Good News! 9 ausgestorben geglaubte Tiere, die wiederentdeckt wurden
Forscher haben in Thailand eine seit 30 Jahren für ausgestorben gehaltene Wildkatze wiederentdeckt. Die Flachkopfkatze, die in dem südostasiatischen Land zuletzt 1995 gesichtet worden war, tappte im Prinzessin-Sirindhorn-Schutzgebiet im Süden Thailands in Kamerafallen.
Das Wiederauffinden von ausgestorben geglaubten Tierarten kommt öfter vor und hat sogar einen Namen: der Lazarus-Effekt. Bekannte Beispiele dafür sind etwa der Quastenflosser, die Laotische Felsenratte oder die La-Gomera-Rieseneidechse.
Auch die Wiederentdeckung der Fernandina-Insel-Galapagos-Schildkröte im Jahr 2019 zählt dazu und galt in der Wissenschaft als Riesenerfolg.
Folgende neun Tierarten wurden ebenfalls wiederentdeckt, nachdem sie teilweise Jahrhundertlang verschwunden waren.
Südinseltakahe
Ab 1894 galten Südinseltakahe – flugunfähige Vögel aus Neuseeland – als ausgestorben. 1948, rund 50 Jahre später, wurden sie in den Murchison Mountains, südwestlich von Queenstown wiederentdeckt. Ihr naher Verwandter, der Nordinseltakahe, hatte weniger Glück – diese Art gilt seit Jahrhunderten als ausgestorben. Seit den 1980er-Jahren läuft in Neuseeland das bislang längste Programm zum Schutz gefährdeter Arten für die Südinseltakahe.
Gruppen von Takahē wurden in raubtierfreien Gebieten Neuseelands angesiedelt – sowohl auf der Nord- als auch auf der Südinsel. Im Jahr 2024 ging man von einer Population von rund 500 Tieren aus.
Omurawal
Bevor Forscher im Jahr 2003 die Schädel verunglückter Wale untersuchten, wusste niemand, dass es den Omurawal überhaupt gibt. Lange Zeit galt er als kleinere Variante des weitverbreiteten Brydewals. Bis dahin hatte es keine bestätigten Sichtungen gegeben, und es wurde angenommen, dass die Art schon lange ausgestorben sei.
Erst 2015 konnten Forscher Sichtungen und Beobachtungen des Omurawals bestätigen. Über zwei Jahre hinweg beobachteten sie die Wale im Indischen Ozean vor Madagaskar und entnahmen Proben. Dies lieferte den ersten handfesten Beweis dafür, dass es sich um eine eigenständige Spezies handelt.
Da Omurawale relativ selten sind, ist nur wenig über die Tiere bekannt. Ihr engster Verwandter ist der Blauwal.
Gelbschwanz-Wollaffe
Der Gelbschwanz-Wollaffe ist mit einer Grösse von etwa einem Meter das grösste einheimische Wirbeltier Perus. Ab 1926 galt dieser jedoch als ausgestorben, da ihn jahrzehntelang kein Forscher mehr zu Gesicht bekam. Erst 1974 wurde der Affe wieder in den Wäldern der peruanischen Anden entdeckt. Genaue Zahlen zum Bestand gibt es nicht. Schätzungen zufolge leben heute zwischen 1'000 und 10'000 Individuen in der Wildnis.
Bermudasturmvogel
Über 300 Jahre wurde der Bermudasturmvogel nicht mehr gesichtet und man nahm an, dass die Art ausgestorben ist. Er fiel nicht nur hungrigen Seefahrern zum Opfer, die auf Bermuda landeten, sondern auch den eingeschleppten Säugetieren, die mit ihnen kamen.
Erst 1906 entdeckte ein Ornithologe ein Exemplar des Vogels wieder. Viele Tiere waren aber nicht mehr übrig, und 1963 galt er mit nur 17 Brutpaaren als einer der seltensten Vögel der Welt.
Aktuell wird sein Bestand auf rund 500 Einzeltiere geschätzt.
Neuguinea-Dingo
Der Neuguinea-Dingo ist ein seltener Haushund, der aus den Bergen Neuguineas stammt. Bekannt ist er für seine speziellen Laute, die eher an Singen als an Bellen erinnern. Mehrere Jahrzehnte lang nahm man an, dass er in der Wildnis für immer verschwunden ist und die letzten Exemplare nur noch in Zoos leben. Seit 1970 gab es keine Sichtungen mehr, dennoch behaupten Einheimische seit Jahren, dass sie gelegentlich das Heulen der Hunde gehört haben.
Neuguinea-Dingos leben in 4000 Metern Höhe in den Bergen von Papua und sind eng verwandt mit dem australischen Dingo.
Hier kannst du dir das «Singen» des Neuguinea-Dingos anhören:
Kubanischer Schlitzrüssler
Mitte des 20. Jahrhunderts befürchtete man, dass der Kubanische Schlitzrüssler (auch als Almiquí bekannt) ausgestorben sei, da seit seiner Entdeckung im Jahr 1861 nur wenige Exemplare gefunden worden waren. Doch seit den 1970er-Jahren wurden wieder Tiere gefunden, zuletzt in den Jahren 1999, 2003 und 2012. Beim letzten Fund wurden gleich sieben erwachsene Tiere gezählt. Das kubanische Umweltministerium wertet dies als Zeichen darauf, dass sich die Population erholt.
Zu den aktuellen Zahlen der Population gibt es keine Angaben. Neben dem Schnabeltier gehört der Kubanische Schlitzrüssler zu den wenigen giftigen Säugetieren.
Schwarznackige Fergusson-Fasanentaube
Diese Tauben-Unterart lebt in Papua-Neuguinea und galt seit über 140 Jahren als für immer verschwunden, da sie nicht mehr gesichtet worden war. Dann fand ein Team von Wissenschaftlern den Vogel 2022 während einer Expedition.
Bei dem Video und den entstandenen Fotos handelt es sich um das allererste Material von dieser Vogelart. John C. Mittermeier, Teil des Expeditionsteams, sagte darüber:
Neuguinea-Langohr
Im Juli 2012 staunten zwei Studentinnen nicht schlecht, als sie in ihrer Fledermausfalle ein weibliches Exemplar des Neuguinea-Langohrs vorfanden. Diese Fledermausart war zuvor 120 Jahre nicht gesichtet worden und galt als ausgestorben. 2014 konnten Blutproben bestätigen, dass es sich tatsächlich um das Neuguinea-Langohr handelt.
Über die Fledermaus ist praktisch nichts bekannt, ausser, dass sie grosse Ohren hat und rund 50 Millimeter gross wird. Ebenso ist unklar, wie gross die Kolonie in Neuguinea ist.
Terror Skink
Über ein Jahrhundert glaubten Forschen, dass die Eidechse namens Terror Skink für immer verschwunden ist – bis sie 2003 in Neukaledonien wiederentdeckt wurde. In den vergangenen 30 Jahren wurden mehrere Exemplare gesichtet, zuletzt im Jahr 2018.
Der Wissenschaftler, der die Eidechse 2003 entdeckte und fotografierte, schrieb, er hoffe, dass auf der Insel auch andere Echsenarten wiedergefunden werden, die zur gleichen Zeit wie der Terror Skink verschwunden sind.
