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Emma Amour: Fucking hell, sind wir schwanger!?

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bild: shutterstock / watson
Emma Amour

Fucking hell, sind wir schwanger!?

Mein Zyklus ist launisch. Mal lang, mal kurz, mal easy, mal Pain. Was er nie ist, ist viiiiiel zu lang. Ausser neulich. End of Story? Drei Schwangerschaftstests in drei Stunden!
30.09.2022, 10:1601.10.2022, 22:18
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Eine unsexy Tatsache vorab: Meine Frauenärztin findet, dass man in «Ihrem Alter, liebe Frau Amour», nicht chemisch verhüten sollte, sofern die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist.

Bei Sandro und mir ist es definitiv so, dass die Familienplanung nicht abgeschlossen ist. Sie ist nicht mal beschlossen. Das einzige, das wir züchten, ist Hanf. Neulich haben wir einen Samstag damit verbracht, mit viel Liebe kleine herzige Hanfsämli auf seinem Balkon zu pflanzen.

Näher sind wir bis jetzt nicht an die Familienplanung gekommen. Zumindest ausserhalb des Bettes nicht.

Im Bett ist es also so, dass wir mit Gummis verhüten (sollten). Haha! Klappt, nun, nicht immer gaaaanz so gut. Schlimm finden wir das nicht. Sollte ich nämlich tatsächlich schwanger werden, ist das okay. Da sind wir uns einig. Aber so richtig drauf ankommen lassen, nein, das tun wir nicht.

Und dann war auf einmal die Kondom-Packung leer ...

Da kennen wir andere Kaliber. Kampfvögeln bis zum Goof. Hat sie den Eisprung, muss er über Mittag nach Hause und ran. Schlimm. Die Frauenärztin dazu: «Ja, so läuft das halt ab einem gewissen Alter, Frau Amour, da ist Kinderkriegen ein harter Job.»

Sandros und mein Sex ist kein harter Job. Sandros und mein Sex ist nach wie vor super. Und weil das so ist, hatten wir neulich zwei Wochen hintereinander jeden Tag mindestens einmal Sex. Und dann war halt die Kondompackung alle.

Aber hey, was soll schon passieren? «Ab einem gewissen Alter, Frau Amour, da ist das Kinderkriegen ein harter Job!»

Spulen wir vor. Bis zu dem Moment, als mir neulich meine Mens-App eine Push-Nachricht schickte: «Ihre Menstruation ist zwei Wochen überfällig.»

Immerhin habe ich schon die Baby-Namen ready!

Kleiner Satz. Grosse Bedeutung. Grosse Panik.

Ich schick Sandro einen Screenshot.

«Bub nennen wir Kanye West, Mädchen Queen Latifah!»

Zwei Stunden später stehen wir in der Apotheke. Vor uns ein Regal voller Schwangerschaftstests. Wir kaufen drei verschiedene. Wollen ja sicher gehen.

In der Zwischenzeit sind meine Brüste grösser geworden und tun weh. Ausserdem ist mir schlecht und ich habe Lust auf Essiggurken und Nutella. Bin ja jetzt schwanger.

Scheisse. Sind wir schwanger?

Sandro nimmt's easy. Hat ein, zwei Feierabendbier intus. Und fände «eine kleine Emma» herzig!

Wo sie wohnen soll, weiss er aber auch nicht. Was er aber weiss, ist: Weder Sandro noch ich wollen aktuell zusammenziehen.

Mein Single-Leben zieht an mir vorbei ...

Bei mir daheim gehe ich aufs WC. Muss in den Becher pinkeln. Kein Tropfen kommt aus mir raus. Voilà, das Herdöpfeli macht schon Mätzchen.

Jetzt schon vermisse ich mein altes Leben. Die Freiheit. Den spontanen Sex.

Ich trinke einen Liter Wasser. Es kommt immer noch nichts.

Mein Puls ist hoch. Meine Hände feucht.

Sandro sitzt zufrieden in der Küche und isst Thai. Wie kann er nur?

Irgendwann kann ich.

Wir müssen jetzt ein paar Minuten warten, ob das Teststäbchen ein oder zwei Striche zeigt.

Eines wäre super. Da wäre ich nicht schwanger.

Zwei wären aber vielleicht auch toll. So easy nebenbei schwanger werden. Nicht planen. Mit dem Flow gehen. Sehr Sandro und ich.

Krasse Gefühlsachterbahn.

Auf dem Höhepunkt der Warterei weine ich. Voilà, die Schwangerschaftshormone.

Jetzt muss ich sogar noch weinen!

Sandro nimmt mich in den Arm und versichert mir, dass egal, wie es kommt, es super kommt. Und er da ist. Und wir das nicht nur schaffen, sondern super machen werden.

Jetzt weine ich, weil ich grad so verschossen bin in ihn. Dann sehe ich die Bierdosen, die sich auf meinem Balkon stapeln und die er immer noch nicht entsorgt hat. Jetzt weine ich erst recht.

Nach ein paar Minuten ist Sandro der Erste, der auf den fucking Stab schaut. Und etwas zu lange schweigt.

«Alles gut, nicht schwanger!», sagt er.

Ich juble.

Er nicht so richtig!

Vielleicht hat meine Frauenärztin gar nicht so unrecht. Vielleicht ist Kinderkriegen, «liebe Frau Amour», wirklich ein harter Job. Hier und jetzt aber ist auch gerade-keine-Kinder-kriegen ein harter Job, «liebe Frau Doktor».

Dann doch lieber Hanf-Pflänzli. Da wachsen übrigens schon kleine herzige Blättli aus der Erde. Unser Stolz ist gross. Man muss dennoch keine Angst haben, dass man jetzt auch von uns noch ein Geburtskärtchen bekommt, von dem man nicht weiss, was man damit machen soll.

Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Liebe Grüsse,

eure Noch-nicht-Milf!

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bild: watson
Emma Amour ist ...
... mittlerweile 40 Jahre alt, hat es nach tausend Jahren des Hin und Hers tatsächlich geschafft, eine Beziehung mit Suff-SMS-Sandro nicht nur einzugehen, sondern sie sogar mehr oder weniger stabil zu führen! Emma wohnt im Zürcher Kreis 5 (wahrscheinlich für immer) und Sandro im Kreis 3. Zusammenziehen wollen sie nicht, aber sag niemals nie – ausser zu seinem Bierdosenberg, dazu sagt Emma ganz klar «nie in meiner Hütte». In diesem Blog nimmt euch Emma mit in ihr Beziehungsleben und plaudert alles aus, selbst die schlechten Seiten – wohl wissend, dass Sandro mitliest. I love you, SSMSS! Also lehnt euch zurück und geniesst die etwas *erwachsenere Emma!

*Ein bisschen Spass, ihr wisst schon …!

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239 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Turicensis
30.09.2022 10:33registriert Januar 2021
Im September Hanfsämli auf dem Balkon pflanzen? Das wird aber nix...
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The Twelfth
30.09.2022 10:36registriert Juni 2020
Vielleicht seid ihr etwas zu ambitiös.
Es spricht doch nichts dagegen, wenn (überhaupt) zuerst mal nur jemand von euch schwanger wird. Beide gleichzeitig ist schon hart.
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olmabrotwurschtmitbürli #wurstkäseszenario
30.09.2022 10:44registriert Juni 2017
Familienhund incoming...
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«Zieh was an, dann können wir die Heizung runterdrehen!»
Energietechnisch richtig ideal in Sachen Heizen und Lüften läuft das bei mir nicht, sagt der Experte. Vor allem die ständig gekippten Fenster in fast allen Räumen sind ihm ein Dorn im Auge. Schaffen es die Teenager und ich, uns an seine Empfehlungen zu halten?

Aber fangen wir mal mit dem in meinen Augen einfacheren Thema an. Heizen. 20 Grad im Wohnzimmer, sagt der Experte. Ich bin eh die Einzige, die sich länger hier aufhält, im Homeoffice ziehe ich bei Bedarf einen Pulli und Socken an, beim Fernsehen liegt eine Decke bereit. Check. 23 Grad im Bad. Vom warmen Wasserstrahl zum kuscheligen Handtuch reicht eine Armlänge, da erfriert man nicht zwischendurch. Check. 17 Grad in Schlafräumen. In meinem Schlafzimmer bin ich eh nur zum Schlafen, ich nenne zwei Decken und gefühlte zwölf Kissen mein Eigen, also null Problem. Check.

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