und dank den starken Kapitalkontrollen ist das auch machbar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Beat-Galli 06.08.2019 06:36
    Highlight Highlight Die USA machen pro Jahr seit ich mich erinnern kann 100 bis 800mia neue Schulden. Ein einziges Jahr nicht.
    Andere nennens Geld pressen.

    Ich nenne es Währungsmanipulation.

    Die ganze Welt wird erpresst mit der Entwertung des Dollars. Aber die Chinesen machens nicht mit
  • AdvocatusDiaboli 06.08.2019 06:30
    Highlight Highlight Diese Ansage der USA bringt rein nichts. Das China ein übler Währungsmanipulator ist war noch nie ein Geheimnis. Das nehmen leider alle gerne in Kauf, weil das Produzieren in China so extrem billig ist.
  • Therealmonti 06.08.2019 06:03
    Highlight Highlight Die USA machen doch schon seit zig Jahren Währungsmanipulation.
    • LLewelyn 06.08.2019 21:19
      Highlight Highlight Nunja, es gibt eine Theorie die besagt, dass Länder mit Reservewährung (und dazu zählt als Fluchthafen auch die Schweiz) grundsätzlich „Schulden“ machen können (einige sagen sogar „müssen“) um dem Rest eine Reserveposition zu ermöglichen. Seit Gold demonetisiert wurde, dient dazu der Dollar. Die Problematik liegt also grundsätzlich in der Ausgestaltung des Fiat-Geldsystems an sich.

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