Schweiz
Armee

Angebote für zusätzliche Luftabwehrsysteme liegen vor

Patriot-Beschaffung dauert zu lang – diese Länder bieten jetzt Alternativen

29.05.2026, 16:1029.05.2026, 16:10
Flugabwehr: US-amerikanisches Waffensystem Patriot, 2024.
Die Beschaffung des Patriot-Systems aus den USA verzögert sich dermassen, dass der Bund nun Alternativen sucht.Bild: imago-images.de

Wegen Verzögerungen beim US-Luftabwehrsystem Patriot sucht die Schweiz Alternativen. Nun liegen die Angebote von vier Herstellern aus Deutschland, Frankreich, Südkorea und Israel auf dem Tisch.

Die Informationen wurden im Rahmen einer Anfrage eingeholt, wie das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) am Freitag mitteilte. Armasuisse analysiere die eingegangenen Rückmeldungen nun aus militärischer, technischer und kommerzieller Sicht. Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung weiterer Abklärungen zum Patriot-System entscheidet der Bundesrat voraussichtlich im Sommer über das weitere Vorgehen.

Ein mögliches zusätzliches System soll bevorzugt in Europa produziert werden. Damit will der Bund Abhängigkeiten von einzelnen Lieferketten reduzieren und die Verfügbarkeit besser absichern.

Vier bis fünf Jahre später als geplant

Der Bundesrat will die Luftverteidigung wegen der angespannten geopolitischen Lage und der Bedrohung durch Distanzwaffen stärken. Dies namentlich angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Er beauftragte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) im März des laufenden Jahres daher, die Beschaffung eines zusätzlichen Systems zu prüfen.

Bereits bestellt hat die Schweiz das Patriot-System. Die Schweizer Armee erhält das in den USA bestellte Luftabwehrsystem allerdings vier bis fünf Jahre später als ursprünglich geplant, wie Ende Februar bekannt wurde. Ursprünglich war vorgesehen, dass das System 2027 und 2028 geliefert werden sollte.

Diese Verspätung möchte der Bundesrat mit dem Kauf eines zweiten Systems abfedern. Zugleich will er nach eigenen Angaben die Abhängigkeit von den USA reduzieren. Der Schritt erhöhe die Flexibilität im Konfliktfall, erklärte Pfister im März. (sda)

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