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Britische Wirtschaft fürchtet Abschaffung von EU-Regeln

Britische Wirtschaft fürchtet Abschaffung von EU-Regeln

24.11.2022, 22:31
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Die britische Wirtschaft befürchtet Turbulenzen durch eine überstürzte Abschaffung von EU-Regeln, die das Vereinigte Königreich nach dem Brexit zunächst beibehalten hat.

Mehrere Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften warnten am Donnerstag in einem gemeinsamen Brief, ein geplantes Gesetz, mit dem etliche übernommene Regeln und Standards aus EU-Zeiten ersatzlos auslaufen würden, berge das Risiko von «ernsthafter Verunsicherung und Störungen für Unternehmen, Beschäftigte und jene, die die Umwelt zu schützen versuchen».

Zu den beteiligten Verbänden zählte die Führungskräftevereinigung Institute of Directors wie auch der Gewerkschaftsdachverband Trades Union Congress.

Seit dem Brexit ist Grossbritannien in einzelnen Bereichen - etwa in der Landwirtschaft oder bei der Migration - von EU-Gesetzen abgewichen, hat aber bislang der BBC zufolge auch noch Tausende Regelungen beibehalten.

Die britische Kurzzeit-Premierministerin Liz Truss - Vorgängerin von Amtsinhaber Rishi Sunak - hatte mit ihrer Regierung versprochen, alle noch aus EU-Zeiten geltenden Regeln spätestens Ende 2023 auslaufen zu lassen und das Gesetz namens «Retained EU Law Bill» ins Parlament eingebracht. Auch Sunak hatte einst im parteiinternen Wahlkampf angekündigt, EU-Bürokratie abschaffen zu wollen.

Die Sorge der Verbände ist nun, dass Umwelt- und Tierschutzstandards, Arbeitnehmerrechte, Schutz vor Diskriminierung und viele andere etablierte Prinzipien unter die Räder geraten könnten. Dies könne die Wirtschaft destabilisieren und sogar für mehr Bürokratie sorgen. Man rufe die Regierung daher dazu auf, das Gesetz zu stoppen. (sda/awp/dpa)

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Die Briten schulden der EU Milliarden
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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sälüzäme
25.11.2022 00:18registriert März 2020
Schon tragisch das die Britten nach so vielen Jahren Mitglied immer noch nicht wissen wie die Regeln der EU zustande kommen.
Es ist genau wie bei uns, durch das Parlament welches von Lobbyisten "beraten" wird, auch von Britischen vor dem Austritt. Die Polemik über die Abschaffung zeigt nur dass die Politiker keinen blassen Schimmer haben wie es weitergehen soll denn sie können ja keine Lösungen vorweisen. Einfach etwas weg machen bedeutet es hat nachher nichts mehr und nichts haben ist meistens schlecht.
Kommt mir irgndwie bekannt vor, speziell eine Partei fürs Volch polemisiert genau gleich.
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mrmikech
25.11.2022 07:30registriert Juni 2016
Zurück in die viktorianische Zeit, als die Reichen reich und die Armen arm waren. Die natürliche Ordnung, wie sie die Libertären wollen.
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Gerd Müller
24.11.2022 22:53registriert August 2022
Zu spät. Der Brexit ist jetzt eine Religion, da zählen keine Fakten mehr.
Wenn die Wirtschaft geschädigt wird, dann ist das "a price worth paying".
Ganz im Sinne des ehemaligen Oberpriesters Boris Johnson: "F**k Business!"
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