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Schule - Bildung

Hausaufgabenhilfe soll im Kanton Zürich Pflicht werden

Zürcher Eltern sollen vom «Hausaufgaben-Drama» erlöst werden

02.06.2025, 14:0302.06.2025, 14:03

Im Kanton Zürich sollen alle Gemeinden gratis Hausaufgaben-Stunden in der Schule anbieten. Der Kantonsrat hat am Montag einen entsprechenden Vorstoss der SP vorläufig unterstützt. Die Bürgerlichen fürchten, dass so indirekt die Hausaufgaben abgeschafft werden.

Das Parlament unterstützte die Parlamentarische Initiative mit 65 Stimmen. 60 waren dafür notwendig. Das Thema obligatorische Aufgaben-Stunden geht nun an die zuständige Kommission und kommt danach erneut in den Rat. Für eine Umsetzung braucht es dann aber eine Mehrheit der Stimmen, was schwierig werden dürfte.

Eltern lösen die Hausaufgaben

Für die Lehrerin Carmen Marty Fässler (SP, Adliswil) ist das Thema Hausaufgaben eine riesige Chancenungleichheit. «Viele Eltern können kaum Unterstützung bieten, weil sie entweder keine Zeit oder Mühe mit der Sprache haben.»

Auf der anderen Seite gebe es jene Eltern, welche die Aufgaben gleich selber lösen oder an Präsentationen mitarbeiten würden. Eine betreute Aufgabenstunde würde nach Ansicht der SP die Chancengleichheit fördern. Heute sei das Angebot in den Gemeinden teilweise dürftig oder nur gegen Bezahlung zu erhalten.

Diese Ansicht teilte die AL. Absolute Chancengleichheit werde es nie geben, sagte Nicole Wyss (Zürich). Aber man könne etwas dafür tun. Die jetzige «Kann»-Formulierung im Gesetz sei ungünstig. Die Gemeinden könnten diese Stunden anbieten, müssten aber nicht.

Unterstützt wurde das Anliegen auch von der EVP. Hausaufgaben seien ein Drama, sagte Kantonsrat Hanspeter Hugentobler (Pfäffikon) ganz offen. Kinder bräuchten Hilfe, aber die Eltern seine oft keine.

Die Grünen fanden, dass viele Hausaufgaben ohnehin sinnbefreit seien. Es bringe nichts, dem Kind Matheaufgaben mit nach Hause zu geben, die es bereits im Unterricht nicht verstanden habe. Statt Eltern sollten die Kinder besser Fachpersonen an ihrer Seite haben, die ihnen wirklich helfen könnten, sagte Livia Knüsel (Schlieren).

«Für mich als Vater extrem mühsam»

Dass diese Fachpersonen auch etwas kosten würden, ist klar. «Der Kanton hat im Moment kein Geld für solche Nice-to-Haves», sagte FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois. Er ist ohnehin kein Freund der Aufgabenstunden. «Das ist einfach eine Ausdehnung der Schulzeit.»

Auch er finde Hausaufgaben «extrem mühsam als Vater». Dennoch sei er froh, dass es sie gebe. Nur so werde das Kind ein gewisses Mass an Selbstorganisation und Eigenverantwortung lernen. Er wolle nicht, dass die Hausaufgaben nun «durch die Hintertür abgeschafft» würden.

Keine Unterstützung gab es auch von der GLP, welche nicht nur die Kosten als grosses Problem sah, sondern auch die psychische Belastung der Kinder. Begleitete Aufgabenstunden seien einfach eine Ausweitung des Pflichtangebots, sagte Nadja Koch (Rümlang). Es brauche heute aber nicht mehr Schulzeit, sondern weniger.

Die SVP wiederum sah aus Prinzip keinen Grund, aus einer «Kann»-Formulierung im Gesetz eine Pflicht zu machen. Man müsse nichts von oben herab verordnen, das in den Gemeinden bereits bestens funktioniere, sagte Tobias Infortuna (Egg). (sda)

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