Der 5008 wurde erstmals 2009 als Minivan auf den Markt gebracht und wurde 2017 zu einem SUV. Mit seinen sieben Plätzen und dem guten Fahrgestell des 3008 konnte er die Gunst einer überwiegend familiären Kundschaft gewinnen und wurde neben dem VW Tiguan Allspace und dem Skoda Kodiaq, seinen Hauptkonkurrenten, zu einem der Leader dieses Segments.
Durch die Einführung des Elektroantriebs wird der 5008 mit dem Kia EV9, dem BYD Tang und in geringerem Masse (oberes Segment) mit dem Tesla Model X und dem künftigen Volvo EX90 in Konkurrenz treten.
Für diese dritte Generation hat Peugeot die Rezeptur des 5008 «II» beibehalten und die Plattform mit mehreren Antrieben des neuen 3008 übernommen. Somit wird der Katalog langfristig einen Hybrid-Benzinmotor mit 136 PS, einen Plug-in-Hybrid-Motor mit 195 PS sowie drei (!) 100 % elektrisch betriebene Versionen umfassen: 210 PS und 73 kWh Batterieleistung, 230 PS und 98 kWh sowie 320 PS und 73 kWh sowie Allradantrieb (zwei Motoren).
Jede dieser Motorisierungen wird in der «Allure»- und in der «GT»-Ausführung angeboten. Für unsere Probefahrt wurde uns nur die Elektroversion e-5008 mit 210 PS zur Verfügung gestellt.
Von der Front bis zur B-Säule sieht der 5008 exakt so aus wie sein kleiner Bruder 3008, auch was die Ausstattung und die Anordnung des Cockpits angeht.
Das Heck hingegen unterscheidet sich stark mit seinem deutlich weniger geneigten Verdeck, was sich vorteilhaft auf Komfort und Ladevolumen auswirkt. Was die Optik betrifft, so wird dieses massivere Profil durch eine Aluminiumleiste in Form eines Hockeyschlägers wieder ausgeglichen, der entlang der Dachlinie verläuft und durch die seitliche Schutzhülle begrenzt ist.
Zu den Abmessungen: Der 5008 dehnt sich gegenüber dem 3008 um 25 cm aus und erreicht eine Länge von 4,79 m. Damit bleibt er gegenüber seiner Konkurrenz recht kompakt, die bei bestimmten Modellen locker die Fünf-Meter-Marke überschreitet. Der Grossteil dieser Verlängerung kommt dem Radstand (+ 16 cm, auf 2,90 m) zugute, um den beiden Sitzen der dritten Reihe und dem Zugang dazu den nötigen Platz einzuräumen. Zudem gibt es auch längere Hintertüren.
Unabhängig von der Motorisierung verfügt der 5008 über sieben Sitzplätze. Die Fahrgäste der zweiten Reihe verfügen jetzt über eine 60/40-Schiebesitzbank (gegenüber drei einzelnen Sitzen bei der Vorgängergeneration) mit 40/20/40-Rückenlehnen.
Auch die Flugzeug-Klapptische und die sehr praktischen Stützen im Fussbereich der Fahrgäste sind verschwunden. Durch diese wenigen Änderungen wurde die Zugänglichkeit der Reihe 3 durch das automatische Kippsystem der Reihe 2 verbessert. Ausserdem haben die Klappsitze des Vorgängermodells Platz gemacht für richtige Sitze, die weiterhin klappbar sind und einen ganz flachen Boden für die Füsse haben. Eine klare Verbesserung, durch die sich 1,80 m grosse Fahrgäste nicht mehr so eingeengt fühlen werden.
Was den Kofferraum betrifft, bietet der 5008 ein Fassungsvermögen von 348 Litern in der 7-Sitzer-Konfiguration, 916 Litern in der 5-Sitzer-Konfiguration und bis zu 2232 Litern in der 2-Sitzer-Konfiguration dank eines cleveren Doppelbodens.
Bedauerlich ist hingegen, dass es keinen «Frunk» (Stauraum unter der Motorhaube) gibt, um dort zumindest Ladekabel zu verstauen, was praktisch wäre, wenn der Kofferraum mit Gepäck gefüllt ist.
Diese Einstiegsversion, der e-5008, verfügt somit über die gleiche mechanische Kupplung wie der auf diesen Seiten getestete e-3008. Es gibt also einen Motor mit 210 PS und einer 73-kWh-Batterie, die auf dem Papier eine Reichweite von 415 bis 545 Kilometern verspricht. Das sind ordentliche Zahlen.
Allerdings hat der e-5008 über 100 kg mehr Gewicht als der e-3008 bei gleicher Motorisierung (zwischen 2293 und 2408 kg Leergewicht, je nach Ausstattung). Das macht sich vor allem bei der Beschleunigung bemerkbar, die ehrlich gesagt noch nie besonders beeindruckend war. Der e-5008 benötigt übrigens 9,7 Sekunden, um auf 100 km/h zu kommen, während der e-3008 8,8 Sekunden benötigt.
Auch bei der Dämpfung gibt es einen grossen Unterschied. Der e-5008 setzt mehr auf weichere Einstellungen als sein kleiner Bruder, und die bewährte Dynamik der Vorgängergeneration gehört der Vergangenheit an. Der grosse SUV zeigt sich schwerfällig, mit einer bemerkenswerten Trägheit bei Richtungswechseln und Fahrten durch Kurven. Dafür begünstigt der längere Radstand eine höhere Kurvenstabilität. Der e-5008 wird sich also vor allem mit der Fahrweise eines «guten Familienvaters» verdient machen. Klar, so ist ja auch seine Bestimmung.
Hinsichtlich des Verbrauchs zeigt der Bordcomputer auf unserer besonders flachen Strecke einen Durchschnitt von 18,8 kWh auf 100 km an. Das ist ganz ordentlich und lässt unter reellen Bedingungen mit einer Ladung etwa 400 Kilometer Reichweite zustande kommen. Peugeot kündigt ausserdem 300 km auf der Autobahn bei 130 km/h an. Ein Routenplaner – in Verbindung mit der dazugehörigen MyPeugeot-App – zeigt die benötigten Ladepunkte je nach Batterieleistung beim Start und bei der Ankunft, das Verkehrsaufkommen, die Art der benutzten Strassen und die verfügbaren Ladestationen während der Fahrt.
Wird hingegen eine Wärmepumpe für Klimaanlage bzw. Heizung serienmässig mitgeliefert, verzichtet der e-5008 vorerst auf die Vorkonditionierung der Batterie, was besonders nützlich für das schnelle Aufladen ist. Diese Ausstattung sollte bei einer künftigen Aktualisierung der Fahrzeugsysteme verfügbar sein. Wenn es ans Aufladen geht, beträgt die maximale Leistung beim e-5008 160 kW, sodass der Ladestand innerhalb von etwa 30 Minuten von 20 auf 80 % kommt.
Der Peugeot 5008 kommt angesichts der Gesamtleistungen mit attraktiven Preisen daher: ab 42'100 Franken für den Hybridantrieb mit 136 PS, 48'400 Franken für den Plug-in-Hybrid mit 195 PS und 51'000 Franken für den Elektroantrieb mit der Grundausstattung «Allure». Für die «GT»-Ausführung kommen noch 4200 Franken hinzu.
Neben dem Komfort und der Modularität, die der 5008 bietet, ist dies ein weiteres wichtiges Kaufargument – trotz der Einbussen durch das etwas höhere Gewicht sowie bei der Effizienz und beim globalen technologischen Niveau. Das Fahrzeug kann sich dennoch sehen lassen, da das Minimum, das heute von einem Elektrofahrzeug dieses Kalibers erwartet wird, vorhanden ist.