Die zuckersüsse Geschichte hinter Taylor Swifts neuem «Opalite»-Video
Es ist herzallerliebst geworden, Taylor Swifts neues Musikvideo, und die Story dazu ist es auch. Doch first things first: Swifties wissen schon längt, was Opalite, zu deutsch «Opalit», bedeutet, ein Opalit ist nämlich ein künstlicher Opal, eine Edelstein-Imitation aus Kunststoff oder Glas. Und für alle, die nicht wissen, wie ein Opal wirkt: Etwa so, als würde man einen Diamanten durch blaue Milch schimmern sehen. Bei Taylor Swift ist der «Himmel aus Opalit», also schön schimmernd, etwas kitschig – und etwas fake. Ein Milchhimmel.
Als Swift im vergangenen Oktober auf Tour für ihr Album «The Life of a Showgirl» war, da geriet sie auch in die britische «Graham Norton Show». Zur Talkshow der BBC muss man wissen: Sie hat schon 19 Jahre auf dem Buckel und neben dem umwerfenden und rhetorisch hinterhältigen Moderator Graham Norton besteht ihr Reiz für die Gäste darin, dass sie nicht alleine sind, sondern in einer lustigen Runde sitzen, und dass es echten Alkohol zu trinken gibt. Was zu viel heiterer Lockerheit führt.
Im Oktober war Swift mit den irischen Schauspielern Cillian Murphy und Domhnall Gleeson, mit dem schottischen Singer-Songwriter Lewis Capaldi, der amerikanischen Schauspielerin Greta Lee und der britischen Schauspielerin Jodie Turner-Smith bei Graham Norton eingeladen. Und dann sprach ein ziemlich verstrahlt wirkender Domhnall Gleeson («The Paper», «Harry Potter», «Black Mirror») die magischen Worte: «I'm hoping to get into a Taylor-Swift-music-video.»
Seine Hoffnung wurde noch in diesem Moment erhört, denn Taylor Swift war sofort vom Blitz einer «Idee» getroffen. Und wenig später mailte sie Gleeson ein Script: Eine Kurzgeschicht, die in den 1990ern spielt, ein mitteljunger Single-Mann und eine mitteljunge Single-Frau sind derart verschroben einsam, dass er sich mit einem Kaktus einlässt und sie sich mit einem Stein. Es geht nicht wirklich gut. Und da kommt ein Zauberspray namens «Opalite» ins Spiel, gewissermassen ein Verkupplungsspray. Er vertreibt Stein und Kaktus und bringt Mann und Frau zusammen. Ob sie zu zweit oder mit Stein und Kaktus peinlicher sind, sei dahingestellt, sehr linkisch-süss ist das allemal.
Swift hatte die männliche Hauptrolle für Gleeson und die weibliche für sich geschrieben und für alle anderen aus der Norton-Runde Nebenrollen, und siehe da, restlos alle hatten Zeit, bis auf Cillian Murphy, der konnte nur als Gesicht auf einem Plakat eingeblendet werden. Ansonsten war's ein riesiger Gruppenspass und wohl nicht nur für Norton «der Nervenkitzel meines Lebens und das schwerste Geheimnis, das ich je bewahren musste!!»
Am vergangenen Wochenende wurde das Geheimnis nun endlich gelüftet. Es ist ein vergnügtes kleines Funkeln in bitteren Zeiten. Und hier noch die ganze Geschichte in den Worten von Taylor Swift.
Ich erinnere mich, dass ich dachte, ich hätte unglaubliches Glück mit meiner Gruppe. Cillian Murphy, Domhnall Gleeson, Greta Lee, Jodie Turner-Smith und Lewis Capaldi. Allesamt Menschen, deren Arbeit ich aus der Ferne bewundert habe. Als wir während der Sendung miteinander redeten, machte Domhnall einen lockeren Witz darüber, dass er in einem meiner Musikvideos mitspielen wolle. Er ist Ire! Er hat nur Spass gemacht! Nur dass mir in diesem Moment während des Interviews sofort eine ‹Idee› kam. Und so erhielt er eine Woche später ein Skript per Email, das ich für das ‹Opalite›-Video geschrieben hatte, in dem er die Hauptrolle spielte.
Und ich hatte die Idee, dass es toll wäre, wenn alle anderen Gäste der ‹Graham Norton Show› an diesem Abend, einschliesslich Graham selbst, auch daran teilnehmen könnten. Wie ein Schulprojekt, nur für Erwachsene und freiwillig. Zu meiner grossen Freude haben sich alle aus der Show die Mühe gemacht, mit uns eine Zeitreise in die 90er-Jahre zu unternehmen und bei diesem Video mitzuwirken. Vielleicht erkennt ihr sogar einige bekannte Gesichter aus der ‹Eras Tour› wieder. Ich durfte wieder mit einem meiner Lieblingsmenschen auf der Welt zusammenarbeiten, Rodrigo Prieto! Ich hatte mehr Spass, als ich mir jemals hätte vorstellen können – ich habe neue Freunde, Metaphern und Modetrends gefunden. Es war absolut aufregend, diese Geschichte und diese Figuren zu erschaffen.»
(sme)
