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Kohlekraftwerke zahlen sich nicht mehr aus – Investoren riskieren 600 Mrd. Dollar



epa07937509 Foggy landscape with Coal-fired power station near Opatovice nad Labem, East Bohemia, Czech Republic, 20 October 2019.  EPA/FILIP SINGER

Ein Kohlekraftwerk in Labem, Tschechien. Bild: EPA

Investitionen in neue Kohlekraftwerke werden sich nach einer Studie der internationalen Initiative Carbon Tracker nicht mehr auszahlen. In allen globalen Märkten sei es mittlerweile günstiger, Strom aus neu zu errichtenden erneuerbaren Energieträgern herzustellen als aus neuen Kohlekraftwerken, heisst es in der Studie, die am Donnerstag in London verbreitet wurde.

Bis spätestens 2030 würden erneuerbare Energien auch bereits bestehende Kohlekraftwerke auf der Kostenseite ausstechen. Investitionen in Kohle drohten verloren zu gehen.

Damit stünden bei den Investoren mehr als 600 Milliarden Dollar im Risiko. «Kohlekraftwerke brauchen typischerweise 15 bis 20 Jahre, um ihre Kosten wieder einzuspielen», sagte Matt Gray, einer der Autoren der Studie. «Regierungen und Investoren laufen Gefahr, ihr Investment nicht zu refinanzieren.»

In Asien im Trend – in Europa das Gegenteil

Gegenwärtig arbeiten nach den Daten von Carbon Tracker weltweit fast 6700 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 2045 Gigawatt. Geplant oder bereits im Bau sind weitere 1046 Kraftwerke mit einer Leistung von 499 Gigawatt und einem Investitionsvolumen von 638 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte der geplanten neuen Anlagen würden in China oder Indien gebaut.

In Europa seien noch Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 7.6 Gigawatt geplant und einem Investitionsbedarf von 16 Milliarden Dollar, vor allem in Polen und Tschechien. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, müsste der Kohleverbrauch zur Stromerzeugung von 2010 bis 2030 um 80 Prozent fallen. Das würde bedeuten, dass bis 2040 jeden Tag ein Kohlekraftwerk auf der Welt geschlossen werden müsste. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tilman Fliegel 12.03.2020 10:28
    Highlight Highlight Gehört das nicht in die Rubrik "Good news"?
  • fools garden 12.03.2020 07:03
    Highlight Highlight Ich weine den Kohlekraftwerken sicher keine Träne nach, und dem dessen Kohle dort in Rauch aufgeht auch nicht.
    • Auric 12.03.2020 09:53
      Highlight Highlight Dann hast Du dich doch sicherlich auf der Abschalt-Prioritätsliste eingetragen,
      weil wenn mal wieder dunkelflaute ist und das Europäische Verbundnetz am Anschlag ist wirst Du vom Netz getrennt und minderst so die Last.

    • fools garden 12.03.2020 19:17
      Highlight Highlight Ich bin nicht der Richtige für dein Argument da ich mein halbes Leben auf Alphütten ohne Strom verbracht habe, daher bin ich natürlich auch recht Rückständig.
  • James Twenty 12.03.2020 06:05
    Highlight Highlight China hat jeden Winter eine noch schlimmere Luftverschmutzung in den Städten und neben der Industrie werden immer die Kohlenkraftwerke als Schuldige genannt. Und was ist die logische Konsequenz: man baut munter weiter diese Drecksschleudern.

    Angesichts solcher Zahlen (Indien ist natürlich keinen Deut besser) bezweifle ich wirklich stark, dass wir als Menschheit jemals die Klimaerwärmung in den Griff bekommen.
    • Auric 12.03.2020 11:33
      Highlight Highlight Nachdem wir Menschen am Klima aber garnichts ändern,
      Nachdem wir Menschen selbst wenn wir uns alle umbringen am Klima nichts ändern,

      Ist die Vorstellung irgend etwas davon in den "Griff" zu bekommen ziemlich abwegig.
  • Joe 'Barack America' Biden 12.03.2020 03:02
    Highlight Highlight "Mehr als die Hälfte der geplanten neuen Anlagen würden in China oder Indien gebaut."

    China, als ob selber schon nicht schlimm genug, baut zudem noch etliche Kohlekraftwerke in der dritten Welt.
    • Posersalami 12.03.2020 07:12
      Highlight Highlight Tja, wieso finanzieren wir nicht EE in der 3.Welt? Wieso finanzieren wir in der Schweiz so wenig neue EE? Aber China ist böse, auf China muss man mit dem Finger zeigen!!!

      Denk mal drüber nach!
    • Auric 12.03.2020 10:00
      Highlight Highlight Schrecklich, how dare they!

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