Rassistisches Video belastet Post-Kadermann: «Die chaibe Schwarze loswerde»
Ein Video mit rassistischen Aussagen eines Post-Kadermanns sorgt intern für Unruhe bei der Schweizerischen Post. Wie der Blick berichtete, wurde der Redaktion eine Aufnahme zugespielt, die einen heute in leitender Funktion tätigen Post-Angestellten zeigt, wie er sich anlässlich einer privaten Feier abfällig über schwarze Personen äussert.
In der Aufnahme, die laut Angaben aus dem Umfeld im Jahr 2023 entstanden sein soll, spricht der Mann vor mehreren Personen und verwendet unter anderem das N-Wort. Zudem sagt er sinngemäss, es sei «unvernünftig», dass es in der Schweiz «so viele Schwarze» gebe, und erklärt, er wolle «dafür kandidieren, dass wir die chaibe Schwarzen loswerden». Dabei lacht er mehrfach.
Post distanziert sich und prüft arbeitsrechtliche Schritte
Die Schweizerische Post bestätigte gegenüber Blick den Vorfall und reagierte umgehend. Sprecher Patrick Stöpper sagte auf Anfrage, die Post distanziere sich «in aller Form» von den gemachten Aussagen. Zwar habe die betroffene Person im Video als Privatperson gesprochen und nicht in ihrer Rolle als Postangestellter, dennoch habe das Unternehmen interne Abklärungen sowie arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet.
Weiter erklärte Stöpper, der Mann bereue seine Aussagen und habe mehrfach beteuert, dass diese nicht seiner Gesinnung entsprächen. Zu möglichen Konsequenzen äusserte sich die Post nicht konkret und verwies auf Datenschutz- und Persönlichkeitsgründe.
Kadermann spricht von privater Situation und Racheaktion
Der betroffene Kadermann selbst nahm ebenfalls gegenüber Blick Stellung. Er räumte ein, dass einzelne Aussagen inhaltlich problematisch und verletzend seien. Diese seien jedoch in einer privaten, alkoholisierten und vertraulichen Situation gefallen, ohne jede Absicht einer Veröffentlichung. Die Aufnahme sei an einer privaten Geburtstagsfeier entstanden.
Als Grund für die Weitergabe des Videos an die Medien vermutet der Mann eine gezielte Racheaktion. Er spricht von einem laufenden arbeitsrechtlichen Verfahren gegen die Person, die das Video weitergeleitet habe. Ziel der Veröffentlichung sei nicht das öffentliche Interesse gewesen, sondern seine persönliche und berufliche Zerstörung.
Die Post wollte sich zu diesen Vorwürfen nicht äussern. Sprecher Stöpper hielt lediglich fest, dass sämtliche Meldungen intern geprüft würden und bei Bedarf Massnahmen erfolgten.
Kündigung noch offen
Unklar bleibt, welche arbeitsrechtlichen Folgen dem Kadermann tatsächlich drohen. Dieser erklärte zunächst, ihm sei von seinem Arbeitgeber eine Kündigung in Aussicht gestellt worden. Sein Anwalt stellte gegenüber Blick jedoch klar, dass bislang keine Kündigung ausgesprochen worden sei. Der Kadermann prüft seinerseits rechtliche Schritte gegen den Kollegen, der das Video weitergegeben hat. (ear)
