bedeckt, wenig Regen
DE | FR
Schweiz
Banken

Was bleibt von der CS? Klar ist: Der UBS winkt ein Märchengewinn

Was bleibt von der CS? Klar ist: Der UBS winkt ein Märchengewinn

Am 31. August schafft die UBS etwas Klarheit: Dann ist klar, wie viel sie mit der CS-Übernahme eingenommen hat und was von der untergegangenen Konkurrentin übrig bleiben wird.
27.08.2023, 11:37
Daniel Zulauf / ch media
Mehr «Schweiz»

Der alte und neue UBS-Chef Sergio Ermotti wird am 31. August die Zahlen der Bank zum zweiten Quartal vorlegen. Diese enthalten zum ersten Mal, wenn auch nur für einen Monat, den Leistungs- und Vermögensausweis der Credit Suisse. Das Ergebnis dieser Kombination ist kaum vorhersehbar.

epa10548493 Newly appointed Group Chief Executive Officer of Swiss Bank UBS Sergio P. Ermotti attends a news conference in Zurich, Switzerland, 29 March 2023. Following a UBS group's 19 March ann ...
Sergio Ermotti.Bild: keystone

Ziemlich wahrscheinlich ist, dass das Geschäft der Credit Suisse auch im Juni, im ersten Monat nach Vollzug der Übernahme, miserabel gelaufen ist. Ein Exodus von Mitarbeitenden, die bei anderen Banken oder an anderen Orten Unterschlupf gefunden haben, dürfte die massive Absetzbewegung der Kunden, die im März zur Kapitulation der traditionsreichen Grossbank führte, mindestens teilweise hochgehalten haben.

Derweil ist der UBS für das erste Halbjahr respektive für das zweite Quartal ein relativ gutes Ergebnis zuzutrauen. Die Bank profitiert weiter im grossen Stil vom gestiegenen Zinsniveau und wenigstens bis zur Jahresmitte zeigten sich auch die Finanzmärkte in einer relativ guten Verfassung, was dem Ertrag aus der Vermögensverwaltung förderlich gewesen sein dürfte. So dürften die zu erwartenden schlechteren Ergebnisse in der Investment Bank vom günstigeren Umfeld in den anderen Geschäftsbereichen einigermassen aufgewogen worden sein.

Zweistellige Milliarden-Beträge

Sicher wird in den Ende August zur Publikation anstehenden Halbjahreszahlen aber erstmals der märchenhafte Buchgewinn sichtbar werden, den die UBS bereits im Zusammenhang mit der CS-Übernahme frühzeitig berechnet und provisorisch auch offengelegt hatte. Den ersten provisorischen Berechnungen zufolge hat die UBS mit der Notrettung ihrer ewigen Erzrivalin einen Buchgewinn von um die 35 Milliarden Dollar erzielt.

Der Gewinn entspricht dem übernommenen Eigenkapital der CS zuzüglich den 16 Milliarden Dollar AT1-Schulden, von denen sich die CS im März auf Anordnung der Finanzmarktaufsicht entlastet hatte. In Abzug gebracht wird der minimale Kaufpreis von rund 3 Milliarden Franken, den die UBS nach dramatischen Verhandlungen über das denkwürdige Wochenende vom 18. und 19. März doch noch zu entrichten bereit war.

Darüber hinaus hat die UBS bereits substanzielle Abschreibungen auf den CS-Aktiva vorgenommen, die den zu erwartenden Buchgewinn ebenfalls um einen zweistelligen Milliardenbetrag schmälert und quasi als vorweggenommenen Verlust aus der laufenden Verwertung dieser Aktiva zu interpretieren ist. Selbstredend wird die UBS auch die Kosten der bereits angelaufenen und zweifellos sehr tiefgehenden Restrukturierung der Credit Suisse schultern und von dem Transaktionsgewinn in Abzug bringen müssen.

Bleibt von der CS nur noch die CSX?

Zur brennenden Frage, wie tief diese Restrukturierung letztlich gehen soll und was von der Credit Suisse und ihrer Franchise mittelfristig noch übrig bleiben wird, will die UBS am 31. August ebenfalls Antworten liefern. Erwartet wird ein Abbau von bis zu 35'000 der weltweit 120'000 Angestellten der neuen Superbank. Allein in der Schweiz gelten 10'000 Jobs als gefährdet. Freilich haben viele CS-Angestellte in den vergangenen Monaten neue Stellen gefunden. Der 31. August sollte etwas mehr Licht in die Abbaubilanz bringen.

Von der Marke CS übrig bleiben könnte die Schweizer Onlinebank CSX, die sich mit ihrem Angebot im Heimmarkt gut etabliert und vor allem in der jüngeren Bevölkerungsschicht viele Kunden hat.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
38 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Nummy33
27.08.2023 11:55registriert April 2022
Hauptsache riesen Boni für die Topmanager…
719
Melden
Zum Kommentar
avatar
Macca_the_Alpacca
27.08.2023 12:19registriert Oktober 2021
Und wo Gewinne sind, da sind auch Boni!
599
Melden
Zum Kommentar
avatar
Linus Luchs
27.08.2023 14:48registriert Juli 2014
35'000 Stellen streichen und einen "Märchengewinn" einfahren. Das freut doch den Bankster.
235
Melden
Zum Kommentar
38
Migros und Coop verbieten Kassiererinnen das Kopftuch – doch es gibt Unterschiede
Die beiden Detailhändler liefern Begründungen für das Verbot von Kopfbedeckungen in ihren Geschäften, das allerdings nicht überall gilt.

Der Fall sorgte bei der CH-Media-Leserschaft für eine hitzige Debatte: Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Migros eine langjährige Angestellte in Luzern vor die Tür gestellt hatte. Diese weigerte sich, ohne Kopftuch zur Arbeit zu kommen. Sie fühlt sich durch die Entlassung diskriminiert und klagt nun gegen die Detailhändlerin.

Zur Story