Leben
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Emma Amour

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»



Liebe Emma

Ich bin seit fünf Jahren glücklich mit meinem Freund zusammen, letztes Jahr sind wir zusammengezogen und auch das Zusammenleben läuft toll. Wir verstehen uns super, können über alles reden und der Sex ist auch gut. Nun aber zu meinem Problem.

Langsam wird das Thema «Heirat» aktuell. Er meinte, dass ich so im sechsten Jahr vielleicht mit einem Antrag rechnen könnte, wir sind jetzt im sechsten Jahr. Ich bin ganz schrecklich klassisch. Ich wünsche mir zusammenkommen, zusammenziehen, Antrag mit Kniefall, Traumhochzeit, Weltreise, Haus und Kinder.

Obwohl ich also heiraten will, kriege ich jetzt Panik. Was, wenn der Antrag unromantisch und unpassend ist? Woher weiss man, dass man jetzt so weit ist? Woher weiss ich, dass ich wirklich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen möchte?

Ich kann es mir eigentlich nicht anders vorstellen. Doch wie kann ich mit Mitte zwanzig einen «Vertrag» für eine Zeitspanne unterschreiben, die das Doppelte meines bisherigen Lebens umfasst?

Klar, man kann sich immer wieder scheiden, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache, oder? Woher weiss ich, dass ich das alles will? Ändert eine Hochzeit etwas zwischen uns?

Auch bezüglich meines Freundes mache ich mir Gedanken. Ich möchte, dass er mir einen Antrag macht, weil er es fühlt und nicht, weil er weiss, dass ich gerne einen Antrag möchte.

In meinem älter-erwachsenen Umfeld habe ich nur Singles, pragmatisch geschlossene Ehen und geschiedene Paare. Nicht grad die besten Ratgeber für mein Anliegen, wie mir scheint.

Ich glaube, das ist ein Luxusproblem, aber ich hoffe dennoch, dass du ein paar Zeilen für mich findest. Auch wenn du selbst nicht verheiratet bist (oder?), hast du doch vielleicht Erfahrungen mit solchen Dingen von Freunden und Freundinnen in deinem Umfeld?

Danke dir und liebe Grüsse,
Nathalie

Liebe Nathalie,

beim Lesen deiner Zeilen musste ich schmunzeln. Deine Fragen klingen in der Tat wie eine Mini-Panikattacke. Ich will das null schmälern, ins Lächerliche ziehen oder überbewerten. Im Gegenteil, ich denke, dass all die Fragen, die du dir jetzt gerade stellst, sehr normal sind für jemanden, der sich mit seiner Hochzeit auseinander setzt.

Da ich selber ledig bin und Heiraten nicht zu den Dingen gehört, die ich in diesem Leben unbedingt erlebt haben will, kann ich dir nicht aus eigenen Erfahrungen berichten. Ich will dich aber wissen lassen, was mir bei der ein oder anderen Frage durch den Kopf gegangen ist, die du hier stellst.

Allen voran bei der Frage, was, wenn der Antrag nicht «gut genug» ist quasi. Also zu wenig romantisch. Ich kann gut verstehen, dass du vom tollsten Antrag träumst, den die Welt je gesehen hat. Und da dich dein Freund schon seit fünf Jahren kennt und genau weiss, worauf du stehst, bin ich guter Dinge, dass er dich nicht enttäuschen wird.

Aber selbst wenn. Selbst wenn der Antrag dann doch nicht so ausfällt wie in deinen kühnsten Träumen, will ich jetzt schon Partei für deinen Freund ergreifen: Viel wichtiger als wie der Antrag selber ist, ist doch der Mensch, der dir den Antrag macht. Wenn du es also irgendwie schaffst, dich hier ein bisschen von deinen sehr hohen Erwartungen zu lösen, wäre das sicher nicht schlecht.

Ob eine Hochzeit alles zwischen euch verändert, kann ich dir nicht sagen. Das kommt ganz auf euch und was ihr daraus macht an. Ich kenne Paare, die sagen, dass sie sich nach dem Ja-Wort noch näher waren. Und ich kenne Paare, die sagen, es habe sich absolut nichts verändert.

Zusammenfassend habe ich von aussen das Gefühl, dass du deinen absoluten Jackpot gefunden hast, mit dem du deinen Traum leben willst und kannst. Und dass du jetzt einfach kurz etwas kalte Füsse kriegst, was sehr normal und okay ist.

Vielleicht geht es ihm ja genau gleich. Dann könntet ihr dem Monster so ein bisschen die Fratze nehmen, darüber reden, lachen und euch null unter Druck setzen.

Das wünsche ich euch von ganzem Herzen. Das, einen schönen Antrag, eine tolle Hochzeit und wunderbare Kinder.

Go for love!

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Apropos Hochzeit ... Hier ein paar «interessante» Bilder aus Russland!

8 Hochzeitsgäste des Grauens:

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

Emma Amour ist ...

… Stadtmensch, Single, Mitte 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deiner Fragen annimmt. Und keine Sorge: Du wirst mit deinen Fragen anonym bleiben – so wie auch Emma. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

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Das bin nicht ich, aber so würde ich als Illustration aussehen. Öppe. bild: watson

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