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Zuerst überlegen, dann twittern, sonst ...

Kommentar

«Nieder mit den Bösen!»: 5 Gründe, warum mich die Dauer-Empörung im Netz empört 

Achtung: Dieser Kommentar kann Spuren von politischer Unkorrektheit enthalten. Er kritisiert all die moralischen Zeigefinger, die im Netz schneller hochgestreckt werden, als Lucky Luke schiessen kann – eine Empörung über die Empörung.



«Empört Euch!», hatte 2010 der ehemalige französische Widerstandskämpfer und UN-Diplomat Stéphane Hessel verlangt. Er rief zum politischen Widerstand auf, zur gewaltlosen Revolte, zum zivilen Ungehorsam. Mit zornigen Worten verlangte er während der Finanzkrise, sich wieder auf die Menschenrechte zu besinnen, den Sozialabbau zu stoppen und vor allem dem Finanzkapitalismus den Garaus zu machen.

Mittlerweile ist die Empörung jedoch zum Dauerzustand geworden. Vor allem auf Social Media. Stets begegnet man auf Facebook oder Twitter jemandem, der sich gerade über ein Unrecht empört. Jüngst waren es beispielsweise die Streicheleinheiten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie galten einem palästinensischen Flüchtlingsmädchen, das sich vor der Abschiebung fürchtete und das dann, emotional aufgelöst, zu weinen anfing. Unter dem Hashtag #merkelstreichelt ging die moralische Entrüstung um die Netz- und Medienwelt: keine Empathie, diese Merkel. Da sieht man es mal wieder. Herzlos. Warum zeigt sie kein Mitleid? Warum sagt sie dem Mädchen nicht, dass es bleiben kann?

Es gab aber auch ein paar sehr lustige Interpretationen von Merkels Streichelauftritt.

Natürlich bringt Merkels Streicheln dem Mädchen nichts. Aber die Empörung oder ein paar Tausend Likes für einen besonders gelungenen Protest-Kommentar ebenso wenig. Vielleicht wird die Debatte kurz aufgenommen, um dann aber zugunsten der nächsten Empörung gleich wieder zu verstummen. Oder spricht jetzt noch jemand über das Schicksal von Reem Sahwil? Wie lange hält die Empathie, die bei Merkel so vermisst wurde? 

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«Ich habe keine Ahnung, worüber wir uns grad empören ...», aber he, mal mitmachen.  bild: imgur

Kritik ist wichtig und sie darf niemals abreissen. Aber ist diese reflexartige Empörung eine hilfreiche Art von Kritik? Verändert sie etwas?

Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit den eigentlichen Sachverhalten – im Fall von Merkel mit der traurigen Flüchtlingsproblematik – im Lärm der moralischen Entrüstung untergeht. 

Ich traue dieser Netz-Empörung nicht so richtig, ...

1) ... weil sie kurzlebig und letztlich wahllos erscheint. 

Hinter der einen Empörung lauert schon die nächste. War es gestern noch der fatale Fehlentscheid der KESB, so ist es heute die Tötung des simbabwischen Löwen Cecil

Hier ging der Shitstorm ein bisschen zu früh los. Steven Spielberg hat keinen Dinosaurier erlegt. Er hockt nur vor einem Roboter-Triceratops am Filmset von «Jurassic Park».

2) ... weil sie oftmals der Selbstbestätigung dient. 

Die Empörten erreichen in ihren Bubbles oft nur sich selbst. Sie sind sich einig darüber, wer die Bösen sind. «Dort, in dem eng begrenzten Raum der Gleichdenkenden, kann die Empörung umso höher kochen, desto weniger sie durch die kritische Zwischenfrage des Andersdenkenden geschwächt wird», formulierte es The European. So verhallen die Rufe nach Gerechtigkeit in den eigenen vier Wänden. Ausser die Medien schalten sich ein und machen einen solchen Shitstorm publik – und nicht selten stimmen wir dabei selbst den Ton moralischer Entrüstung an. 

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Webcomic von xkcd. SIWOTI (Someone Is Wrong On The Internet) nennt man den Drang, den eigenen Senf zu einer falschen oder unsinnigen Aussage abzugeben. bild: rationalwiki 

3) ... weil ihr der Beigeschmack von Konformität anhaftet. 

Der deutsche Journalist und Blogger Martin Weigert beschreibt das Phänomen so: «Der sicherste Weg, um sich im öffentlichen Onlinediskurs nicht die Finger zu verbrennen, ist die Übernahme aller internetspezifischen Populärmeinungen und der Verzicht auf jede Äusserung, bei der mit einer massiven Opposition zu rechnen ist.»

Wenn sich aber kaum einer mehr traut gegen den Strom zu schwimmen, weil einen am Ende statt Likes ein Shitstorm erwartet, wenn sich jeder, die in seinem virtuellen Freundeskreis genehme Meinung aneignet, sich dafür vielleicht auch ein bisschen in Selbstzensur übt, ergibt das dann nicht ein verzerrtes Bild der öffentlichen Meinung? 

4) ... weil sie die «Bösen» stigmatisiert und an den Pranger stellt. 

Diejenigen, die es aber dennoch wagen, ihre politisch unkorrekte oder unliebsame Meinung kundzutun, werden dafür hart bestraft. 

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Justine Sacco war PR-Beraterin und twitterte vor ihrem Abflug nach Johannesburg diese Worte. Als sie aus dem Flugzeug stieg, hatte sie ihren Job verloren.

Ungeachtet der Tatsache, dass viele dieser «Opfer» unsäglichen Stumpfsinn von sich geben, sollte man sich dennoch fragen: Ist es wünschenswert, dass der «Netzmob» Existenzen bedrohen oder gar zerstören kann, die offensichtlich in einen monströsen Fettnapf getreten sind, die schlicht einen unangebrachten Witz machten, aber letztlich keinerlei Bedrohung für die Menschheit darstellen? 

FILE - A Monday Oct. 8, 2001 photo from files of Dr. Tim Hunt, winner of the Nobel Prize for Medicine, in a laboratory in London. The Nobel Prize-winning British scientist has apologized Wednesday, June 10, 2015, for saying the

Dem Nobelpreisträger Tim Hunt ist das Lachen wohl inzwischen vergangen.  Bild: Alastair Grant/AP/KEYSTONE

Davor sind auch gestandene Wissenschaftler nicht gefeit, wie das Beispiel des britischen Nobelpreisträgers Tim Hunt zeigt. Er riss auf einer Tagung des Weltkongresses der Wissenschaftsjournalisten einen dummen Witz über die Zusammenarbeit mit Frauen im Labor. Der Spruch kostete ihn seine Professur am University College London.

«Du verliebst dich in sie, sie verlieben sich in dich und wenn du sie kritisierst, fangen sie an zu heulen.»

Tim Hunt

Natürlich gab es zwischen all den empörten Aufrufen auch jede Menge sehr lustige Kommentare. 

Ein renommierter Biochemiker, dessen Forschungen wichtige Impulse für die Krebsforschung lieferten, wird wegen eines Witzes um seine Ämter gebracht. Ein Nobelpreisträger wird geächtet, einer, der im Übrigen gar kein Chauvinist sei, sondern vor allem einen «skurrilen Humor» habe, wie Ingrid Wünning Tschol – die Initiatorin des Frauennetzwerks AcademiaNet – der Zeit verriet. Zum Glück sind damit die tatsächlichen Sexismus-Probleme aus der Welt geschafft. 

Der «Netzpöbel» ist zum Hüter von politischer Korrektheit, von Anstand und Gerechtigkeit geworden. Und dieses Mal haben wir die Unmündigkeit auch noch selbst gewählt. 

5) ... weil sie die Welt in Gut und Böse einteilt. 

Die Welt ist kompliziert, kalt und weit und sie wird durch die Globalisierung immer noch komplizierter, noch kälter (abgesehen von der Klimaerwärmung natürlich) und noch weiter. Um sie dennoch zu verstehen, bricht man sie herunter auf die einfache Formel: Gut versus Böse. Nur ist das der Anfang der Ideologie und das Ende des Nachdenkens. Die ernsthafte Reflexion wird durch das emotionsgeladene Getöse, die schnelle Entrüstung ersetzt, weil hier einseitige Schuldzuweisungen noch möglich sind. 

«Wenn man weiss, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.» 

Volker Pispers, deutscher Kabarettist

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Luzifer, der gefallene Engel. Gustave Dorés Ilustration für John Miltons «Paradise Lost». BILD: WIKIMEDIA

Ich will damit nicht sagen, dass die Empörung unwichtig ist. Im Idealfall wird mit ihrer Hilfe auf einen Sachverhalt hingewiesen, der sonst untergegangen wäre. Aber durch ihre Schnelligkeit und Kurzlebigkeit verrät sie sich allzu oft als oberflächlich. Wäre sie tatsächlich derart präsent in der Welt, wie sie im Netz ausgelebt wird, stünde an jeder Strassenecke ein Empörter, Schimpftiraden wären zu hören und rote Köpfe zu sehen. Aber da sind keine.

Ich will damit auch nicht sagen, dass politische Korrektheit unwichtig ist. Sprache als Ausdruck unseres Denkens ist mächtig, weil sie unsere Wahrnehmung strukturiert. Und genau deshalb können Wörter gefährlich werden: Wir sehen das immer wieder in der Politik, wo Worte die Ängste der Menschen bündeln, zum Beispiel dort, wo von «Überfremdung», von «Dichtestress» oder von «Asylchaos» geredet wird. Das klingt nach Wissenschaft, nach ausgewerteten Zahlen, nach Objektivität. Aber da ist keine. 

Wenn allerdings darüber diskutiert wird, ob man bei einem Spitzensportler davon reden darf, dass er sich zur Homosexualität «bekannt» habe oder ob das schon homophob sei, dann hat die Debatte ein Niveau erreicht, auf dem sich nur noch die Übersensibilisierten und Hyperkorrekten zu Hause fühlen. Dort, hoch über den eigentlichen Adressaten – den Schwulenhassern und religiösen Fanatikern – führen sie ihr exquisites Gespräch und befruchten dabei immer nur sich selbst. 

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Ein kleiner Witz zum Schluss. bild: imgur

Und nun, empört euch! 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Eifachöpper 05.08.2015 18:43
    Highlight Highlight Ich denke du hast die ganze Thematik relativ gut erklärt, nur warscheindlich nicht so wie du es wolltest. Denn jedes Individuum empört sich über etwas anderes und wenn dies der Fall ist dann möchte man seine Empörung kuntun. Dort wo der "einfache Bürger" einen Kommentar schreibt, benutzt ein Redaktor gleich eine Online Zeitung um sich über empörer oder darüber, dass zu viele andere Individuen seinen kleinen Hund beleidigen, zu empören. Somit wäre meine eigene mini Empörung zur Empörung über empörer vollbracht. Nun wünsch ich euch einen empör.. Äh schönen Abend allerseits!
    • Anna Rothenfluh 05.08.2015 19:22
      Highlight Highlight Erwischt. (Mist.) Die Paradoxie ist mir durchaus bewusst, es ist sowas wie die Empörung im Quadrat, was ich gemacht habe. Aber ich glaube, es ist trotzdem wichtig, dass man sich Gedanken macht über die teilweise gefährlichen Tendenzen der Netzkommunikation - und jetzt ist es halt in Form einer Empörungsempörung passiert.
  • ylva 05.08.2015 18:14
    Highlight Highlight schöner artikel, besten dank. mich beschäftigt dieses thema auch ungemein. wenn ich bei den roten und blauen empörungsbewirtschaftern auf einen empörten kommentar noch 1000+x däumchen sehe, wird ist mir jedes mal mulmig zumute.
  • rYtastiscH 05.08.2015 16:10
    Highlight Highlight Ist Watson schizophren? Mir ist klar, dass verschiedene Autoren hinter den Artikeln stehen. Es ist auch lobenswert, eigene Fehler einzugestehen und allfällige Korrekturen zu publizieren. Auch die Tatsache, dass Ihr oftmals zwei Artikel zu einem Thema bringt, halt mit subjektiven Sichtweisen, ist oft erfrischend. Doch würde ich mich als "hippes" Online-Newsportal, davon nicht zu weit distanzieren, sonst verliert Ihr die Glaubwürdigkeit gegenüber denen, die differenzieren können. Ihr lebt von der "Oberflächlichkeit", also steht dazu wie Ihr es sonst auch macht!
    • Lionqueen 05.08.2015 18:21
      Highlight Highlight Wieso bist du so wütend?
    • Pokerlady 07.08.2015 08:52
      Highlight Highlight Empörung über die Empörung über die Empörung. #firstworldproblems
  • Angelo C. 05.08.2015 16:05
    Highlight Highlight Super Artikel - gratuliere neidlos, echt kreativ - und ach so wahr 😄!

    Nebst etlichen anderen Passagen, haben es mir u.a. die beiden nachstehenden Zitate angetan :

    "Der deutsche Journalist und Blogger Martin Weigert beschreibt das Phänomen so: «Der sicherste Weg, um sich im öffentlichen Onlinediskurs nicht die Finger zu verbrennen, ist die Übernahme aller internetspezifischen Populärmeinungen und der Verzicht auf jede Äusserung, bei der mit einer massiven Opposition zu rechnen ist.»

    "Die Welt ist kompliziert, kalt und weit und sie wird durch die Globalisierung immer noch komplizierter, noch kälter (abgesehen von der Klimaerwärmung natürlich) und noch weiter. Um sie dennoch zu verstehen, bricht man sie herunter auf die einfache Formel: Gut versus Böse. Nur ist das der Anfang der Ideologie und das Ende des Nachdenkens. Die ernsthafte Reflexion wird durch das emotionsgeladene Getöse, die schnelle Entrüstung ersetzt, weil hier einseitige Schuldzuweisungen noch möglich sind."

    • Anna Rothenfluh 05.08.2015 16:14
      Highlight Highlight Vielen Dank!
  • Ikarus 05.08.2015 16:02
    Highlight Highlight Zur nr. 4, ist das nicht einen gewaltigen unterschied? Bei ihm wars nur ein witz den man lustigen finden kann, oder eben nicht und schlussendlich dürfte es auf nen kleinen prozentsatz zutreffen das es so abläuft. Sie hingegen hat gezeigt dass sie nicht fähig ist als pr beraterin mit den neuen medien umzugehen... Vorallem wo ist da der witz, mir zeigt es nur auf das sie nicht mit hirn gesegnet wurde..
    Ausserdem geht viel macht von den medien aus wie du schon schreibst, die entscheiden dann das es nicht interessiert was jetzt mit dem zahnarzt passiert weil sie lieber was neues bringen um die sensationsgeilheit der leute zu befriedigen.
    • rasca 05.08.2015 16:08
      Highlight Highlight Humor muss nicht immer politisch korrekt sein. Als PR Beraterin ist es tatsächlich nicht klug so einen Tweet abzusetzen, aber nur weil du dich von dem Witz auf den Schlips getreten fühlst, heisst das nicht, dass andere Menschen ihn nicht witzig finden können.
    • Anna Rothenfluh 05.08.2015 16:09
      Highlight Highlight Ich glaube, was du ansprichst, ist der Unterschied zwischen Sexismus und Rassismus, wobei das Zweite meist als "schlimmer" gewertet wird. Ich glaube aber, diese Sacco hat wirklich versucht, einen Witz zu machen. Er ging einfach so richtig in die Hose.
      Und ja, die Medien sind mittendrin.
    • Ikarus 05.08.2015 17:32
      Highlight Highlight Rasca der unterschied finde ich besteht in der tatsache das er aufgrund des shitstorms den job verlor, sie hätte ihn bei ner vernünftigen chefin sowieso verloren da dass als pr arbeiterin nicht passieren darf. Ich find seinen witz auch humorlos, nur hörste in jeder arbeitsstelle mit 10 männer und ne frau 100 mal sexisterische witze/kommentare als diesen satz. Vorallem wenns in einem männer dominierten umfeld ist, würde aber auch nicht behaupten das mann besser weg kommst mit 10 frauen im team;) die grösste macht bei der empörung haben trotzdem die medien, sie entscheiden was relevant ist und was nicht und beeinflussen sicher 50% der menschen damit.
  • P hilip 05.08.2015 14:53
    Highlight Highlight ...Please: Das ist ja als würdest Du dich über die Nässe bei Regen aufregen.

    Das Netz ist so und wird solange so bleiben wie jeder Anonym (oder auch nicht) seine Meinung kundgeben kann.

    Ob Du diese Nässe nun gut findest oder nicht ist Irrelevant.
    • rYtastiscH 05.08.2015 16:16
      Highlight Highlight Klasse Vergleich, musst ich schmunzeln :D

  • Snus116 05.08.2015 14:36
    Highlight Highlight Wie es Pic-Dump-Dave ausdrücken würde
    Benutzer Bild
    • Schreiberling 05.08.2015 15:07
      Highlight Highlight Pic-Dump-Dave does not approve. He never does.
  • Asmodeus 05.08.2015 14:22
    Highlight Highlight Und was sollen wir jetzt mit diesem Artikel anfangen?

    Wo liegt der Sinn des Ganzen?

    Auf wen kann ich jetzt sauer sein?
    Wer ist schuld?!
    SAG ES MIR VERDAMMT!
    Ich muss das doch wissen!! *empörs*
  • Howard271 05.08.2015 14:18
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel!

    Ich sage nur: KONY. Na, wer erinnert sich...?
  • saugoof 05.08.2015 14:16
    Highlight Highlight US Author Jon Ronson hat darüber neulich ein interessantes Buch geschrieben, "So you've been publicly shamed".

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

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