Schweiz
Arbeitswelt

Bewerberinnen werfen Tessiner CEO sexuelle Belästigung vor

Geschäftsreise im selben Zimmer? Bewerberinnen erheben Vorwürfe gegen Tessiner CEO

29.04.2026, 10:0729.04.2026, 10:24

Der Chef eines Tessiner Unternehmens suchte eine «persönliche Assistentin». Mehrere Frauen berichten daraufhin, dass sie beim Vorstellungsgespräch vom Chef sexuell belästigt worden seien. Darüber berichtet RSI.

Die Assistentin solle zwischen 19 und 40 Jahre alt sein, «absolut frei von familiären Verpflichtungen» und «verfügbar für neue Erfahrungen ausserhalb der üblichen Regeln», hiess es laut RSI in der Stellenanzeige. Der CEO habe sich selbst als «Manager von hohem menschlichem und professionellem Niveau» bezeichnet.

Einige Bewerberinnen, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, schilderten gegenüber RSI ihre Erfahrungen. Der Arbeitgeber habe aufdringliche und intime Fragen gestellt und das Aussehen der Frauen kommentiert. Zwischen ihm und seiner Assistentin, die «immer an seiner Seite» sein müsse, sei eine «Symbiose» notwendig.

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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kann schon beim Bewerbungsgespräch anfangen.Bild: shutterstock

Er habe auch über seine Auffassung von «Geschäftsreisen» mit der Assistenz gesprochen. Dabei stelle er sich vor, einige Tage in einer Wohnung am Meer zu verbringen, eventuell sogar im selben Zimmer.

Die Bewerbungsgespräche hätten teilweise am Ende des Arbeitstages oder am Samstag stattgefunden, wenn niemand anderes mehr im Büro gewesen sei. Eine Kandidatin sagt gegenüber RSI, sie habe unerwünscht einen Kuss erhalten. Manche Frauen hätten sich nach dem Gespräch gedemütigt gefühlt.

Auch eine Journalistin von RSI habe sich auf die Stelle beworben und ähnliche Erfahrungen wie die restlichen Bewerberinnen gemacht. Der Chef habe ihr mitgeteilt, dass der Vertrag erst abgeschlossen werden könne, wenn eine «Vertiefung des gegenseitigen Kennenlernens» stattgefunden habe. Dazu gehöre, abends nach 21 Uhr mit ihm zu chatten und ihn auf einer Geschäftsreise zu begleiten – was jedoch nicht entlohnt werde.

RSI hat den Unternehmer laut eigener Aussage konfrontiert. Dieser habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Alle Aussagen seien erfunden. (hkl)

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62 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Cosmopolitikus
29.04.2026 10:44registriert August 2018
Ich bin seit Jahrzehnten Vorgesetzter von Mitarbeitenden. Wer seine Position dermassen ausnutzt ist nicht nur ein katastrophaler Chef, sondern auch ein schlechtes Vorbild für die nachfolgenden Führungsebenen. Dieses Verhalten ist antiquiert, deplatziert und moralisch höchst verwerflich. Der Reputationsschaden für solche Unternehmungen ist immens und nur schwer zu korrigieren. Absolutes No-Go.
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Macca_the_Alpacca
29.04.2026 10:54registriert Oktober 2021
Ah haaa der ist gut. «verfügbar für neue Erfahrungen ausserhalb der üblichen Regeln» und Symbiose - oh Mann der lässt auch nix aus. Mich erstaunt eher, dass der überhaupt Kandidatinnen findet.
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insert_brain_here
29.04.2026 10:59registriert Oktober 2019
Die 80er-Jahre haben angerufen, sie wollen ihr Frauenbild zurück. Damals war die sexuell verfügbare Assistentin ein gängiger Benefit ab einer gewissen Kaderstufe, so wie die Limousine samt Fahrer und die Firmenkreditkarte deren Bezüge niemand kontrolliert. Bei der Stellenausschreibung beschränkte man sich jedoch „diskret“ auf das Codewort „ledig“
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