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Mond-Mission «Artemis 2» feiert Rekord

In this photo provided by NASA, Commander Reid Wiseman looks at the Earth from a window aboard the Orion spacecraft Integrity during the Artemis II mission en route to the moon on Thursday, April 2, 2 ...
Noch nie waren Menschen weiter von der Erde entfernt.Bild: keystone

«Artemis 2»-Crew feiert Rekorde – und sieht Dinge, die zuvor noch kein Mensch gesehen hat

07.04.2026, 07:3307.04.2026, 09:46

Höhepunkt zur Hälfte der Mission: Die «Artemis 2»-Crew hat sich weiter von der Erde entfernt als je Menschen zuvor. Der Mond-Tag brachte für die Crew dutzende Highlights – und eine besondere Einladung. Hier die wichtigsten Punkte:

Die Astronautin und drei Astronauten knackten mit ihrer «Orion»-Kapsel den 1970 aufgestellten Rekord der «Apollo 13»-Mission von rund 400'171 Kilometern, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Am weitesten Punkt waren sie im weiteren Verlauf rund 406'771 Kilometer von der Erde entfernt.

Mit ihrer Mission wollten sie auch alle ihre Vorgänger in der bemannten Raumfahrt ehren, sagte der kanadische Astronaut Jeremy Hansen. «Wir wählen diesen Moment, um diese Generation und die nächste herauszufordern, sicherzustellen, dass dieser Rekord nicht lange hält.» Das Kontrollzentrum gratulierte den vier Crewmitgliedern.

US-Präsident Trump feiert Astronauten als «moderne Pioniere»

Einige Stunden später gratulierte auch US-Präsident Donald Trump der Crew bei einer Live-Schalte – und lud sie nach ihrer Landung auf der Erde zu einem Empfang ins Weisse Haus ein. «Ich freue mich darauf, euch im Oval Office zu sehen», sagte Trump. «Wie ihr wisst, war ich auch ziemlich beschäftigt in letzter Zeit, aber wir werden die Zeit finden.»

Bei dieser Gelegenheit werde er sie auch um ihre Unterschriften bitten, sagte Trump weiter. Das mache er nicht oft – «aber ihr seid wirklich etwas ganz Besonderes». Trump bezeichnete die Astronauten als «moderne Pioniere».

Neben dem Entfernungsrekord zur Erde flog die Crew – bestehend aus Hansen sowie der US-Astronautin Christina Koch sowie den US-Astronatuen Victor Glover und Reid Wiseman – am 6. Flugtag auch so nah am Mond vorbei wie zu keinem anderen Zeitpunkt während ihrer Mission. Die vier Crewmitglieder in der «Orion»-Kapsel näherten sich dem Erdtrabanten auf rund 6545 Kilometer. Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant.

Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat

Bei ihrem Flug um den Mond herum beobachtete die Crew den Himmelskörper rund sieben Stunden lang ganz besonders intensiv. Insbesondere auf der Rückseite des Mondes konnten sie dabei auch aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor mit den eigenen Augen gesehen hat.

Video: watson/nina bürge

Für rund 40 Minuten war es währenddessen für die Astronauten, wie vorab erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren. «Ich habe ein kleines Gebet gesagt, aber dann musste ich weitermachen», kommentierte Glover dazu eine entsprechende Frage von US-Präsident Trump. «Wir waren hier sehr beschäftigt und es war eigentlich sehr schön.» Unter anderem hätten sie mit kanadischen Ahorn-Keksen gefeiert. Es sei aber auch gut gewesen, anschliessend wieder von der Erde zu hören, sagte Koch. «Letztendlich entscheiden wir uns immer für die Erde. Wir werden uns immer für uns gegenseitig entscheiden.»

260406 -- WASHINGTON, April 6, 2026 -- Photo taken on April 6, 2026 shows the Moon seen from the Orion spacecraft. The crew of the Artemis II mission on Monday broke the record for the farthest distan ...
Die dunkle Seite des Mondes. Rechts die Seite, die wir von der Erde aus sehen, erkennbar an den dunklen Flecken.Bild: IMAGO

«20 neue Superlative» für Sonnenfinsternis im All

Gegen Ende des Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten – mit speziellen Brillen – sogar noch eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive von «Orion» hinter dem Mond verschwand. «Das ist nach wie vor völlig irreal», kommentierte Glover. «Wow, es ist unglaublich.» Menschen seien wahrscheinlich noch gar nicht entwickelt dafür, so etwas zu sehen. «Es ist wirklich schwer zu beschreiben. Es ist unglaublich.» Wiseman bat das Kontrollzentrum um «20 neue Superlative».

Die vier Crewmitglieder sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der Nacht zum Donnerstag (MESZ) an Bord der «Orion»-Kapsel mit dem Raketensystem «Space Launch System» vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben – und sind jetzt auf dem Rückweg zur Erde. Nach insgesamt rund zehn Tagen sollen sie Ende der Woche im Pazifik wieder auf der Erde aufkommen. «Wir fliegen zur Erde und sind bereit, euch heimzubringen», sagte die kanadische Astronautin Jenni Gibbons im Kontrollzentrum. Koch in der «Orion»-Kapsel sagte allerdings, sie sei eigentlich noch nicht bereit, wieder nach Hause zu fliegen.

In this image from video provided by NASA, the Orion Spacecraft, the Earth and the Moon are seen from a camera as the Artemis II crew and spacecraft travel farther into Space, Monday, April 6, 2026. ( ...
Die Sicht auf Mond und Erde, nachdem das Raumschiff seine grösste Entfernung vom Planeten Erreicht hat.Bild: AP NASA

Flugverlauf gleicht einer Acht um Erde und Mond

Für Glover, Koch und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch ist die erste Frau an Bord einer Mondmission der Nasa, Glover der erste nicht-weisse Mensch und Hansen der erste Kanadier.

Der Flugverlauf von «Artemis 2» gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen.

Der erste Mensch auf dem Mond war am 20. Juli 1969 Neil Armstrong. Als bislang letzter Mensch verliess im Dezember 1972 der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan mit der «Apollo 17»-Mission den Erdtrabanten. Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit den «Apollo»-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond. (nil/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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OrDa84
07.04.2026 09:56registriert August 2021
Statt die in diesem Zusammenhang völlig unwichtige "Einladung" der Orange hätte man noch erwähnen können, dass die Astronauten 2 Krater neu benannt haben. Einen nach der Orion Raumkapsel, in welcher sie grad sitzen, "Integrity" und einen nach Wisemans 2020 verstorbener Frau "Carroll". Das wären viel schönere News, als alles, was mit der Orange zu tun hat.
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Triumvir
07.04.2026 09:33registriert Dezember 2014
Einfach eine grossartige Mission. Die Amerikaner könnten so viel Gutes und Sinnvolles für unseren Planeten und dessen Bewohnerinnen und Bewohner machen, aber nein, ein Teil von ihnen führt lieber sinnlose und überflüssige Kriege. Schade...
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Fretless Guy
07.04.2026 10:16registriert Juli 2018
"Wie ihr wisst, war ich auch ziemlich beschäftigt in letzter Zeit..." Es wäre besser gewesen, er hätte nichts zu tun gehabt und hätte einfach Golf gespielt.
Aber selbst hier muss wieder ein riesengrosses ICH dazwischen grätschen.
Am ende wird er sich bestimmt damit brüsten, dass ER das alles ermöglicht hat und versuchen die Lorbeeren einzufahren.
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