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Analyse

Onan, der Barbar: Louis C.K.s Comeback-Show ist keine

Der wegen Masturbation vor teils unfreiwilligem Publikum gefallene US-Komiker Louis C.K. hat gestern zwei ausverkaufte Shows in Basel gespielt. Und enttäuscht.



Die Ansage via Lautsprecher über dunkler und leerer Bühne im Basler Kongresszentrum ist bereits Teil des Programms: «Welcome to an evening with the disgraced comic from New York!»

Mit dem gefallenen Komiker von New York ist Louis C.K. gemeint. Der amerikanische Emmy-Preisträger und Comedy-Superstar mit millionenschweren Serien-Deals auf FX und Netflix und weltweiter Fangemeinde war 2017 abgetaucht. Im Zuge der #metoo-Enthüllungen bestätigte er seit langem bestehende Gerüchte, wonach er vor weiblichen Fans und Arbeitskolleginnen onaniert hatte. Manchmal im klaren gegenseitigen Einvernehmen, oft genug ohne.

FILE - In this Feb. 15, 2015 file photo, Louis C.K. attends the SNL 40th Anniversary Special in New York. John Landgraf, CEO of FX, told reporters Friday, Aug. 7,  that Louis C.K. needs an “extended hiatus” before returning to work on the critically acclaimed series. C.K. has co-created a new comedy with frequent collaborator, Pamela Adlon, which she will star in called “Better Things.” He will also produce. Landgraf also said C.K. has a third series in the works for FX. (Photo by Evan Agostini/Invision/AP, File)

Louis C.K. konnte bei seinem Auftritt in Basel nicht überzeugen. Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

Künstler-Werk-Debatte überflüssig

Sein Comeback hat die in solchen Fällen obligate Debatte ausgelöst, ob Künstler-Charakter und Werk getrennt beurteilt werden dürfen. Oder ob bei moralisch-ethischem Fehlverhalten des Künstlers auch sein Schaffen qualitativ neu bewertet und allenfalls geächtet oder boykottiert werden muss.

Bloss: Bei Louis C.K. ist die Debatte überflüssig. Seine Programme, Drehbücher und sein Erfolg als Comedian basieren auf der tabulosen, opfrig-autobiographischen Auseinandersetzung mit sich selbst. Mit dem Leiden an seinem alternden, rothaarigen, bleichen Körper, mit seinen psycho-sexuellen Abgründen und – immer wiederkehrend und fast zwanghaft anmutend – mit Genitalien aller Art und seiner Masturbation. Louis C.K. ist damit reich geworden, sich ohne Rücksicht auf Verluste oder Blamage als Opfer seiner sexuellen Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten darzustellen.

Vor dem Hintergrund dieser seltenen Verquickung von Delikt und Werk, ist die Spannung vor der Comeback-Show Louis C.K.s gross. Kann einer, der über von ihm selbst verpointete Praktiken gefallen ist, auch reale Schuld und verheerendes Scheitern noch so in ein Comedy-Programm verpacken, dass man ihm die bewährte Opfer-Rolle weiterhin abnimmt?

Tabubrüche an Minderheiten

Er kann es nicht. Der Tabubruch als Programm bleibt zwar, aber C.K. arbeitet sich eineinhalb Stunden an Asiatinnen, Paraplegikern, geistig Behinderten, Schwulen, Pädophilie, Juden, Tierquälerei, Lippenstift an seinem Anus und den Fiebermesspraktiken seiner französischen Freundin ab.

Den interessanten Stoff aber, seine manifest gewordene Übergriffigkeit und deren Folgen, seinen Umgang mit dem Karriere-Absturz und der andauernden gesellschaftlichen Ächtung, tönt er nur an. «How were your past two years?» feixt er zur Begrüssung. Später klagt er, dass er jetzt in Polen Shows spielen müsse und dass es doch verständlich sei, wenn man Dinge, in denen man gut sei, nicht alleine machen wolle. Trotzdem solle man auch dann nicht vor Leuten onanieren, wenn diese auf mehrmaliges Nachfragen das Einverständnis dazu gäben. «Walk away and do something else», meint er und schiebt damit die Verantwortung an seinem Absturz auf die Geschädigten seiner Übergriffigkeiten.

Louis C.K. ist seinen sexuellen Zwängen auf verheerende Weise und in der Realität zum Opfer gefallen. Darob ist ihm offensichtlich die Lust vergangen, die so bewährte Existenz als Opfer seiner verqueren Triebe auf der Bühne zu thematisieren und sich damit auseinanderzusetzen. Es wäre seine einzige Chance auf Rehabilitation und damit ein gelungenes Comeback gewesen.

So bleibt er «the disgraced comic from New York».

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81Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Statler 27.11.2019 23:47
    Highlight Highlight Ein Louis C.K., der sich auf die Bühne stellt und Abbitte leistet (egal in welcher Form), wäre einfach nur peinlich und sicher nicht was die Leute sehen/hören wollen, die sich seine Show ansehen. Für solche Veranstaltungen gibt es Gerichtssäle und Morning-Shows. An beiden Orten war C.K. glaub's nie Gast und nur an letzterem Thema.
  • Sonnenbankflavor 27.11.2019 18:51
    Highlight Highlight Fun fact: SRF hat auch einen Artikel über diesen Grüsel geschrieben und zwar in einem ähnlichen Ton wie in diesem Artikel.
    • Käptn Haddock 28.11.2019 17:33
      Highlight Highlight Fun Fact: Geht ja kaum anders, denn kaum berichtet man differenziert über dieses Thema ist man ein "Rape-culture-apologist".
  • Duke of Hazard 27.11.2019 16:38
    Highlight Highlight Sie schreiben: „Manchmal im klaren gegenseitigen Einvernehmen, oft genug ohne“

    Laut den betroffenen Frauen und den amerikanischen Medien, kein einziges Mal ohne gegenseitigem Einvernehmen.

    Woher nehmen Sie sich das Recht einfach zu lügen?
    • dickmo 27.11.2019 18:02
      Highlight Highlight @Duke of Hazard: Ab einem gewissen Machtgefälle ist ein gegenseitiges Einvernehmen gar nicht mehr möglich, ganz unabhängig davon, wer was wann sagt.
    • Bruuslii 27.11.2019 18:47
      Highlight Highlight dickmo: danke nochmals für den artikel. scheint eine ziemlich grosse sauglattismus-gemeinschaft mit hang zur undiffernziertheit hier zu sein 😜
    • Sonnenbankflavor 27.11.2019 18:54
      Highlight Highlight Der Komiker selbst hat doch zugegeben dass es stimmt?! Wo ist denn hier die Lüge?
  • johnnyenglish 27.11.2019 15:34
    Highlight Highlight Maurice, kein Besucher wollte gestern sehen wie sich Louis C.K. «rehabilitiert» - ausser vielleicht Du?

    Damit Du dann ganz fest empört einen Schulaufsatz über diesen schrecklichen Menschen schreiben kannst. So wie es heute halt Mode ist.

    Und zu «Walk away and do something else»: Hier meint er wohl sich selbst und nicht seine «Opfer». Aber auch das hast Du in Deiner eingeimpften Erwartungshaltung nicht ganz verstanden. Oder lags am Englisch? Who knows.
    • dickmo 27.11.2019 18:00
      Highlight Highlight @johnnyenglish: Ich weiss, dass er es auf sich bezogen hat, mit dem Walk-Away. Damit schiebt er die Verantwortung im Kontext implizit klar den Geschädigten zu. Selbst wenn die Ja sagen, kann man ihnen nicht trauen, die täuschen einen und hauen einen dann in die Pfanne wie Sklaven, die Gospel singen.
    • Buff Rogene 28.11.2019 03:30
      Highlight Highlight Versteh ich nicht. Genau darum geht es doch: Louis macht darauf aufmerksam, dass "erdulden" und "echter consent", wie er es bspw. mit Sarah Silverman erlebt hat, nichts dasselbe sind, und dass man solche Situationen tunlichst meiden sollte. Sorry, das ist keine Verantwortungsabschiebung, sondern Verantwortungsübernahme.
  • Yeah, right. 27.11.2019 13:37
    Highlight Highlight wurde C.K. eigentlich angeklagt und/oder verurteilt oder ist er nur 1 exhibitionistischer Wichser?
  • Javier Bargas-Avila 27.11.2019 13:29
    Highlight Highlight Dieser Artikel ist nicht nachzuvollziehen. Ich bin nach Basel gegangen um zu lachen, und das habe ich, und zwar viel. Louis war genial und hat seinen Job hervorragend gemacht. Ist er mein moralischer Kompass bezüglich sexuellem Verhalten? Nein. Aber hierfür bin ich ja auch nicht nach Basel gefahren. Bin froh ist er wieder zurück!
    • SanchoPanza 28.11.2019 21:03
      Highlight Highlight du fandest den Auftritt also Mostly Harmless lieber Javi ;-D
  • Duke of Hazard 27.11.2019 12:36
    Highlight Highlight Was für ein unreflektierter und grottenschlechter Artikel. Das komplette Publikum war begeistert. Es ist einfach so einen Bericht zu schreiben, weil die breite Masse des uninformierten nur Überschriften lesenden Volkes hinter einem steht. Das war wahrscheinlich Ihre erste internationale Comedyshow Herr Thieriet? Chefredakteur?? Wow!!
  • Alphabetagammaomega 27.11.2019 12:21
    Highlight Highlight Maurice, in der Blüte seiner beruflichen Laufbahn, haut alle 3 Wochen mal einen Artikel raus. Ich kann das nicht verstehen?

    😳
    • Sonnenbankflavor 27.11.2019 14:47
      Highlight Highlight Er ist doch Chefredaktor? Da hat er wohl genug zu tun und daher fast nie Zeit um hier Artikel zu schreiben? Mann o Mann, denkt doch mal weiter als bis zur Nasenspitze!
    • Alphabetagammaomega 27.11.2019 15:51
      Highlight Highlight Komm jetzt Maurice, es ist so offensichtlich dass du geblitzt hast, Lan! (nichtbösegemeint)

      Ich mag deinen Humor
  • Buff Rogene 27.11.2019 12:14
    Highlight Highlight Ähem, mit «Walk away and do something else» sind wohl nicht die Opfer gemeint, sondern eher ein selbstreferentielles statement bezogen auf einen sich anbahnenden Tatvorgang.

    Ich hätte ihn sehr gern gesehen. http://HEM
    • Duscholux 27.11.2019 17:00
      Highlight Highlight Ich war da und das war unmissverständlich so gemeint wie du das verstanden hast.
  • pascii 27.11.2019 12:14
    Highlight Highlight Ich finde es ziemlich Hochtrabend von einer Person zu verlangen dass sie sich für eine Missetat - wo notabene nicht geleugnet wurde - fortan vor jedem Menschen zu entschuldigen. Das ist absolut ignorant. Den Bückling vor dauer-hart-empörten Schneeflocken zu machen ist kein Weg zur Läuterung. Übrigens wird man nicht vor der Öffentlichkeit zu einem besseren Menschen.
    • pascii 27.11.2019 15:09
      Highlight Highlight https://www.nytimes.com/2017/11/10/arts/television/louis-ck-statement.html

      Bitte lesen und Meinung selber machen.

      Btw.: Ich verurteile Missbrauch. Aber ich gebe auch den Glauben nicht auf, dass sich Menschen wie "Onan" bessern können.
  • Hupendes Pony 27.11.2019 12:13
    Highlight Highlight Uff.. nach diesem Kommentar nimmt es mich wirklich wunder, was ihr von Dave Chappelles Netflix Show - Sticks and Stones denkt..
    • just sayin' 27.11.2019 15:00
      Highlight Highlight das
      Benutzer Bildabspielen
    • Mia_san_mia 27.11.2019 15:54
      Highlight Highlight Hehe die ist gut 😁
  • Amadeus 27.11.2019 12:05
    Highlight Highlight Sexuelle Belästigung ist ganz klar zu verurteilen und zu bestrafen. Aber ich finde, Künstler-Charakter und Werk dürfen getrennt beurteilt werden. Und ich finde, eine Künstler muss seine privaten Verfehlungen nicht zwingend auf der Bühne/Leinwand/Lied thematisieren.

  • DemonCore 27.11.2019 11:32
    Highlight Highlight Bill Burr sagt es richtig. Das Problem sind die Leute, die das was Comedians sagen für bare Münze nehmen und als Handlungsanweisung betrachten.

    Comedy ist etwas ganz anderes. Es geht darum unseren Sinn für das Normale, für das Richtige zu kitzeln. Darum muss Comedy Kontraste erzeugen, mit Ekel, Überraschung, Absurdität und Verletzung von Normen. Am Publikum ist es dann, die gezielte aber virtuelle, unechte Grenzüberschreitung zu erkennen, zu geniessen und einzuordnen.

    Der Comedian sagt nicht was wir denken sollen, sondern worüber.
    • just sayin' 27.11.2019 15:01
      Highlight Highlight @DemonCore

      eine schöne und treffende definition von comedy
  • UelideSchwert 27.11.2019 11:17
    Highlight Highlight "sein Erfolg als Comedian basiert auf der tabulosen, opfrig-autobiographischen Auseinandersetzung mit sich selbst" - Verstehe nicht, wieso bei Comedians immer wieder versucht wird, die Persona auf der Bühne mit der Person hinter der Bühne gleichzustellen. Comedy ist eine Show. Die gestern war gut.
  • partyarty 27.11.2019 10:59
    Highlight Highlight Es wäre absurd von Louis CK zu verlangen, er solle wegen dem was passiert ist, seine Karriere an den Nagel hängen. Hier ist ein Komiker, der dafür bekannt ist, dass er die Grenzen des guten Geschmacks ausreizt, und siehe da, Leute die das wissen haben gestern genau das gekriegt. Ich habe selten so viel gelacht und sah einen Louis CK in höchstform. Seine Witze sind grenzwertig aber er macht einem auch klar, dass er sich dessen bewusst ist. Schlussendlich möchte er dass man sich selber dabei ertappt, wie man halt über tote Babys oder Behinderte lacht. Sein Humor stammt jedoch nicht von Hass.
  • Claudius Buser 27.11.2019 10:50
    Highlight Highlight guter text
    hab weitgehend dasselbe gedacht. war auch etwas enttäuscht, früher war der gefühlt besser.
    wenn man vor den mitarbeitern masturbiert, gibt das halt meistens ein suboptimales workplace environment.
  • greeZH 27.11.2019 10:38
    Highlight Highlight Bin eher ein Bill Burr und Jim Jefferies Fan aber Louis C.K. ist ein Meister seines Fachs. Bin gespannt auf sein neues Material. Vor wem der wixxt interessiert mich nicht. Klagt ihn nach dem Gesetz an oder lasst es bleiben. Es ist nicht an der Twitter-Gemeinschaft zu entscheiden ob der weiterhin vor Publikum auftreten darf oder nicht.
  • swisskiss 27.11.2019 10:31
    Highlight Highlight Was genau stellst Du für Ansprüche mo, an einen Mann, der getrieben von seinen Trieben, vor 2 Jahren schon keine Selbstreflektion kannte? Läuterung durch öffentlichen Druck? Wieso sollte er etwas "aufarbeiten" dass er bis heute als nicht schwerwiegend betrachtet?

    Der Auftritt in Basel war kein Gang nach Canossa oder öffentliches Asche aufs Haupt streuen. Da hast Du falsche Vorstellungen gehabt, wenn Du einen "Künstler" erwartest, der an seiner Rehabilitierung arbeitet oder mindestens sein Vehalten öffentlich reflektiert. Und sicher ist sein Erfolg, nicht von moralischen Prinzipien abhängig!
    • Käptn Haddock 27.11.2019 11:03
      Highlight Highlight Er hats ja angesprochen, ich weiss nicht genau was dein Problem ist.
    • swisskiss 27.11.2019 14:56
      Highlight Highlight Käptn Haddock: Das stört mich:" Es wäre seine einzige Chance auf Rehabilitation und damit ein gelungenes Comeback gewesen. " (Zitat mo) Das nennt sich Meinung und ist nicht Analyse. Diese moralinsaure Haltung eines offensichtlich dem political correctness folgenden Journalisten, ist die Einzelmeinung eines Herrn Thiriet, der offensichtlich glaubt, dass Personen des öffentlichen Lebens nur wieder in dieser Oeffentlichkeit auftreten dürfen, wenn vergangene Verfehlungen auch brav säuberlich reflektiert und aufgearbeitet wurden. Selbstverständlich mit der Zerknirschtheit eines Geläuterten.
    • dickmo 27.11.2019 17:56
      Highlight Highlight @swisskiss: Es geht mir nicht darum, ob er sich in meinen Augen rehabilitieren kann oder nicht oder wo er wann auftreten soll und darf. Es geht mir um die Frage, ob er eine Rehabilitation und damit ein Comeback zu alter Grösser erreichen kann. Das entscheiden die grossen Player wie FX oder Netflix, die amerikanische Massstäbe der Sexualmoral anlegen. Die sind entscheidend, nicht meine.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Silvano_Ronaldo 27.11.2019 10:27
    Highlight Highlight Mit «Walk away and do something else», meint er kaum die Geschädigten, sondern den Schädiger resp. sich selbst. Das war ja der Punkt des Ganzen. Journis, die Louis C.K. jahrelang abgefeiert haben, hauen ihn nun wegen des gleichen Stils in die Pfanne. Könnte eine seiner Pointen sein. Es war ein klassischer Louis C.K., mit streitbaren Punchlines, die den Irrsinn der Welt aufzeigen und dem Publikum den Spiegel vorhalten. Ich ging mit gemischten Gefühlen rein und kam bestens unterhalten raus. Die "Sache" (die ich auch behämmert finde) hat er aus meiner Sicht authentisch und stimmig adressiert.
  • StandUpAficionado 27.11.2019 10:26
    Highlight Highlight Dieser Artikel ist das perfekte Beispiel für journalistisches Versagen.

    An die Leser dieses Artikels; Bitte akzeptiert diesen Müll nicht als Wahrheit. Dieses Geschwafel von Herrn Thiriet ist ein weiterer Versuch die Cancel-Culture zu stärken, aber in Wahrheit nichts weiteres als eine Lüge.

    Ich war an der Show und Louis hat zerstört. Wenn 90% des Saals alle 15 Sekunden laut lacht, dann hat der Künstler nicht "enttäuscht", sondern eine Königs-Leistung vollbracht.

    Shame on you Watson. Fake News vom feinsten.

    • just sayin' 27.11.2019 11:00
      Highlight Highlight @StandUpAficionado

      ich stimme dir absolut zu (und bin erstaunt, dass dein kommentar aufgeschaltet wurde).
    • Dory..hä? 27.11.2019 11:47
      Highlight Highlight Yes Sir! 💪👍
    • Daniel Caduff 27.11.2019 12:39
      Highlight Highlight "Müll", "Geschwafel", "Lüge", und "Fake News" als Bewertung für den Artikel verwenden und dann den anderen "Cancel Culture" vorwerfen - genau mein Humor! 💪😂

      Vorweg: Ich war nicht da.

      Kleine Lektion in Medien- und Meinungsfreiheit: Watson darf schreiben was sie wollen. Dickmo darf in seiner Analyse auch zu einem anderen Urteil kommen als Du. Und alle dürfen Deiner Meinung widersprechen. "Cancel Culture" ist in den Staaten zusammen mit "Snowflakes", "DoGooders" etc. einfach ein Kampfbegriff, ähnlich wie bei uns "Gutmensch".

      Wenn Du trollen möchtest, tu das doch woanders.

    Weitere Antworten anzeigen
  • DemonCore 27.11.2019 10:22
    Highlight Highlight War Louis' Verhalten besonders stilvoll? Nein. War sein Verhalten illegal? Nein. Waren es zwei zustimmende Erwachsene, von denen eine sich es später anders überlegt hat? Ja.

    Ist Louis viel lustiger, abgründiger und ehrlicher als fast alle anderen Comedians? Ja. Vor Allem ist er ein wahrer Stand-Up Schatz im Vergleich zu dem mittelmässigen Klamauk-Humor im deutschsprachigen Raum.
  • just sayin' 27.11.2019 10:16
    Highlight Highlight "der gefallene komiker"

    not really.

    louis hat eine starke fangemeinde, die seinen humor verstehen und geniessen.

    es war halt mal "in mode" louis cool zu finden. die einzigen, welche sich "von ihm abgewendet" haben, sind diese grösstenteils hipsters. das ist kein grosser verlust.
    • ubu 27.11.2019 11:32
      Highlight Highlight das kannst du gern so sehen, aber bei "verstehen" lege ich mein veto ein. es geht nicht um verstehen. es geht um gut finden. das ist etwas anderes.

      ich verstehe c.k.'s humor. ich finde ihn einfach nicht gut.
  • Bruuslii 27.11.2019 10:00
    Highlight Highlight danke für den gut geschriebenen artikel. ich kenn den typen nicht. hab jetzt auch kein bedürfnis dazu.

    was viele komiker und zuhörer nicht begreifen, dass 99.99% der witze unter der gürtellinie und co. nicht lustig sind. man lacht, weil es peinlich ist. das gilt auch für andere themen wie minderheitsbeschimpfung und so.

    der triebgesteuerte rezipient glaubt dann, weil er lacht, dass es irgendwie lustig gewesen sein muss und der unreflektierte komiker sieht sich wegen des gelächters bestätigt.

    versteht mich nicht falsch: es gibt fein pountierte witze, die zw. "subject und target" untersch.
    • partyarty 27.11.2019 11:00
      Highlight Highlight Ich denke, wenn du nichts über Louis CK weisst, ist es ziemlich pointless, sich über ihn oder seine Comedy zu äussern. Die Tatsache ist, dass bei seinen Witzen sehr wohl zwischen subject und target unterschieden wird.
    • Pikay 27.11.2019 11:10
      Highlight Highlight "was viele komiker und zuhörer nicht begreifen, dass 99.99% der witze unter der gürtellinie und co. nicht lustig sind"
      Falsch! Das ist deine subjektive Meinung. Genau wie ich der Meinung bin, dass genau diese Witze eben witzig sind!

      "das gilt auch für andere themen wie minderheitsbeschimpfung und so."
      Ebenso subjektiv! Ich z. B. bin der Meinung, dass auch Minderheiten ein Recht drauf haben, dass man sich über sie lustig macht.

      Denn hier liegt das Problem: Wenn du sie anders behandelst als die anderen, fängst du an zu diskriminieren - und das will keine Minderheit!
    • Käptn Haddock 27.11.2019 11:24
      Highlight Highlight Es gibt nichts schlimmeres als die Witzepolizei
    Weitere Antworten anzeigen
  • Duscholux 27.11.2019 09:30
    Highlight Highlight Ich bin nach Basel gereist um eine Louis C.K. show zu sehen und das habe ich bekommen. Ich bin sehr zufrieden und habe viel gelacht.
    • Läggerli 27.11.2019 09:41
      Highlight Highlight Louis Humor ist krass aber unterhaltsam. Wenn ich mir eines seiner Comedyspecials anschau erwarte ich keine introspektiven Reisen in die Psyche der Menschheit. Dem Autor war der Inhalt der Show scheinbar auch recht egal, das wurde in einem kurzen Abschnitt abgehandelt.
    • 155West 27.11.2019 10:26
      Highlight Highlight Duscholux: Das ist dein absolutes Recht. Du kannst lachen, worüber du willst. Solange du damit klarkommst, dass du über die rassistischen Witze eines Sexualstraftäters lachst, ist doch kein Problem dabei. Und: Solange du auch damit klarkommen würdest, dass andere Menschen auch einem Typ, der deine Schwester/Tochter/Mutter sexuell missbraucht hat einen super Typen finden und meinen, dass bei „im Zimmer einsperren und dann etwas masturbieren und dann die Anschuldigungen 15 Jahre lang leugnen und deine Tochter/M/S beruflich ruinieren“ doch keine grosse Sache sei.
    • Duscholux 27.11.2019 11:10
      Highlight Highlight Ich schau mir nur eine Comedyshow an. :)
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Wie viel ist uns dieses Dorf wert?

Das Bündner Dorf Brienz rutscht immer schneller ins Tal. Jetzt wird auch über eine Umsiedlung nachgedacht.

Man kann sie verstehen, die Menschen, die einst den Anfang machten und dort siedelten, wo Brienz bis heute liegt. Über tausend Jahre ist es her, dass das Dorf erstmals erwähnt wurde. Es liegt auf einer natürlichen Terrasse im Albulatal, umrahmt von Wäldern und Wiesen.

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