Schweiz
Abstimmungen 2024

Abstimmung in der Schweiz im Juni: Diese Gemeinden fallen auf

Diese Gemeinden sagten Ja zur Stopp-Impfpflicht-Initiative – und weitere Kuriositäten

Der zweite Abstimmungssonntag des Jahres ist in den Büchern. Alle Initiativen wurden abgelehnt, nur das Stromgesetz besteht an der Urne. Nun werfen wir einen Blick in die Gemeinden.
09.06.2024, 21:06
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Die Schweiz setzt sich aus 2131 Gemeinden zusammen. Bei Abstimmungen lassen sich auf dieser Ebene Unterschiede besonders gut herausarbeiten. Deshalb haben wir euch die schnellsten, langsamsten und extremsten Gemeinden der Abstimmungen im Juni 2024 herausgesucht:

Die schnellsten Gemeinden

Anke Bautzmann, Mitglied des staendigen Stimmausschusses der Stadt Bern, nimmt die Stimmzettel entgegen, die aus einer Urne gekippt werden, am Tag der Eidgenoessischen Wahlen, am Sonntag, 22. Oktober  ...
In den meisten Schweizer Gemeinden kann bis 12 Uhr gestimmt werden, doch manche Aargauer Gemeinden schliessen bereits um 10 Uhr ihre Tore.Bild: keystone

Erneut schlägt eine Aargauer Gemeinde zu: Die Gemeinde Beinwil publizierte ihre Resultate sogar noch vor 12 Uhr. Das ist in der Schweiz eigentlich verboten. Doch immer wieder widersetzen sich einige Aargauer Kleinstgemeinden dieser Regelung und publizieren die Resultate, sobald sie da sind.

Die langsamste Gemeinde

Die langsamste Gemeinde befindet sich – wie in den meisten Fällen – im Kanton Zürich. Bei der Abstimmung im Juni warteten die Statistikerinnen und Statistiker der Schweiz aber nicht auf einen Stadtkreis: Die Gemeinde Zollikon vermeldete ihr Resultat als Letztes.

Die extremsten Gemeinden

Doch welche Gemeinden haben denn am stärksten für oder gegen die nationalen Initiativen und das Stromgesetz gestimmt? Es sind diese hier:

Prämien-Entlastungsinitiative

Courtedoux im Jura nahm die Initiative mit über 88 Prozent der Stimmen an. In der Gemeinde Berken im Oberaargau kommt sie hingegen nur gerade auf knapp 14 Prozent Ja-Stimmen. Hier stimmten nur gerade drei Personen Ja.

Kostenbremse-Initiative

Am meisten Zustimmung erfuhr die Initiative der Mitte in der Gemeinde Cerentino im Tessin. Hier stimmten 20 dafür und nur 4 dagegen (83 Prozent Zustimmung). Am unbeliebtesten war diese Initiative hingegen in Mauraz in der Waadt. Hier stimmten nur gerade 9 Prozent der Stimmenden dafür.

Stopp-Impfpflicht-Initiative

Unteriberg SZ
Die ländliche Gemeinde Unteriberg im Kanton Schwyz erregt bei Abstimmungen immer wieder Aufmerksamkeit.bild: wikimedia

Cerentino ist ebenfalls die Gemeinde mit der höchsten Zustimmung zur Initiative der «Freiheitlichen Bewegung Schweiz». Hier stimmten 73 Prozent für eine Annahme. In Fiez im Nordjura hingegen kam die Initiative nur gerade auf 3 Prozent der Stimmen.

Insgesamt stimmten nur 33 Gemeinden für eine Annahme der Initiative. Die grössten sind das Muotathal (SZ), Unteriberg (SZ) und Buchholterberg (BE).

Stromgesetz

Das neue Stromgesetz wurde in der Schweiz deutlich angenommen. Am aller deutlichsten geschah dies in der Gemeinde Kammersrohr im Kanton Solothurn. Hier stimmten gar fast 90 Prozent der Stimmenden dafür. Am unbeliebtesten war dieses Gesetz hingegen in der Gemeinde Mettembert im Kanton Jura. Hier stimmten fast 80 Prozent dagegen.

Die engagierteste Gemeinde

Die politisch engagierteste Gemeinde des Sonntags liegt im Kanton Schaffhausen. Es ist die Gemeinde Rüdlingen. Hier sind 77 Prozent (445 Personen) der Stimmberechtigten an die Urne gepilgert und haben ihre Stimme abgegeben. Am wenigsten interessiert haben die Abstimmungen im Juni in der Gemeinde Hospental in Uri. Hier haben es gerade einmal ein Viertel aller Stimmberechtigten an die Urne geschafft.

Die schludrigste Gemeinde

Nicht ganz so ernst nahmen es fünf Einwohner in der Gemeinde Bosco/Gurin aus dem Tessin. Hier legten nämlich fünf von 21 Personen einen ungültigen Stimmzettel ein und bescheren ihrer Gemeinde damit mit 21 Prozent den höchsten Anteil an ungültigen Stimmen.

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Das waren die bisher knappsten Abstimmungen in der Schweiz
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Das waren die bisher knappsten Abstimmungen in der Schweiz
Bundesbeschluss über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)
Abgestimmt am: 06.12.1992
Ergebnis: abgelehnt
Stimmenunterschied: 23'836
quelle: keystone
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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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El Vals del Obrero
09.06.2024 21:14registriert Mai 2016
Bezüglich der Stimmbeteiligung liegt Schaffhausen eigentlich ausserhalb der Konkurrenz, da es nur dort eine Stimmpflicht gibt (wenn auch die Strafe bei Nicht-Einhaltung eher symbolisch ist).

Von dem her wäre diesbezüglich noch der höchste Wert ausserhalb von Schaffhausen interessant.
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Perkon20
09.06.2024 21:16registriert Juli 2018
Irgendwie aber auch nichtssagend, wenn eine Gemeinde mit 65 Einwohnern die höchste Zustimmung hatte. Da mussten sich nur ein paar Nachbarn gegenseitig überzeugen und schon hat man die höchste Zustimmung der ganzen Schweiz. Dasselbe Prinzip gilt auch bei Länder-Statistiken, wo Nauru (12‘000 Einwohner) und Palau (17’000 Einwohner) vorne liegen. Aber das ist halt eine Schwäche der Statistik, die man nur schwer verhindern kann.
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    Addio! Diese Tessiner Gemeinden verschwinden am heutigen Tag für immer
    Anfang Jahr verschwanden in der Schweiz zehn Gemeinden. Heute, am 6. April 2025, werden sechs weitere aufgelöst – allesamt im Tessin. Einige wurden in eine bestehende integriert, andere bilden zusammen eine neue Gemeinde. Hier gibt es die grosse Übersicht.

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