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Influencerin Chiara Ferragni setzt mit Nacktkleid wichtiges Statement

Italiens Star-Influencerin Chiara Ferragni setzt mit Nacktkleid Statement

Mit drei verschiedenen Kleidern setzt Chiara Ferragni ein Statement: Der Körper der Frau darf niemals Hass oder Scham hervorrufen.
09.02.2023, 11:2810.02.2023, 23:24
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Chiara Ferragni ist einer der mächtigsten Frauen Italiens, die in ein Kleid schlüpfte, das den Sündenfall symbolisiert – einen der mächtigsten Mythen der Menschheit.

Am bedeutendsten Musikfestivals Sanremo Italiens zeigte sich das Model in verschiedenen Kleidern, welche alle die Rolle der Frau thematisierten. Auf dem ersten Kleid steht auf der Stola: «Pensati Libera», was auf Deutsch so viel bedeutet wie «Denke frei».

Jedes Kleid hat einen eigenen Namen

Chiara Ferragni nennt es ein «Manifest-Kleid», das Frauen dazu inspirieren soll, sich frei zu fühlen, aus der Rolle herauszutreten, die ihnen als Gesellschaft auferlegt wird.

«‹Pensati libera› ist allen Frauen gewidmet, die sich einfach wie sie selbst fühlen wollen, ohne beurteilt zu werden.»
Chiara Ferragni

Pensati Libera – ist eine Hommage an ein Graffiti, das nach einem undatierten Frauenmarsch in Genua aufgetaucht ist.

Bild
bild: lavocedigenova

Die Geschichte des zweiten Kleids reicht weiter zurück. Sehr viel weiter. Bis in biblische Zeiten — weit zurück, an den Anfang der Schöpfungsgeschichte.

Ode an die Schönheit des weiblichen Körpers

In einem mit Tausenden von Mikrokristallen besetzten, transparenten Kleid trat Chiara Ferragni auf die Bühne. Das Kleid soll Eva darstellen, die erste Frau in der Bibel.

Video: instagram/chiaraferragni

Gleich zu Beginn ihrer Rede versicherte sie dem Publikum, dass sie nicht nackt vor ihnen stehe: Bei den Nippeln sowie beim Bauchnabel handle es sich um eine im Kleid eingenähte Attrappe. Die Botschaft des Kleides:

«Diese Illusion der Nacktheit soll alle an das Recht und die Gleichheit der Geschlechter erinnern, sich zu zeigen, sich zu entblössen, ohne sich verurteilt oder schuldig fühlen zu müssen.»

Das Kleid sei eine Ode an die Schönheit des weiblichen Körpers, in einer Zeit, in der in einigen Ländern der Welt die Rechte von Frauen bedroht sind, ihnen die Freiheit, zu studieren und zu arbeiten, genommen und ihr Recht auf ein friedliches Leben durch Krieg mit Füssen getreten wird, schreibt die Unternehmerin auf Instagram.

Das Kleid soll an das Gemälde «Adam und Eva im Paradies» von Lucas Cranach erinnern, welches Eva mit einem Apfel – dem Symbol der Sünde – zeigt.

Bild
bild: instagram/chiaraferragni

Zuletzt zeigte sich die Italienerin in einem Kleid gegen Hass. Auf das weisse Kleid seien Hassnachrichten gestickt worden, mit denen Chiara Ferragni täglich konfrontiert werde, wenn sie sich freizügig zeige. Eine der Nachrichten lautet «A breve un porno» (demnächst ein Porno).

Das Publikum berührte die 35-Jährige aber vor allem mit ihrem «Brief an sich selbst als Kind»:

Brief an mich selbst

«Hallo Baby, ich habe beschlossen, dir einen Brief zu schreiben, und ich bin gerührt, wenn ich an dich denke, ich weiss nicht warum. Vielleicht vermisse ich dich oder vielleicht will ich dir einfach mein Leben zeigen: Viele Leute kennen mich und schätzen mich, auch wenn mich nicht jeder mag. Aber ich mag mich und das ist ein Anfang.

Denn ich hatte das Gefühl, nicht genug zu sein. Ich würde dich gerne fest umarmen, weil ich schlecht von dir und mir gedacht habe. Das hast du nicht verdient. Du bist genug und warst es immer.

Kleine Chiara, du wirst erwachsen werden, es wird Glück und Traurigkeit geben, aber lebe all diese Momente, weil sie Teil deiner Reise und von dir sind.

[ ]

Feiere deine Erfolge immer und mache dich nicht klein: Wir Frauen machen uns klein vor unsicheren Männern und werden als Nonne oder Schlampe bezeichnet. Aber eine Frau zu sein ist keine Grenze, gemeinsam mit anderen Frauen können wir uns verändern. Ich versuche es, zweifle nicht, kleine Chiara, alles wird gut, sei stolz auf dich.»

Der meistgelikte Kommentar unter dem Bild, das an Eva, die erste Frau, die in Verbindung mit Scham gebracht wurde, lautet: «Ich habe geweint. 😢 Gut gemacht Chiara!»

(cst)

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80 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mama Jo
09.02.2023 13:55registriert November 2022
Ich verstehe eifach nicht, warum man wenn man für die Anerkennung und Respekt vor Frauen eintritt, nackt sein muss? Ich möchte als "hundsgewöhnliche" Frau anekannt und respektiert werden und eben nicht wieder auf die Körperlichkeit reduziert werden. Für mich sind solche Kleider ein Wiederspruch. Oder mir fehlt einfach das Verständniss für die Aussage solcher Kleidung?!?
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Kid Baba
09.02.2023 13:54registriert Januar 2023
Am Ende ist es leider doch nur reine Selbstdarstellung getarnt unter gesellschaftlich aktuellen Thema das gerade überall polarisiert. Nichts neues und so fake wie die Nippel.
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nichtMc
09.02.2023 13:28registriert Juli 2019
Ich persönlich verstehe das Konzept der Influencer immer noch nicht (ausser natürlich die persönliche Vermarktung).
Ich kann nicht nachvollziehen, dass es Leute geben soll, die sich diese Posts anschauen und denken „oh, wow, wenn sogar die/der xy macht, dann will ich auch.“
Ich verstehe aber auch generell solche Fan-Kulturen/Personenhörigkeiten nicht. Klar bewundere ich bspw. Gandhi, aber ich würde mir nie ein Zitat von ihm irgendwo aufhängen.

Liegt vielleicht an meiner Erziehung und ich sollte mich mal wieder bei meinen Eltern dafür bedanken.
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So mies wird das Wetter am Wochenende, aber wir hätten da ein paar Ideen für dich

Die Badehose war schon entstaubt, der Grillplatz gereinigt. Und nun kommt doch der Winter zurück. Die Schweiz hat gerade mit Minimaltemperaturen um den Gefrierpunkt zu kämpfen. Der April zeigt sich also wieder von seiner widerspenstigen Seite.

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