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Diese Autohersteller verschlafen die E-Mobilität komplett

CEO Geely Auto Indonesia Victor Gao stands next to a Geely EX5 electric car during Geely auto brand launch event marking the Chinese auto maker's re-entry to Indonesian market, in Jakarta, Indone ...
Der chinesische Autobauer Geely lässt die Konkurrenz alt aussehen.Bild: keystone

Diese Autobauer bringen die E-Mobilität voran – und wer sie komplett verschläft

Chinesische und europäische Autokonzerne bringen die E-Mobilität voran. Vor allem Geely kann sich im Innovations-Ranking verbessern, während ein bekannter Hersteller abstürzt. Das Schlusslicht bilden die Japaner.
22.01.2026, 10:2222.01.2026, 11:26

Die innovativsten E-Auto-Hersteller kommen laut aktueller Analyse des Center of Automotive Management (CAM) aus China und Europa. Mit Geely, VW-Konzern, BYD, SAIC und BMW sind chinesische und deutsche Hersteller an der Spitze unter sich. Dagegen zählen die US-Konzerne Tesla und General Motors (GM) im Elektro-Innovationsvergleich zu den Absteigern. Die japanischen Automobilhersteller wiederum seien in den vergangenen Jahren bei der Elektromobilität innovationsschwach geblieben.

Das sind die zentralen Ergebnisse des «Electromobility Report 2026», der seit zehn Jahren die Innovationsstärke von 36 Autoherstellern analysiert. Für die Bewertung sind primär aktuelle Fortschritte in den Bereichen Reichweite, Energieeffizienz und Ladeleistung zentral, aber auch Parameter wie Batterietechnologie und Softwareintegration.

Das Ergebnis auf einen Blick

Hersteller aus China und Deutschland sind bei der Elektromobilität innovativ. Japanische Autohersteller bleiben zurück.
Hersteller aus China und Deutschland sind bei der Elektromobilität innovativ. Japanische Autohersteller bleiben zurück.Bild: Center of Automotive Management

Die Gewinner

Von 2021 bis 2025 besonders innovativ sei der chinesische Geely-Konzern gewesen, zu dem Marken wie Volvo und Polestar gehören. Die Forscher streichen neue Batteriesysteme und Effizienzsteigerungen hervor, die dem Unternehmen 2025 zu einem starken Wachstum beim E-Auto-Absatz verhalfen. Geely rückte im Innovations-Ranking um fünf Ränge auf Platz 1 vor und verwies erstmals den VW-Konzern und den weltgrössten E-Auto-Hersteller BYD aus China auf die Plätze.

BYD bescheinigt die Studie Innovationsstärke bei der Entwicklung eigener LFP-Akkus, Schnellladesystemen mit einer maximalen Ladeleistung von 1000 kW und neuen E-Modellen mit 1000-Volt-Architektur. Dem VW-Konzern sei es gelungen, die Elektromobilität auf eine grosse Palette an Fahrzeugen verschiedenster Marken auszudehnen.

Den grössten Sprung nach vorn machte BMW auf Rang 5. Die Deutschen rückten um 8 Plätze vor. Im Zeitraum von 2016 bis 2020 lag BWM erst auf Rang 13 der innovativsten E-Auto-Hersteller. Rivale Mercedes-Benz verbesserte sich um vier Positionen auf Rang 6. Beide Premium-Hersteller lancierten zuletzt fortschrittliche Technologie-Plattformen für Elektroautos, die international als konkurrenzfähig gelten.

Die Verlierer

Der grösste Absteiger heisst Tesla: Der US-Autohersteller lag von 2016 bis 2020 auf Rang 1 der innovativsten Autobauer. Im Vergleichszeitraum 2021 bis 2025 reicht es nur noch für Rang 8, hinter Hyundai und knapp vor Renault. Teslas Innovationsleistung habe sich zwischen 2016 und 2025 «mehr als halbiert», schreiben die Forscher. Rang 8 heisst aber nicht, dass Tesla-Modelle nicht mehr konkurrenzfähig sind. Es heisst vielmehr, dass mehrere Rivalen in den letzten Jahren schneller Fortschritte erzielten, aber auch 28 Hersteller weniger innovativ waren. Einer davon ist General Motors. Der US-Autogigant fiel von Rang 5 auf Rang 10 zurück, während sich Renault um zwei Positionen auf Rang 9 verbesserte.

Japanische Hersteller wie Nissan, Honda und Mazda rangieren laut Studie «überwiegend im unteren Drittel des Elektro-Innovationsrankings». Toyota habe sich zuletzt verbessert, komme aber von 36 untersuchten Herstellern nicht über Position 18 hinaus und bleibe somit Mittelmass.

Das Fazit

Die Elektromobilität werde immer mehr von chinesischen und deutschen Herstellern geprägt, bilanzieren die Forscher. Die Chinesen würden den Ton angeben, aber die deutschen Hersteller «etablieren sich zunehmend als zweitstärkste Kraft». Die Innovationsstärke der US-Autobauer habe dagegen gelitten.

«Die Modelle der deutschen Autobauer besitzen im Bereich der Elektromobilität mittlerweile eine hohe Innovationsstärke und können es im technologischen Wettbewerb mit den ebenfalls enorm innovativen chinesischen Autobauern aufnehmen.»
Stefan Bratzel, Center of Automotive Management

Eine hohe Innovationsstärke wirkt sich positiv auf die Verkäufe aus. Innovationsführer Geely verkaufte 2025 über 60 Prozent mehr E-Autos als im Vorjahr, während der VW-Konzern und BYD jeweils rund 30 Prozent zulegten. Demgegenüber setzte Tesla knapp 10 Prozent weniger Autos ab.

Geely ist neu vor dem VW-Konzern der drittgrösste E-Autohersteller und könnte in diesem Jahr auch Tesla überflügeln.

(oli)

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bert Stein
22.01.2026 10:29registriert November 2020
Schön zu sehen, dass offenbar europäische Hersteller dabei sind, Boden gut zu machen.
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Neruda
22.01.2026 10:48registriert September 2016
Frage mich, wie lange die Japaner ihr Geld noch im Wasserstoff versenken wollen?

Während wir in Europa die Energieproduktion unabhängiger machen, wollen sich die Japaner in Zukunft von den Diktatoren im Mittleren Osten abhängig machen. Zudem sind E-Autos heute schon ökonomischer zu betreiben als solche mit Wasserstoffantrieb und der einzige Vorteil Reichweite, wird auch nicht mehr lange Bestand haben.

Dabei war Elektronik mal eine Stärke der Japaner!
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Barth Simpson
22.01.2026 10:39registriert August 2020
Für mich der grösste Fortschritt: Mittlerweile laden vor allem nachaltigere LFP-Akkus derart schnell und sind so energiedicht, dass sie auch für Langstrecken gar nicht mehr so gross und schwer sein müssen. Dies erhöht nicht nur die Effizienz und Nachhaltigkeit von Elektroautos zusätzlich, sondern macht sie auch leichter und deutlich kostengünstiger. Darum werden auch hybride Antriebe mit komplizierter und platzfressender Verbrennertechnik samt Schaltgetriebe, Tank und Abgasanlage immer weniger wichtig werden.
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