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SNB: kauft im dritten Quartal Devisen im Wert von 75 Millionen

SNB hat im dritten Quartal Devisen im Wert von 75 Millionen gekauft

31.12.2025, 09:4331.12.2025, 09:58

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im dritten Quartal 2025 äusserst zurückhaltend am Devisenmarkt interveniert. Sie erwarb von Juli bis September Devisen im Gegenwert von gerade mal 75 Millionen Franken, um den weiteren Anstieg des Frankens zu bremsen.

Dies geht aus einer am Mittwoch publizierten Statistik zu den Devisengeschäften der SNB hervor. Die Notenbank gibt die Interventionen für ein bestimmtes Quartal jeweils am Ende des Folgequartals bekannt.

epa12403772 The facade of the Swiss National Bank (SNB) in Zurich, Switzerland, 25 September 2025. The SNB is leaving the policy rate unchanged at zero percent, noting the bank will continue to monito ...
Im zweiten Quartal kaufte die SNB Devisen im Umfang von über 5 Milliarden Franken.Bild: keystone

Die SNB kommentiert ihr Vorgehen am Devisenmarkt selbst nicht. An den geldpolitischen Lagebeurteilungen wiederholt sie jeweils lediglich, dass sie bei Bedarf bereit sei, am Devisenmarkt aktiv zu sein.

Hohe Interventionen nach «Libration Day»

Die Interventionen im dritten Quartal folgten auf die Leitzinssenkung auf 0 Prozent in Juni. Sie fielen zwar auch in die Zeit des US-Zollhammers gegen die Schweiz. US-Präsident Donald Trump hatte der Schweiz just an ihrem Nationalfeiertag am 1. August einen Zollsatz von 39-Prozent auf Exporte in die USA aufs Auge gedrückt. Die US-Zölle hatten allerdings kaum Einfluss auf den Franken-Dollar-Kurs.

Im Gegensatz dazu hatte die SNB im Quartal davor stark am Devisenmarkt eingegriffen. Im zweiten Quartal kaufte sie Devisen um Umfang von über 5 Milliarden Franken. Ins zweite Quartal fiel der «Liberation Day» Anfang April, an dem US-Präsident Donald Trump den Beginn neuer, umfangreicher US-Strafzölle auf Importe markierte, um die amerikanische Industrie zu stärken. Der Dollar sackte in der Folge ab, der Schweizer Franken als sicherer Hafen legte stark zu.

Starke Intervention im Schlussquartal?

Für das Jahresschlussquartal erwarteten Beobachter wieder stärkere Interventionen als zuletzt. Mit dem angekündigten Handelsdeal zwischen der Schweiz und der USA und der Reduktion der Zölle auf 15 von 39 Prozent per Mitte November wertete sich der sowieso schon starke Franken mit der Einigung sowohl zum Dollar als auch zum Euro nochmals deutlich auf. Es sei stark davon auszugehen, dass die Schweizer Währungshüter massiv am Devisenmarkt intervenieren mussten, um ein regelrechtes «Abrauschen» des Währungspaars Euro/Franken zu verhindern, hiess es.

Die deutliche Intervention im Vorquartal war zuletzt ein Ausreisser. Er folgte auf eine Periode von fünf Quartalen mit ebenfalls bescheidenen Eingriffen. Im ersten Quartal 2025 waren es nur 49 Millionen, im vierten Quartal 2024 103 Millionen. Im gesamten Jahr 2024 waren es insgesamt lediglich 1,2 Milliarden.

Anfang 2024 hatte die SNB eine Kehrtwende vollzogen und erstmals seit dem Startquartal 2022 wieder Devisen gekauft. Davor war die SNB in grossem Stil als Verkäuferin aufgetreten. Damit wollten die Währungshüter den Franken bewusst stärken, um die importierte Inflation niedrig zu halten, die nach dem Ende der Corona-Pandemie und dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 nach oben geschossen war.

Schweiz unter Beobachtung

Nach Aussagen von Beobachtern hielt sich die SNB in der Berichtsperiode mit Interventionen am Devisenmarkt unter anderem auch deswegen zurück, weil ihrer Meinung nach ansonsten die Schweiz Gefahr läuft, von der US-Regierung unter Trump der Währungsmanipulation bezichtigt zu werden. Das US-Finanzministerium setzte die Schweiz im Juni zusammen mit acht weiteren Ländern auf eine Überwachungsliste möglicher Währungsmanipulatoren.

Ende September veröffentlichten die Schweiz und die USA allerdings demonstrativ eine gemeinsame Erklärung, dass beide Länder ihre Währungen nicht für Wettbewerbszwecke beeinflussen würden. Die SNB hatte jedoch schon bereits zuvor immer wieder betont, dass sie kein Währungsmanipulator sei. Wenn sie am Devisenmarkt interveniere, sei dies jeweils nur zur Erreichung des Preisstabilität. (awp/sda)

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