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Kreuzfahrt: Generation Z geht wieder auf Kreuzfahrten

«Ist ja auch geil»: Gen Z feiert plötzlich wieder Kreuzfahrten

Klimabewegung ade, Kreuzfahrten ahoi. Die junge Generation fährt immer mehr mit dem Schiff zu Reisezielen. Dabei galt gerade sie als Klimageneration.
25.01.2026, 21:1525.01.2026, 21:15
Kathrin Martens / watson.de

Die junge Generation galt lange – vor allem wegen Bewegungen wie Fridays for Future – als Klimageneration. Sie setzten sich für mehr Nachhaltigkeit ein, machten auf Klimasünden aufmerksam, brachten Petitionen für Klima- und Umweltschutz auf den Weg.

Istanbul, Turkey - 2 September 2024: The MSC Splendida in the port of Istanbul. An impressive cruise ship on its journey through the Bosphorus *** Die MSC Splendida im Hafen von Istanbul. Ein beeindru ...
Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Istanbul.Bild: www.imago-images.de

Inzwischen scheint sich jedoch eine gewisse Resignation unter jungen Menschen breitzumachen, was ihre Ambitionen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit angeht. Anders lässt sich nur schwer erklären, warum ausgerechnet Kreuzfahrtreisen, die einen immensen CO₂-Verbrauch haben, bei jüngeren Generationen so beliebt sind.

Kreuzfahrten angepasst an Gen-Z-Trends

In einem Instagram-Beitrag zeigt Content Creator Host Wyn die neuesten Angebote bei Kreuzfahrtreisen auf: Von Hyrox-Kreuzfahrten mit Yoga bis Festival-Kreuzfahrten mit Headlinern wie Ski Aggu setzt die Cruise-Branche gerade auf beliebte Trends der Gen Z.

Im «State of the Cruise Industry Report 2025» heisst es, dass 20 Prozent der Kreuzfahrt-Reisenden zwischen 20 und 39 Jahren alt sind. Damit sind sie die grösste Gruppe, denn die 60- bis 69-Jährigen machen 18 Prozent aus, die 50- bis 59-Jährigen lediglich 17 Prozent. 16 Prozent sind jünger als 20 Jahre.

Der Cruise Report geht zudem davon aus, dass die Zahl an Kreuzfahrtreisenden bis 2028 auf 42 Millionen steigen wird. Im Jahr 2024 lag die Zahl noch bei 34,6 Millionen.

Kreuzfahrten immer beliebter bei jungen Menschen

Als Gründe für die zunehmende Beliebtheit von Kreuzfahrten nennt Wyn ebenfalls die schwächer werdende Klimabewegung: «Die Klimabewegung ist tot.» Vor ein paar Jahren noch hätten junge Menschen sich nicht auf so eine «CO₂-Schleuder» begeben. «Aber Verzicht ist nicht mehr der Zeitgeist», beobachtet der Journalist das gesellschaftliche Geschehen.

Ein weiterer Grund: «Peak-Social-Media-Tourismus». Mit einem Schiff komme man innerhalb kürzester Zeit zu vielen touristischen Orten, das sei Wyn zufolge vielen Leuten wichtiger, als einen Ort richtig zu erkunden.

Zu guter Letzt sei laut Wyn der «individuelle Tourismus» auf «eine Art verbraucht». «Geheimtipps» seien oft völlig überlaufen, gemütliche Airbnb-Wohnungen gehörten oft vermögenden Investoren. Kreuzfahrten würden hier nichts vormachen, sie seien auf eine Art «ehrlicher», man müsse sich gar nicht einreden, etwas Besonderes zu machen.

Unter dem Video von Wyn findet sich viel Zuspruch für Kreuzfahrten. «Ist ja auch geil», schreibt eine Person. Eine andere kommentiert: «Kreuzfahrt macht halt auch richtig Bock.» Und eine Instagram-Userin gibt an: «Bin 23 und war 2024 und 2025 jeweils auf einer und macht richtig Bock.»

In den Kommentaren fordert eine Person Wyn jedoch auch auf, die Schattenseiten von Kreuzfahrten zu beleuchten: «Erzähl mal, wie viel Natur und Meeresumwelt dadurch verschmutzt wird.» Und eine andere äussert kritisch: «Kann man moralisch echt nicht machen.»

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