Schweiz
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Verdingkinder sollen bis zu 25'000 Franken Entschädigung erhalten



Die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen sollen finanziell entschädigt werden. Die Finanzkommission des Nationalrates ist damit einverstanden, für die Entschädigungen einen Betrag von maximal 300 Millionen Franken aufzuwenden. Mit 15 zu acht Stimmen beantragt die Finanzkommission jedoch bei der zuständigen Rechtskommission, die Zahlung pro Opfer auf maximal 25'000 Franken zu begrenzen.

Im Gesetzesentwurf des Bundesrates ist lediglich verankert, dass alle Opfer den gleichen Betrag erhalten. Justizministerin Simonetta Sommaruga sprach bei der Präsentation der Vorlage von 20'000 bis 25'000 Franken pro Person, je nach Zahl der Gesuche. Der Bund schätzt die Zahl der noch lebenden Anspruchsberechtigten auf 12'000 bis 15'000.

Zwangsmassnahmen bis 1981

Swiss President and Justice Minister Simonetta Sommaruga speaks to media after the weekly meeting of the Federal Council in Bern, Switzerland December 11, 2015. REUTERS/Ruben Sprich

Simonetta Sommaruga.
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Die Vorlage des Bundesrates soll als indirekter Gegenvorschlag zur Wiedergutmachungs-Initiative dienen. Diese verlangt Entschädigungen im Umfang von 500 Millionen Franken. Fürsorgerische Zwangsmassnahmen waren in der Schweiz bis 1981 angeordnet worden.

Manche der Opfer wurden als Kinder an Bauernhöfe verdingt, andere zwangssterilisiert, für Medikamentenversuche missbraucht oder wegen «Arbeitsscheu», «lasterhaften Lebenswandels» oder «Liederlichkeit» weggesperrt. Im Lauf der letzten Jahre gab es erste Schritte zur Rehabilitierung der Opfer. Auch wurde ein Soforthilfefonds eingerichtet für jene, die sich in einer Notlage befinden.

(sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • osrevda 30.01.2016 21:46
    Highlight Highlight Eine absolute Schande dieses Giesskannenprinzip gegenüber den Schwerstbetroffenen nach dem Muster JEKAMI. 25'000 Franken sind heutzutage 4-5 Monatslöhne. Dem gegenüber stehen jahrzehnte Diskriminierung, Ausgrenzung, Stigmatisierung und Verarmung. Von gesundheitlichen Schäden noch gar nicht gesprochen. Ich bin ein Schwerstbetroffener und fühle mich hintergangen. Natürlich müssen zuerst Asylanten und Flüchtlinge versorgt sein und der Schweizer hat gefälligst hinten anzustehen. Mit den heutigen Kommunkationsmöglichkeiten hätte es genug Mittel, dieser Ungerechtigkeit vorzubeugen...
  • Vergugt 30.01.2016 12:01
    Highlight Highlight Da fehlt noch ein Kommentar von Ueli Mäder!
  • Calvin Whatison 30.01.2016 09:03
    Highlight Highlight das Leid, welches diese Menschen durchmachen mussten, ist mit max. 25'000.- nicht aufzuwiegen. Da sind Menschen mit Seelen, gezeichnet mit Narben für den Rest Ihres Leben.
    Finde das beschämend für ein Land wie die Schweiz.
    Aber Sie waren ja versorgt und zu Essen gab man Ihnen ja schliesslich auch...Da macht es sich Bundes Bern einfach zu leicht.
  • franky_fix 29.01.2016 21:35
    Highlight Highlight Ein dunkles Kapitel der achso schönen schweizer Geschichte. Auch wenn das Geld die Vergangenheit nicht rückgängig macht, ist es doch die Anerkennung der Gäueltaten die stattgefunden haben und auch eine kleine Entschuldigung für die Betroffenen, dass das ganze nicht einfach, wie früher, von Kirche, Staat und Öffentlichkeit, unter den Teppich gekehrt wird.

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