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Die Rechte freut's, die Linke trauert: So verliefen die Abstimmungen

Die Parteien nehmen Stellung zu den Resultaten.Video: watson/Aya Baalbaki

Die Rechte freut's, die Linke trauert: So verliefen die Abstimmungen

Das Stimmvolk spricht sich deutlich gegen die Krankenkassen-Lösungen von Mitte-Links aus. Die Bürgerlichen verfolgen nun ihre eigenen Ziele.
09.06.2024, 16:1109.06.2024, 16:41
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Nach diesem Sonntag ist klar: Das Volk will andere Krankenkassen-Lösungen. Die Prämien-Entlastungs-Initiative der SP und die Kostenbremse-Initiative der Mitte wurden mit einem deutlichen Nein bachab geschickt. Überrascht hat das wenige, doch die Deutlichkeit hat vor allem die SP unerwartet getroffen.

Nach dem Ja zur 13. AHV-Rente im März, dem ersten historischen Rentenausbau, fühlten sich die Linken siegessicher. Es schien, als ob jetzt der richtige Zeitpunkt sei, mit der Prämien-Entlastungs-Initiative an den Erfolg anzuknüpfen.

So haben die Parteipräsidenten reagiert:

Video: watson/Aya Baalbaki

Ein Horrorszenario für die bürgerlichen Parteien: Woher all das Geld nehmen? Mit vereinter Kraft haben sich die FDP und SVP gegen beide Krankenkassen-Initiativen gewehrt – und gewonnen.

Andere Lösungen gegen die steigenden Prämien habe es genug auf dem Tisch, findet FDP-Präsident Thierry Burkart. Wie er zu watson sagt, fokussiert sich die FDP nun auf die einheitliche Finanzierung von stationären und ambulanten Leistungen, wogegen das Referendum ergriffen wurde. Es kommt also schon bald wieder zu einer Krankenkassen-Abstimmung.

Einen anderen Lösungsansatz verfolgt Nationalrätin Manuela Weichelt von den Grünen. Die Gesundheitspolitikerin hatte sich gegen die Kostenbremse der Mitte eingesetzt und weibelt nun für eine ihrer Motionen, welche die Prämien an das Einkommen binden will. «Notfalls mit einer Initiative», sagt sie zu watson.

Stromgesetz deutlich angenommen

Geteilte Freude herrscht dafür beim Stromgesetz. Eine parteiübergreifende Allianz von SP, Grüne, Mitte, GLP, FDP und SVP hat sich für ein Ja eingesetzt. Und das Stimmvolk hörte auf die Politik.

Doch was das klare Ergebnis nun bedeutet, da scheiden sich die Geister. Für die Grünen ist klar, dass nun der Fokus auf den erneuerbaren Energien liegen muss, wie Grüne-Präsidentin Lisa Mazzone zu watson sagt.

Anderer Meinung ist die SVP. Energiepolitiker und Nationalrat Christian Imark würde am liebsten sofort darüber abstimmen, weitere AKW zu bauen und bestehende länger laufen zu lassen. «Mit dem Stromgesetz haben wir etwas für die kurz- und mittelfristige Stromversorgung gemacht, aber langfristig stehen wir vor grossen Herausforderungen. Wir können auf den Strom der AKW nicht verzichten», sagt er zu watson.

Für GLP-Präsident Jürg Grossen ist diese Diskussion am Abstimmungssonntag fehl am Platz. Er sagt: «Die SVP lebt in einem vergangenen Zeitalter.» Die Technologien und der Fortschritt seien da, um den Weg mit erneuerbaren Energien zu gehen. Er mache dies bereits mit seiner eigenen Firma im Kanton Bern. Spontan spricht Grossen darum eine Einladung an alle SVP-Parlamentarier aus, ihnen bei seinem Firmensitz die Strom-Zukunft zu erklären.

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60 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Stadt Luzerner
09.06.2024 17:18registriert Oktober 2021
Eine neue Motion welche die Prämien Einkommen abhängig macht? Irgendwann kann man nicht mehr umlagern und die Kosten steigen trotzdem. Hört mit der unseligen symptombekämpfung auf und macht Politik welche die Kosten senkt!
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John T. Ripper
09.06.2024 16:56registriert September 2022
Fazit: Alle haben ihren Job nicht gemacht. Es braucht endlich richtige Lösungen und nicht nur solche Scheinlösungen wo schlussendlich kein Rappen gespart wird.
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Wilmar
09.06.2024 17:13registriert April 2024
Die linken hätten bestimmt mehr Chancen ihre Anliegen durch zu brinhen wenn sie eine Ahnung hätten wo wir aus Ausgleich sparen könnten. Immer mehr Ausgaben ohne Spar potenziale geht einfach nicht. Immer nur die Steuern erhöhen um höhere Ausgaben zu finanzieren ist keine Strategie und zeigt wenig Denkvermögen. Das kann jeder dafür brauchen wir nicht gewählte Politiker.
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    «Menschen, die eisbaden, sind Psychos»
    Sport am Morgen und dann noch baden im eiskalten Zürisee: Das soll gesund sein. Sabeth hat es ausprobiert.

    Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die am Sonntagmorgen um 10 Uhr draussen bei Regen Pilates und Breathwork machen und danach noch in den 6 Grad kalten Zürisee Eisbaden gehen – und das auch noch geil finden!

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