Neue Studie zeigt, dass Mode-Trends alle 20 Jahre wieder zurückkommen
Ob Miss-Sixty-Jeans, Ed-Hardy-Shirts oder Choker-Ketten: Vieles, was mal im Trend war, sieht man Jahre später wieder im Kleiderschrank der Kinder. Forschende der Northwestern University wollten diesem Phänomen genauer auf den Grund gehen – und haben dafür eine Erklärung gefunden.
Für ihre Untersuchung analysierten die Forschenden rund 37’000 Modeillustrationen von Frauenkleidern seit dem Jahr 1869. Dabei gingen sie auf Details ein, wie die Länge der Röcke, die Position der Taille oder die Schnittmuster. Die ausgewählten Daten werteten sie dann mit einem eigens entworfenen mathematischen Modell aus.
Dabei kam heraus, dass Mode zyklisch ist und dieser Zyklus etwa 20 Jahre dauert. Heisst: Etwa alle 20 Jahre kommen Modeströmungen von früher wieder zurück. Die Untersuchung zeigt dabei das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, aufzufallen, und dem Bedürfnis, sich anzupassen, genau auf.
Der an der Studie beteiligte Ingenieur Daniel Abrams vom Institut für Komplexe Systeme der Northwestern University sagte dazu: «Im Laufe der Zeit führt das ständige Bestreben, sich von der jüngsten Vergangenheit zu unterscheiden, dazu, dass Stile hin und her schwanken.»
Eines der am klarsten erkennbaren Muster in der Untersuchung zeigte sich bei der Saumlänge von Röcken. So haben sich im Laufe des letzten Jahrhunderts Röcke immer wieder verlängert und verkürzt. Dabei hatte die politische Lage zu dieser Zeit oft einen grossen Einfluss: etwa die konservativen, längeren Röcke in den 1950er-Jahren bis hin zu den Miniröcken in den 60ern.
Wie die «Wiener Zeitung» berichtet, kommen mit den verschiedenen Trends auch alte Körperbilder wieder zurück. 2016 war etwa von der Body-Positivity-Bewegung geprägt, während man heute eine Rückkehr des Heroin-Chic aus den 2000ern bemerkt.
