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Eric Weber fotografiert anlaesslich der Ersatzwahl eines Regierungsratsmitglieds Basel-Stadt im Wahlforum im Rathaus in Basel, am Sonntag, 22. Juni 2014. Der Vorsteher des Gesundheitsdepartements Carlo Conti hatte wegen Nachlaessigkeiten und Fehlern bei der Verbuchung von Entgelten fuer Mandate am 7. Januar 2014 seinen Ruecktritt bekannt gegeben, was eine Ersatzwahl notwendig machte. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Immer für einen «Spass» zu haben: der Basler Grossrat Eric Weber. Bild: KEYSTONE

«Min Name isch Eric Wäääber» – über diese Voice-Mail wundert sich Basel

Eher ungewöhnlich für einen Grossrat, aber dennoch: Eric Weber ruft in Basler Haushalte an, um für sich zu werben.



Der Basler Kantons-Querulant Eric Weber hat sich was ganz Besonderes einfallen lassen, um für sich zu werben. So versucht der Lokalpolitiker die Baslerinnen und Basler offenbar durch Anrufe persönlich von seinen Qualitäten als Politiker zu überzeugen, wie das Onlinemagazin «Vice» berichtet. Wie das klingt, zeigt ein Klick auf das Facebook-Profil des Basler DJs Daniel Vogel. Er veröffentlichte dort den Anruf, den er kürzlich von Weber erhielt.

Bild

Die Nachricht klingt so:

«Min Name isch Eric Wäääber. Ich bin der einzig Grossrooot, wo die Probleeem benennt, wo mer in Baaasel händ. Raubüüüberfäll, Droooge und natürlich z vil Asylante. (...) Bitte, bitte, tüent Si d Liste 14 wääähle. Dank schön, Eric Wäääber, Grossrooot.»

Hier kannst du die Voice-Nachricht von Eric Weber anhören.

Der Manipulator

Weber sorgte erst kürzlich wieder für Schlagzeilen. Die «Schweiz am Sonntag» machte publik, dass der Grossrat eine «Surprise»-Verkäuferin überredet haben soll, einen Zettel zu unterschreiben. Was diese nicht verstand: Damit gab sie ihr Einverständnis für Webers rechtsextreme Partei «Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat» (VA) zu kandidieren. Die Dame ist also Grossratskandidatin. «Sie bettelt Leute an. Da dachte ich, es gehe ihr besser, wenn sie im Grossen Rat sässe», rechtfertigte sich Weber gegenüber der Zeitung.

Weber überredet gerne Leute, wie das jüngste Beispiel zeigt, das ihm ein Verfahren einbrockte: Im Juni verurteilte ihn das Appellationsgericht als Wahlfälscher. Die Strafe: 280 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der einschlägig vorbestrafte Grossrat hatte 2012 eine Frau dazu gedrängt, illegal ein zweites Wahlcouvert zu beziehen und ihn zu wählen.

Der Grossrat kann ziemlich angsteinflössend sein. Zu sehen ist das unter anderem in einem legendären Video von vor drei Jahren. Damals verkündete er im Interview mit der «Basler Zeitung» seinen abrupten Rücktritt aus der Basler Politik – aus dem natürlich nie etwas wurde.

(rwy)

Und nun, einfach so: Jodler stehen einem Mann bei, der auf der Wiesn betrogen wurde

Wahlfälschung in der Schweiz

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