Schweiz
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ZUR NICHT DURCHGEFUEHRTEN GRIPEN-FLUGSHOW STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Ein Gripen-Flugzeug beim Start anlaesslich einer Medienkonferenz ueber das schwedische Kampfflugzeug Gripen am Donnerstag, 17. Januar 2013, auf dem Militaerflugplatz in Emmen im Kanton Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

Abstimmung in 2 Monaten

Was passiert bei einem Nein zum Gripen? 

Braucht die Schweiz neue Kampfflugzeuge? Braucht sie denn überhaupt eine Luftwaffe und wer würde vom Deal profitieren? Diese und weitere Fragen und Antworten zwei Monate vor der Abstimmung.

Antonio Fumagalli, aargauer zeitung



Umfrage

Sind Sie für den Kauf des Gripen?

  • Abstimmen

1,011

  • Ja, weil wir einen neuen Kampfjet brauchen.27%
  • Ja, weil der Gripen ein guter Flieger ist.3%
  • Nein, wir brauchen den Kampfjet nicht.69%

Weshalb will der Bund neue Kampfflugzeuge? 

Die Kampfjetflotte der Schweizer Armee umfasst derzeit 32 F/A-18 und 54 F-5 Tiger. Während die F/A-18 noch bis zirka 2030 betrieben werden können, genügt der F-5 Tiger den operationellen Anforderungen nicht mehr. Er kann zum Beispiel bei schlechtem Wetter und in der Nacht nicht fliegen. Bundesrat und Parlament wollen deshalb einen Ersatz der Tiger-Flotte – sonst könne im Krisenfall der Luftpolizeidienst nicht über einen längeren Zeitraum gewährleistet werden. 

Wieso wurde der Gripen ausgewählt? 

Das Verteidigungsdepartement (VBS) hat neben dem Gripen des schwedischen Herstellers Saab auch den französischen Rafale und den Eurofighter von einem länderübergreifenden Konsortium evaluiert. Den Ausschlag gaben letztlich die Kosten: Der Gripen E/F weist laut dem Bundesrat mit Abstand die tiefsten Beschaffungs- und Betriebskosten auf und erfüllt gleichzeitig die militärischen Anforderungen. Die Beschaffung von 22 Gripen-Kampfjets würde insgesamt 3,126 Milliarden Franken kosten. Vor der Lieferung des ersten Flugzeugs müsste die Schweiz eine Anzahlung von einer Milliarde Franken leisten. 

Brauchen wir überhaupt eine eigene Luftwaffe? 

Die Schweiz ist mit Ausnahme von Österreich (und Liechtenstein) von Nato-Staaten umgeben. Gripen-Kritiker – insbesondere aus den Reihen der Grünliberalen – rufen deshalb nach einer engeren Kooperation mit den Luftwaffen unserer Nachbarstaaten. Für das VBS kommt das nicht infrage: Ein souveräner Staat müsse seine Luftverteidigung selbst ausüben – nur schon weil eine Partner-Luftwaffe in einer länderübergreifenden Krisensituation selber stark gefordert wäre. 

Bundesrat und Verteidigungsminister Ueli Maurer spricht zu den versammelten Offizieren anlaesslich der Hauptversammlung der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG) am Samstag, 15. Maerz 2014 in Murten. Die Delegierten der SOG haben sich am Samstag in Murten FR einstimmig fuer die Beschaffung des Gripen Kampfjets ausgesprochen. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Bild: KEYSTONE

Welche weiteren Argumente haben die Gripen-Gegner? 

Es gibt ein linkes und ein bürgerliches Komitee gegen den Kauf des Gripen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie sich gegen die hohen Investitionskosten wehren. Während linke Kreise grundsätzliche Skepsis gegenüber der Armee haben, wollen die Bürgerlichen zuerst eine allgemeine Debatte über den Auftrag der Armee führen. Moniert wird auch, dass der Gripen E bislang erst auf dem Papier existiert. 

Wie positionieren sich die Parteien? 

Auch wenn die meisten Parteien noch keine Parole beschlossen haben, werden die Delegierten von SVP, FDP, BDP und CVP mehrheitlich für den Jet-Kauf stimmen – wobei die CVP die Kampagnenführung an die SVP abgetreten hat. Gegen den Gripen-Deal sind SP, Grüne und Grünliberale. 

Ist der Gripen nötig für eine 24-Stunden-Bereitschaft? 

Der Entführungsfall von Genf im Februar zeigte: Die Schweizer Luftwaffe ist nur zu Bürozeiten einsatzbereit. Um dies zu ändern, braucht es aber keine neuen Kampfjets, sondern mehr Piloten, mehr Personal bei der Skyguide und mehr Mechaniker. 

ZUR NICHT DURCHGEFUEHRTEN GRIPEN-FLUGSHOW STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Der Testpilot und Gripen-Projektleiter Fabio Antognini haelt ein Modell des Gripen Flugzeuges waehrend einer Medienkonferenz bei einem Medientreffen am Freitag, 27. Dezember 2013 in Adelboden. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Wer profitiert sonst noch vom Gripen-Deal? 

Die Gripen-Befürworter verweisen gerne auf die Gegengeschäfte, die Saab mit Schweizer Firmen im Umfang von 2,5 Milliarden Franken abschliessen müsste. Bereits getätigte Aufträge zeigen aber: Der Zusammenhang mit dem Gripen-Deal ist nicht immer eindeutig. Ein beträchtlicher Teil der Geschäfte wäre wohl ohnehin erfolgt. 

Was passiert bei einem Nein am 18. mai? 

Vorderhand nichts. Verteidigungsminister Ueli Maurer äussert sich bewusst nicht zum Fall einer Abstimmungsniederlage – der Gripen-Kauf sei der Plan A und der Plan B des Bundesrats. Die Diskussion rund um die Beschaffung von neuen Kampfjets würde um Jahre hinausgeschoben und spätestens wieder richtig lanciert, wenn die F/A-18 in die Jahre kommen. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Neptun 26.03.2014 16:16
    Highlight Highlight Was mich an der ganzen Diskussion eigentlich am meisten stört bringt niemand zur Sprache. Der Gripen kostet die CH nicht einen Rappen mehr. Wir stimmen über das Fondgesetz ab, sprich, ob die Armee von ihrem ordentlichen Budget jährlich 300 Mio. zur Beschaffung des Gripen in diesen Fonds eispeist. Der Unterhalt, bevor mal wieder jemand mit der alten Krücke hinter dem Ofen hervor kommt, bestreitet die Armee dann übrigens auch aus dem ordentlichen Budget. Es geht also nicht um eine Mehrausgabe, sondern darum, ob wir uns die Vögel leisten wollen oder nicht.

    Zudem wäre es, sofern ich das richtig im Kopf habe, möglich gewesen, die Kosten für den Flieger OHNE ein Gesetz zu regeln, wodurch dann auch kein Referendum möglich gewesen wäre!
  • dem 22.03.2014 15:08
    Highlight Highlight hmm.. luftwaffe brauchen wir definitiv aber der rest der armee? völlig überflüssig. flieger und fliegerabwehr ist die zukunft!
  • Manorake 22.03.2014 14:08
    Highlight Highlight Ach wie gut gibt es nun 8 Mio. Kampfjetexperten, die alles besser wissen wollen! Lasst doch die wirklichen Experten ihre Arbeit machen!
    • Zeit_Genosse 22.03.2014 17:56
      Highlight Highlight Welche Experten? Es macht schon Sinn, den sogenannten "Experten" auf die Finger zu schauen.
      Dass jeder seinen Senf dazu gibt heisst freie Meinungsäusserung und dass wir darüber Abstimmen können, verlangt, dass wir uns selbst ein Bild machen.
    • Manorake 23.03.2014 02:32
      Highlight Highlight Die meisten Wähler sind meiner Ansicht nach unfähig sachlich zu analysieren, ob es nun diesen Kampfjet braucht oder nicht! Und man wälzt das Ganze auf die emotionale Ebene ab, wo plötzlich Birnen mit Äpfel verglichen werden!
  • Androider 22.03.2014 13:33
    Highlight Highlight Ich bin nicht grundsätzlich gegen neue Kampfjets. Allerdings wäre das letzte Angebot der Franzosen für den Rafaele in meinen Augen das beste gewesen. Auch den Eurofighter hätte ich dem Gripen vorgezogen. Das billigste muss nicht zwingend das beste sein, Ueli! Ausserdem muss die Patrouille Suisse unbedingt beibehalten werden. Deshalb tendiere ich eher zu einem Nein.
    • Manorake 22.03.2014 14:09
      Highlight Highlight Wenn die Patrouille Suisse bestehen bleiben soll, solltest du Ja und nicht Nein stimmen!
    • Androider 22.03.2014 19:18
      Highlight Highlight Könntest du mir bitte erklären, warum ich deshalb mit Ja stimmen müsste? :)
      Meiner Auffassung nach werden bei einem Ja alle 54 F-5E Tiger II-Jets (inkl. die 12 der PS) ausrangiert. Mit dem FA-18 könnte man die Flugshow-Elemente, welche nahe bei den Zuschauern stattfinden, nicht mehr durchführen, weil es dir dann trotz Ohrenschutz schier das Trommelfell zerreissen würde. Ausserdem will die Armee bestimmt nicht 12 der 32 FA-18 Jets für die PS verwenden. Und den Gripen will Ueli ja nicht rot-weiss anmalen lassen.
    • Manorake 23.03.2014 02:18
      Highlight Highlight Naja weil der Tiger auch bei einem Nein ausrangiert wird - so meine Auffassung..... Besser eine Kunststaffel mit FA18 als keine!

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