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Dahmer: Netflix bringt eine verstörende Serie über den Serienmörder

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Neue Netflix-Serie zeichnet ein verstörendes Psychogramm des Massenmörders Jeffrey Dahmer

Ryan Murphy und Ian Brennan, die beiden Schöpfer von der Serie «Dahmer», nehmen sich des kannibalistischen Serienmörders Jeffrey Dahmer an. Eine eisige und verstörende Erzählung.
28.09.2022, 21:1029.09.2022, 14:31
Sven Papaux / watson.ch/fr

1991 in Milwaukee, USA: Ein schmutziger Typ mit Brille macht in einer Schwulenbar in der Nähe seines Hauses Jagd auf sein nächstes Opfer. Er hat es auf Tracy, einen jungen Afroamerikaner, abgesehen und behauptet, er sei Fotograf. Die Vorgehensweise ist zwar nicht sehr durchdacht, aber trotzdem erfolgreich. Denn so gelingt es ihm, Männer in seine Wohnung zu locken – in seine Höhle des Schreckens.

Der schmutzige Typ mit Brille ist Jeffrey Dahmer, einer der berüchtigtsten US-Serienmörder. Und über sein Leben ist eine neue Netflix-Serie erschienen.

Das Regie-Gespann Ryan Murphy und Ian Brennan hat bereits zahlreiche Schicksale von US-Bürgern und stigmatisierten Gruppen inszeniert. Ob «American Crime Story», «Pose» oder «Hollywood» – all diese Serien haben eines gemeinsam: Sie wollen die Funktionsweise von Personen mit unerforschter Psyche verstehen. Und in dieser Manier folgt nun die Netflix-Serie «Dahmer» – ein Psychogramm eines jungen Mannes, der in ein albtraumhaftes Schicksal verstrickt ist, das von einem abwesenden Vater und einer pillenabhängigen Mutter geprägt wurde.

Ein sterbender und verlassener Junge

Der Mittzwanziger Jeffrey Dahmer lässt seine homosexuellen und mörderischen Impulse nach und nach die Oberhand gewinnen.

Dahmer
Evan Peters spielt den Kannibalen Jeffrey Dahmer.Bild: netflix

Die Darstellung ist eiskalt, die Inszenierung chirurgisch und Evan Peters schlüpft in die Rolle eines Mannes, der sich nicht in die breite Masse einfügen kann: «Ich bin kein normaler Kerl, ich passe nicht dazu», heisst es in der Serie. Der Schauspieler vermittelt das Gefühl einer unterdrückten morbiden Fantasie, bevor Dahmer sich von seinen Lüsten überwältigen lässt.

Die schauspielerische Leistung ist physisch intensiv, Peters verkörpert Dahmer verstörend. Der Schauspieler Richard Jenkins, der Dahmers Vater spielt, bietet einen emotionalen Kontrapunkt: Ein Vater, der dem Verhalten seines Sohnes völlig hilflos gegenübersteht. Dahmer lässt sich nichts anmerken, bleibt unbeeindruckt, selbst wenn die Polizei ihm die Fussfesseln abnimmt.

Trailer:

Unwohlsein in Aussicht

Das Hin und Her in der Zeit zwischen den 60er-, 70er- und 80er-Jahren bis 1991, dem Jahr von Dahmers Verhaftung, baut eine spannungsgeladene Erzählung auf, kann den Zuschauer aber auch schnell ermüden.

Das Psychogramm des berüchtigten Serienmörders zeigt einen Mann, der von seinen Trieben und seinen immer schwerer wiegenden Abartigkeiten verwüstet wird. Seine klaffenden Wunden (die durch einen anhaltenden Alkoholismus verdeckt werden), die Ursprünge seines Leidens können bei Zuschauenden Unwohlsein hervorrufen.

Die Faszination für Serienmörder wurde mit der Serie «Mindhunter» von Netflix perfekt festgehalten und beschrieben. «Dahmer» hingegen ist kein Vergnügen, trotz der kraftvollen, furchterregenden Leistung von Evan Peters. Die unheimliche Umgebung, der eisige Blick und die Taten von Jeffrey Dahmer haben das Zeug dazu, Gänsehaut zu bereiten. Episode für Episode wird der seidene Faden des Verstehens eines solchen Monsters entwirrt, was zu einem gewissen Interesse führt, aber auch zu einer ermüdenden Abhandlung.

«DAHMER – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer» kann auf Netflix geschaut werden.

Mehr True Crime:

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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LilyLullaby
28.09.2022 23:28registriert Januar 2021
Fertig mit schauen. Unglaublich roh, beklemmend und grausam. Mich hat‘s total gepackt und geschaudert. 8,5/10
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Doplagus
29.09.2022 05:39registriert Dezember 2019
Ich will Mindhunter zurück!
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Laeddis
28.09.2022 21:14registriert September 2016
bin bei episode 5 und finde es bis jetzt sehr spannend. irgendwie ekelerregend aber man will trotzdem hinsehen😬. ich finde es auch gut dass auch die opferseite gezeigt wird oder das umfeld von dahmer.
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Von Vorheizen und Leerläufen: Es gibt noch viel zu tun in meiner Küche
Der Advent ist die Zeit im Jahr, die mich richtig häuslich werden lässt. Während ich sonst eher die Alltags-Köchin bin – am liebsten einfach und schnell – stehe ich um Weihnachten herum auch gern mal etwas länger in der Küche. Übers Energiesparen mache ich mir dabei, ehrlich gesagt, nicht wirklich Gedanken.

Eine Frage stelle ich mir allerdings tatsächlich immer, und zwar beim Einräumen des Kühlschrankes: Ist es jetzt gescheiter, die Tür offenzulassen, bis alles eingeräumt ist, oder mache ich sie zwischendurch zu und wieder auf? Ich mache es einfach mal so, mal so. Überhaupt befasse ich mich, rein energietechnisch gesehen, viel zu wenig mit Kühlschrank und Gefrierer. Ich weiss, dass das Gemüse ins Gemüsefach kommt, sonst würds nicht so heissen, und dass es hinten kühler ist als vorne. Dabei überlege ich mir ehrlicherweise nicht besonders viel, wenn ich die Einkäufe da ablade. Und die Sachen, die ich ganz hinten platziere, kommen nicht zwingend dahin, weil sie am kühlsten gelagert werden müssen, sondern weil ich sie vor den Teenagern verstecke, die üblicherweise innerhalb von maximal drei Tagen den Kühlschrank leerfressen, und zwar von vorne nach hinten.

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