Schweiz
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Blutbad von Rupperswil: Jetzt wird international ermittelt



Fünf Tage nach dem Massaker von Rupperswil tappen die Aargauer Strafverfolger noch immer im Dunkeln. Sie wissen nicht, wer am Montagvormittag Carla S., ihre beiden Söhne sowie die Freundin eines Sohnes niedergestochen und anschliessend das Einfamilienhaus angezündet hat.

Nun sollen ausländische Polizisten helfen, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Der Fall ging über das weltweite Polizeinetzwerk Interpol.

Mord in Rupperswil AG

Die Aargauer Strafverfolger wollen wissen, ob in anderen Ländern schon Taten mit ähnlichem Muster begangen wurden. Dies sagte der leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht gegenüber der Zeitung.

Keine Fahndungserfolge

Ein Bericht der Regionalsender Tele M1 und Tele Züri legt nahe, dass zwei Täter am Werk waren und diese sich bei der Tat verletzten. Zwei Personen liessen am Montagnachmittag ihre Schnittwunden in einer Apotheke in Wohlen behandeln.

Das Dorf liegt rund 15 Kilometer vom Tatort entfernt. Laut Tele M1 gehörten die beiden Verletzten nicht zur Stammkundschaft der Apotheke. Deren Betreiber wollten sich zum Bericht nicht äussern. Auch die Staatsanwaltschaft schweigt – «aus ermittlungstaktischen Gründen».

Oberstaatsanwalt Umbricht sagt nur: «Zurzeit ist – in diesem Fall – niemand in Haft.» Die Ermittlungen seien auf Hochtouren am Laufen, und das Verteilen der Flugblätter durch Kantons- und Regionalpolizei sei eine der Massnahmen, die man mit «enorm viel Personal» eingeleitet habe.

Daraufhin sind mehrere Dutzend Hinweise eingegangen. Diese werden jetzt geprüft, wie Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Unter den Hinweisen befinden sich auch zwei Aufnahmen von Videokameras in Fahrzeugen, sogenannten Dashcams. Die Staatsanwaltschaft überprüft auch einen Hinweis aus Wohlen AG.

«Die Situation im Haus ist eskaliert»

Thomas Knecht, leitender Arzt für forensische Psychiatrie am psychiatrischen Zentrum Appenzell Ausserrhoden, geht von einer erfahrenen Täterschaft aus. «Sie schafften es, unbemerkt und vermutlich ohne Schusswaffe vier Personen zu überwältigen», sagt Knecht zum «SonntagsBlick». «Auch die Zerstörung aller Spuren lässt auf Profis schliessen.»

Zum Motiv sagt Knecht: «Widerspruchsfrei ist derzeit nur die Erpressungstheorie.» Die Opfer seien möglicherweise festgehalten worden, um jemanden unter Druck zu setzen und so an möglichst viel Geld zu kommen. Darauf deute, dass die Mutter zweimal Geld bezogen hat, und dass ihr Freund Filialleiter einer Bank ist.

Offenbar lief nicht alles so wie geplant, spekuliert Knecht. «Unabhängig vom Motiv gehe ich davon aus, dass die Situation im Haus eskaliert ist», so Knecht. «Es kann sein, dass sich die Opfer mit einem Messer aus dem Haushalt wehrten. Und schliesslich damit ermordet wurden.» (dwi/rey)

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