Schweiz
Banken

Bund hat mit CS-Liquiditätsdarlehen bereits Millionen eingenommen

Bund hat mit CS-Liquiditätsdarlehen bereits Millionen eingenommen

25.05.2023, 14:4025.05.2023, 14:40
FILE - Swiss bank Credit Suisse CEO Ulrich Koerner, third right, leaves the stage after the annual shareholders' meeting of the Swiss banking group on Tuesday, April 4, 2023 in Zurich, Switzerlan ...
Die Garantien für die milliardenschwere SNB-Liquitätshilfe zur Rettung der Credit Suisse machen sich für den Bund bisher bezahlt. Bis Ende April hat der Bund damit insgesamt fast 80 Millionen Franken eingenommen.Bild: keystone

Die Garantien für die milliardenschwere SNB-Liquitätshilfe zur Rettung der Credit Suisse machen sich für den Bund bisher bezahlt. Bis Ende April hat der Bund damit insgesamt fast 80 Millionen Franken eingenommen, wie einer Übersicht auf der Webseite des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) zu entnehmen ist.

So hat die Credit Suisse zum einen für die vom Bund garantierte Liquiditätshilfe im Zeitraum zwischen dem 20. März und dem 30. April laut dem EFD kumuliert Risikoprämien von 50.8 Millionen Franken geleistet. Denn für die im Rahmen dieses «Public Liquidity Backstop» (PLB) bezogenen Darlehen muss die Grossbank eine Risikoprämie von 1.5 Prozent auf den effektiv bezogenen Darlehen bezahlen. Per Ende April lag die von der Credit Suisse bezogene Summe aus dem «PLB» laut den Angaben noch bei rund 10 Milliarden Franken.

Zu den Risikoprämien kommen zusätzlich noch die Prämien für die Bereitstellung des Darlehens, die bis zum Stichtag bei 28.5 Millionen Franken lagen. Diese Prämien sind allerdings erst nach Beendigung der Kreditvereinbarung zu überweisen. Die Bereitstellungsprämie von 0.25 Prozent bezieht sich auf die gesamte Summe von 100 Milliarden Franken - auf ein volles Jahr würde sie also 250 Millionen Franken betragen.

Weitere Kosten für CS

Für die Grossbank handelt es sich zudem noch nicht um die gesamten Kosten für die Notfallliquidität: Sie muss dafür auch noch an die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Zins und eine Risikoprämie leisten. Die erheblichen Kosten für den «Public Liquidity Backstop» sollen für die CS wohl auch einen Anreiz darstellen, dieses Darlehen möglichst schnell zurückzahlen.

Neben dem PLB hatte die tief in der Krise steckende CS Mitte März auch noch Zugang zu weiteren SNB-Darlehen erhalten: Neben der mit Sicherheiten der Bank gedeckten SNB-Liquiditätshilfe («Emergency Liquidity Assistance» ELA) über 50 Milliarden hatte die SNB damals CS und UBS zusätzlich auch noch ein weiteres mit Konkursprivileg gedecktes Liquiditätshilfe-Darlehen über insgesamt bis zu 100 Milliarden («ELA Plus») zur Verfügung gestellt. (oee/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Wie die Schweiz nur knapp einer Atomka­ta­stro­phe entging
In den 1950er-Jahren träumte die Schweiz davon, ein eigenes Atomkraftwerk zu entwickeln und baute in Lucens VD eine Versuchsanlage. Das Vorhaben stand unter einem schlechten Stern: Beim Hochfahren der Anlage im Januar 1969 schmolz ein Brennstab durch und explodierte. Nur knapp entging die Schweiz einem GAU.
Die Mannschaft im Kontrollraum der Versuchsanlage in Lucens (VD) kannte ihren Reaktor gut. Die meisten waren bereits bei der Montage dabei gewesen, und seit drei Monaten lief das Mini-Atomkraftwerk nun schon ohne Unterbruch. Zwar war bekannt, dass die Technik noch unter Kinderkrankheiten litt – anfänglich hatten die Gebläse für das Kühlgas nicht richtig funktioniert, und Ende 1966 hatte sich bei einem Test im aargauischen Würenlingen ein Brennelement überhitzt und war geschmolzen.
Zur Story