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Einige Antibiotika-Resistenzgene machen Erreger aggressiver

Einige Antibiotika-Resistenzgene machen Erreger aggressiver

23.04.2026, 09:4623.04.2026, 09:46

Gewisse Antibiotika-Resistenzgene sind eine doppelte Gefahr: Sie machen Bakterien nicht nur widerstandsfähig gegen Antibiotika, sondern erhöhen auch deren krankmachendes Potenzial. Das zeigt eine neue Studie aus Freiburg.

Die Forschungsergebnisse seien in der Fachzeitschrift «mBio» veröffentlicht worden, teilte die Universität Freiburg (Unifr) am Donnerstag mit.

Die Wissenschaft ging bisher davon aus, dass der Erwerb von Resistenzgenen für Bakterien mit hohen Energiekosten verbunden ist. Die Forschungsgruppe um Laurent Poirel von der Unifr widerlegte diese Annahme nun.

In Versuchen mit dem Bakterium Escherichia coli untersuchten die Forschenden Gene, die den Bauplan für sogenannte AmpC-Enzyme enthalten. Diese Enzyme verleihen dem Bakterium eine Resistenz gegen häufig eingesetzte Antibiotika.

Die Forschenden wiesen nach, dass bestimmte Varianten dieser Gene die Physiologie des Bakteriums verändern. Anstatt Energie zu sparen, indem sie die Produktion von Fortbewegungsorganen drosseln, kurbelten die Bakterien mit diesen Genen die Produktion dieser Organe an.

Dadurch wurden die Bakterien mobiler – das macht die Erreger gefährlicher. Sie können sich am Infektionsort besser vermehren und ausbreiten.

Diese Ergebnisse sollen laut der Universität den Weg für weitere Forschung ebnen. Ziel sei es herauszufinden, welche der zahlreichen Resistenzgene ebenfalls eine solche doppelte Wirkung haben. In Zukunft könnten so gezielt Medikamente entwickelt werden, welche die krankmachende Wirkung der Bakterien senken. (sda)

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