bedeckt
DE | FR
Leben
People

Matthew Perry: Wie Impfgegner den Tod für ihre Verschwörung missbrauchen

«Plötzlich und unerwartet» – wie Impfgegner Matthew Perrys Tod instrumentalisieren

01.11.2023, 16:2302.11.2023, 05:47
Mehr «Leben»

Der Hashtag #plötzlichundunerwartet trendet immer dann, wenn eine berühmte Person stirbt – und die Todesursache (noch) nicht bekannt ist. Aktuell ist das beim Tod des «Friends»-Darstellers Matthew Perry der Fall.

Unerwarteter Tod

Vergangenen Samstag wurde der Schauspieler tot in einem Whirlpool bei sich Zuhause aufgefunden – eine eindeutige Todesursache konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Sein Tod kam sehr überraschend und erschüttert seine internationale Fangemeinde gleichermassen wie ehemalige Arbeitskollegen.

Während Jahrzehnten kämpfte Matthew Perry gegen seine Drogensucht, die auch seinen Körper stark zeichnete. Er hatte mindestens vierzehn Operationen und als 2019 sein Dickdarm platzte, lag er nach einer Notoperation zwei Wochen lang im Koma.

Verschwörer reagieren sofort

Dass öffentlich bekannt war, wie es um seine Gesundheit stand, macht Folgendes noch weniger nachvollziehbar: Kaum wird die News zu Perrys Tod publik, behaupten Verschwörungstheoretiker, sie wüssten genau, was der Grund für sein plötzliches Ableben gewesen sein soll: die Corona-Impfung.

So meinte beispielsweise die Politikerin Kandiss Taylor auf X: «Keine Verschwörung, wenn es die Wahrheit ist. Korrelation lügt nicht. Das macht man in der Forschung so, um Signifikanz zu finden.»

Matthew Perry liess sich im Mai 2021 gegen das Coronavirus impfen und nutzte seine Reichweite auf den sozialen Medien dazu, andere dazu zu bewegen, es ihm gleichzutun.

Prominente Beispiele als «Belege» einer Verschwörung

Das ist nicht das erste Mal, dass der überraschende Tod eines Promis von Impfgegnern instrumentalisiert wird. Auch die folgenden Beispiele zeigen auf, wie verdreht Todesfälle interpretiert werden können, solange es die eigene Überzeugung bestärkt.

Bas Dost

Am Montag brach der holländische Stürmer Bas Dost bei einem Spiel zwischen Alkmaar und Nijmegen mitten auf dem Fussballfeld zusammen und musste wiederbelebt werden. Er konnte reanimiert werden und meldete sich wenig später bei seinen Followern mit der Nachricht, dass es ihm gut gehe. Der Grund für seinen Zusammenbruch ist nicht bekannt.

Lisa Marie Presley

Im Januar 2023 verstarb die Tochter von Elvis Presley im Alter von 54 Jahren. Sie klagte über immer stärker werdende Bauchschmerzen und wurde schliesslich bewusstlos von ihrer Haushälterin aufgefunden. Ein Dünndarmverschluss und die damit einhergehenden Komplikationen waren laut Gerichtsmedizin die Todesursache.

Jeremy Ruehlemann

Ebenfalls diesen Januar verstorben ist US-Model Jeremy Ruehlemann. Der erst 27-Jährige wurde bewusstlos in der Wohnung eines Freundes in Manhattan aufgefunden und konnte nicht mehr wiederbelebt werden, als die Rettungskräfte eintrafen. Grund für seinen plötzlichen Tod soll laut seines Vaters eine Medikamentenüberdosis gewesen sein.

Rosi Mittermaier

Zu Beginn dieses Jahres verstarb das deutsche Ski-Ass Rosi Mittermaier. Nach schwerer Krankheit sei sie im Kreise ihrer Familie im Alter von 72 Jahren friedlich eingeschlafen, wie das SRF berichtete. Ein halbes Jahr zuvor erhielt sie die Diagnose «unheilbarer Krebs».

Faktencheck

Bei jeder Impfung kann es sein, dass Nebenwirkungen eintreten. Dazu gehören laut dem BAG beispielsweise eine gerötete und schmerzende Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Fiebergefühl. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion kommen: Beim Betroffenen schwillt die Einstichstelle stark an, ist gerötet und kann jucken. Oder es kann zu Atemnot kommen.

In sehr schweren Fällen konnten 14 Tage nach der Impfung zudem Entzündungen des Herzmuskels oder Herzbeutels beobachtet werden – diese fallen meistens jedoch mild aus und können gut behandelt werden. In den meisten oben genannten Fällen ist die Todesursache mittlerweile gut dokumentiert und in keinem sind solche Symptome aufgetreten. Diese Menschen sind nicht Monate oder Jahre später an Nebenwirkungen der Corona-Impfung gestorben.

(anb/lak)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Corona-Illustrationen von Schweizer Pressezeichnern
1 / 14
Corona-Illustrationen von Schweizer Pressezeichnern
quelle: instagram: @von_corona_gezeichnet / instagram: @von_corona_gezeichnet
Auf Facebook teilenAuf X teilen
AfD-Höcke vergleicht Impfung mit Nazi-Menschenversuchen – der Konter sitzt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
85 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Der Micha
01.11.2023 16:50registriert Februar 2021
Es ist einfach nur widerlich wie oft die Impfgegner einen Tod instrumentalisieren müssen.

Rückblickend betrachtet kam der Tod von Matthew Perry auch nicht unerwartet. So knallhart muss man sein.

Er war, laut eigenen Aussagen, ab ca. 2021 trocken. Neben Alkohol nahm er auch Methadon und Xanax. Wegen Opioid ist sein Darm geplatzt.

Er konnte auch die Dreharbeiten zu Don’t Look Up nicht antreten, weil er während eines Entzugs einen Herzstillstand hatte.

Bei allen Respekt, aber nein. Sein Tod kam sicherlich nicht unerwartet, aber viel zu früh in seinem Leben.
20212
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ruedi crösus
01.11.2023 16:38registriert Juni 2020
Kann nicht glauben das immer noch so viele Menschen glauben/verbreiten die Impfung sei super gefährlich - in meinem Umfeld leben zumindest noch alle…
17710
Melden
Zum Kommentar
avatar
TanookiStormtrooper
01.11.2023 16:35registriert August 2015
Müsst ihr diesen Typen durch verlinken ihres Accounts auch noch zusätzlich Reichweite spendieren?
Screenshot des Tweets machen und in den Artikel einfügen.
16413
Melden
Zum Kommentar
85
Vor-Corona-Peak übertroffen – Schweizer Hotellerie stellt neuen Übernachtungsrekord auf

Die Schweizer Hotels haben 2023 einen neuen Gästerekord aufgestellt. Mit 41,8 Millionen Übernachtungen haben sie erstmals die Marke von 40 Millionen geknackt. Damit wurde die bisherige Bestmarke von 39,6 Millionen aus dem Jahre 2019 übertroffen. Die Hotellerie hat also den Einbruch in der Coronapandemie endgültig abgehakt.

Zur Story