Schweiz
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CVP-Politiker über sein Protzfoto: «Das war dumm»

Der Badener CVP-Politiker hat mit seinem Bild von einem gefangenen Weissspitzen-Hochseehai einen veritablen Shitstorm ausgelöst. Jetzt zeigt er sich reuig.

13.10.16, 20:49 14.10.16, 09:03


Der Stein des Anstosses: Reto Schmids Facebook-Bild aus Mauritius. quelle: facebook

Der Badener CVP-Grossratskandidat Reto Schmid hat einen Facebook-Post gemacht, den er gern ungeschehen machen würde. Am Mittwoch fuhr er, in den Ferien auf der Insel Mauritius, zum Hochseefischen aufs Meer hinaus. Dabei machte er eine besondere Beute: einen Weissspitzen-Hochseehai.

Damit nicht genug: Er postete ein Bild von sich mit dem toten Tier – es erinnert an jene Bilder, in denen Grosswildjäger sich mit ihrer toten Beute ablichten lassen. Stunden später folgte auf seinem Facebook-Profil ein Bild von einem Stück Haifisch-Filt mit Rosmarin-Kartoffeln. Reto Schmid verschlang ein Stück des Haifisches. «Vollumfänglich verwertet» sei dieser geworden. Viele Einheimische seien glücklich und satt geworden. 

Eine bedrohte Tierart

Es folgte ein veritabler Shitstorm. Reto Schmid musste sich einiges anhören in der Kommentarspalte seines öffentlichen Facebook-Posts. Zwar hat er mit dem Fang auf Mauritius kein dortiges Gesetz gebrochen. Aber der Weissspitzen-Hochseehai ist seit 2008 auf der roten Liste der bedrohten Tierarten. 

«Das war dumm.»

CVP-Grossratskandidat Reto Schmid

Diese brachten ihn offenbar zur Besinnung. Er löschte seine zwei Postings mit Fotos vom Fang und vom Haifisch-Filet. Und entschuldigte sich auf Facebook. Als ihn die AZ telefonisch auf Mauritius erreicht, doppelt er nach. 

«Carpaccio und Steaks von fangfrischem Hai». quelle: facebook

«Es tut mir leid», sagt Reto Schmid zur ganzen Angelegenheit. Er sei sich der Tragweite seines Fangs nicht bewusst gewesen. Aus der jetzigen Perspektive bereue er alles. «Das war dumm», gesteht Schmid, denn er hätte wissen müssen, dass das je nach Fisch problematisch sei. 

«Ich bin überzeugt, dass mit der Empörung über den Tod dieses Haifisches möglicherweise das Leben anderer gerettet werden kann.»

CVP-Grossratskandidat Reto Schmid

Auf Facebook gab Schmid am Mittwochabend bekannt, dass er mit Alex Smolinsky, Vizepräsident von Sharkproject International, das sich für den Artenschutz der Haie einsetzt, telefoniert und mit ihm vereinbart habe, dass er sich für das Projekt nach entsprechenden Vorschlägen von Smolinsky einsetzen werde. «Ich bin überzeugt, dass mit der Empörung über den Tod dieses Haifisches möglicherweise das Leben anderer gerettet werden kann», fügt Schmid am Telefon reuig an. (rr/pz)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pisti 14.10.2016 10:29
    Highlight Typischer CVP-Politiker halt. Er hat einen Hai aus dem Wasser gezogen und das absolut legal. Weil sich jetzt ein paar Linke und Tierschützer empören, zieht er den Schwanz ein und entschuldigt sich. Bleibt zu hoffen dass die Wähler diese Heuchelei bemerken und ihm nicht noch ihre Stimme geben.
    1 2 Melden
  • Madison Pierce 14.10.2016 08:34
    Highlight Passend, dass er in der "Fahne nach dem Wind"-Partei CVP ist.

    Man darf solche Hobbies pflegen, aber dann sollte man auch den Charakter haben, dazu zu stehen und nicht bei ein bisschen Kritik eine 180° Wende vollziehen und zum Hai-Schützer werden. Fehlender Charakter macht einen Politiker erst recht unwählbar.
    0 2 Melden
  • stalker 14.10.2016 00:09
    Highlight Wie heuchlerisch. Ich kann einfach nicht verstehen, wie sich eine öffentliche Person nicht den potentiellen Konsequenzen eines solchen Postings bewusst sein kann. Ich find es nicht mal nur der Aktion wegen so fragwürdig (klar habe ich ausgesprochen Mühe damit, wenn seltene Tierarten sinnlos umgebracht werden, aber das ist einfach meine persönliche Einstellung), viel schlimmer ist doch, dass dieser Mann damit bewiesen hat, dass er sich den Auswirkungen seiner Entscheidungen nicht bewusst ist. Als Politiker notabene. Keine gute Position um mit fehlender Intelligenz aufzufallen.
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