DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04852913 Protesters hold signs during a Reclaim Australia Rally at Martin Place in Sydney, Australia, 19 July 2015. Australian nationalists protesting against Islam clashed with anti-racism groups at rallies in Melbourne and Sydney.  EPA/MICK TSIKAS AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

«Sag Nein zur Scharia»: Eine Demonstrantin marschiert am Sonntag im Zentrum Sydneys mit der Abwandlung des SVP-Plakats. Bild: EPA/AAP

Das Anti-Minarett-Plakat der SVP geht um die Welt: Sujet bei Demo in Sydney aufgetaucht



Das Anti-Minarett-Sujet der SVP mit Raketen-ähnlichen Minaretten und einer verschleierten Frau entwickelt sich zum weltweiten Symbol von Islamgegnern, welche sich vor einer angeblichen Islamisierung fürchten. Am Wochenende ist das Plakat in abgewandelter Form bei einer Anti-Islam-Kundgebung in der australischen Grossstadt Sydney aufgetaucht.

In mehreren Städten Australiens hat die Bewegung «Reclaim Australia», deren Forderungen an jene der deutschen Pegida-Bewegung erinnern, zu Demonstrationen aufgerufen. Gefolgt sind dem Aufruf jeweils einige Dutzend Personen. Gleichzeitig bildeten sich Gegendemonstrationen linker Gruppierungen, worauf es zu Ausschreitungen kam. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot zugegen und nahm mehrere Personen fest, wie der australische Rundfunk ABC berichtete.

Das Anti-Minarett-Plakat in Sydney trug den Aufruf «Say No to Sharia» («Sag Nein zur Scharia»), womit sich die nationalistische Kleinpartei Party of Freedom gegen das islamische Rechtssystem wandte. Die Schweizer Flagge wurde mit der australischen ausgewechselt.

HANDOUT - Das Plakat, mit dem die SVP fuer die Anti- Minarett-Initiative wirbt, die am 29. November 2009 zur Abstimmung gelangen wird. (KEYSTONE/ SVP) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Das Original: Mit diesem Plakat warb die SVP im Vorfeld der Anti-Minarett-Initiative im November 2009.  Bild: SVP

«Glaub' dem Hype nicht»: Gegendemonstration in Sydney.

Spätestens seit dem Vorrücken der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak ist der radikale Islam in Australien ein breit diskutiertes Thema. In den Reihen der Terrorgruppierung kämpfen Dutzende Australier, bei Razzien nahm die Polizei Muslime fest, die auf Geheiss von IS-Kämpfern Anschläge geplant haben sollen. Zudem hielt ein Einzeltäter, der in der Vergangenheit mit islamistischen Äusserungen aufgefallen war, im vergangenen Dezember in einem Café im Zentrum Sydneys 18 Geiseln. Zwei Opfer und der Geiselnehmer starben, als die Polizei das Gebäude stürmte. Die konservative australische Regierung reagierte mit teilweise umstrittenen Gesetzesvorschlägen und wurde auch schon dafür kritisiert, dass sie die Gefahr durch die IS-Islamisten übertreibe.

Die SVP hatte das Original-Plakat im Vorfeld der Abstimmung zur angenommenen Volksinitiative für ein Minarett-Bauverbot in der Schweiz im November 2009 verwendet. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus kritisierte das Sujet harsch. Es komme einer «Diffamierung der friedlichen muslimischen Schweizer Bevölkerung» gleich, hielt die Kommission fest. Die Städte Basel und Lausanne verboten den Aushang des Plakats, Medienhäuser lehnten den Abdruck ab.

Nachahmer gefunden hatte das Sujet schon bei Nationalisten und Islamgegnern in mehreren Ländern, unter anderem in Frankreich durch den Front National, aber auch in Deutschland und Russland. (trs)

SVP-Abstimmungsplakate

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Einst waren ihm 2 zu viel: Jetzt will Ueli Maurer 4 Wochen Papizeit für Bundesangestellte

Finanzminister Ueli Maurer half im Jahr 2017 noch dabei mit, dass der Bundesrat die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub» ablehnte. Hauptargument: Zu teuer.

Die bundesrätliche Empfehlung zur Ablehnung hat nichts gebracht, im Herbst wurde der Kompromissvorschlag des Parlaments vom Volk angenommen und seit diesem Jahr bekommt jeder frischgebackene Vater zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Doch auch dieser Kompromiss wurde von der SVP bekämpft.

Bei Ueli Maurer hat es nun anscheinend …

Artikel lesen
Link zum Artikel