Schweiz
Verbrechen

Kerzers: Das ist über den mutmasslichen Täter bekannt

epa12811632 (L-R) Philippe Allain, Commander of the Fribourg Cantonal Police; Raphael Bourquin, Attorney General of the Canton of Fribourg; Romain Collaud, Member of the Fribourg Council of State; Phi ...
An der Pressekonferenz hat die Polizei noch nicht viel Details zum mutmasslichen Täter bekannt gegeben.Bild: keystone

Das ist bis jetzt über den verstorbenen mutmasslichen Täter von Kerzers bekannt

11.03.2026, 14:5211.03.2026, 18:06

Ein mutmasslich psychisch instabiler Mann um die 60 Jahre hat am Dienstagabend wohl den verheerenden Brand in einem Postauto in Kerzers FR ausgelöst. Beim Feuer im Bus kamen sechs Personen ums Leben, fünf weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Der Mann hat laut Behörden vorsätzlich gehandelt, einen Terrorakt schliessen sie aber aus.

Die Polizei geht davon aus, dass der aus dem Kanton Bern stammende Schweizer unter den Todesopfern ist, kann es aber noch nicht mit abschliessender Sicherheit sagen. Die Identifikation der Opfer steht noch aus, wie der Kommandant der Freiburger Kantonspolizei, Philippe Allain, am Mittwoch vor den Medien in Granges-Paccot sagte. Sie sollte in den nächsten Stunden vorliegen.

Nach ersten Erkenntnissen steht für die Polizei die These einer vorsätzlichen Brandstiftung im Zentrum. Der Mann soll sich selber im Bus angezündet haben, bevor das Feuer sich auf das ganze Fahrzeug ausbreitete. Er sei von seiner Familie als vermisst gemeldet worden.

Generalstaatsanwalt Raphael Bourquin beschrieb den Mann als sozial isoliert, psychisch instabil und deshalb «eher dem Gesundheitssystem bekannt als der Strafjustiz».

Der Berner Polizei bekannt

Der Mann war der Berner Kantonspolizei im Zusammenhang mit Betäubungsmittelmissbrauch bekannt, wie sie eine Meldung der CH-Media-Blätter auf Anfrage bestätigte. Er hatte sich offenbar in einem Spital im Kanton Bern aufgehalten. Dieses meldete ihn am frühen Dienstagnachmittag als vermisst.

Die Polizei leitete nach eigenen Angaben sofort eine Suche ein. Die Polizei stand auch in Kontakt mit Bezugspersonen beziehungsweise Angehörigen, um Hinweise auf eine mögliche Selbst- oder Fremdgefährdung zu erhalten. Solche Hinweise habe es aber zum gestrigen Zeitpunkt nicht gegeben. Den Mann konnte die Polizei nicht ausfindig machen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Postauto-Brand in Kerzers FR
1 / 14
Postauto-Brand in Kerzers FR

Am Mittwochmittag informierten die Behörden über den Postauto-Brand in Kerzers FR.

quelle: keystone / cyril zingaro
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Augenzeugin Alessia Kerzers
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
122 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
El_Chorche
11.03.2026 15:56registriert März 2021
Zum Glück haben wir in der Schweiz ein gutes Netz an Einrichtungen, um den Grossteil labiler Menschen, die eine Gefahr für andere darstellen, zu betreuen.

Hätten wir das nicht (weil böser Sozialismus) käme es wohl zu mehr solcher Tragödien - siehe USA, wo solche Menschen ihrem Schicksal überlassen werden.

Den Angehörigen mein Beileid.
24944
Melden
Zum Kommentar
avatar
coronado71
11.03.2026 20:14registriert Juni 2016
Das Netz für psychisch kranke Menschen ist eben längst nicht mehr so dicht und supidupi. Durch das Credo "Ambulant vor Stationär" ist die Versorgung weniger engmaschig. Lange Wartezeiten für Therapieplätze, eine restriktive Vergütungspraxis (nach 10 Sitzungen ist Schluss, also hat man gefälligst "geheilt" zu sein), zu wenig Personal...
Nein - das soll keine Entschuldigung für den Täter sein. Aber es kann ja sein, dass unser Gesundheitssystem nicht darauf ausgelegt ist, solche Vorfälle "abzufangen" (siehe z.B. die Meldung über den Vorfall in einem Tram in Zürich).
392
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bikemate
11.03.2026 17:04registriert Mai 2021
Tragisch, dass diese Tragödie absichtlich herbeigeführt wurde. Wie schrecklich muss es für die Angehörigen sein, das zu wissen.
262
Melden
Zum Kommentar
122
Die SVP attackiert Martin Pfisters Verteidigungsdepartement
Staatssekretariat für Sicherheit? Abschaffen. Fachstelle Frauen? Abschaffen. Die SVP nimmt das Verteidigungsdepartement ins Visier und fordert fünf Milliarden Einsparungen – zugunsten der Armee.
Das Treffen fand in der letzten Woche der Frühlingssession statt. Die Parteispitze der SVP hatte ihre Sicherheitspolitiker aufgeboten. Ziel des Meetings: Einschwören auf Parteilinie. Krankheitshalber nicht anwesend war Ständerat Werner Salzmann.
Zur Story