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Basel will einen Tiefbahnhof – und weibelt kräftig beim Bund

Basel will einen Tiefbahnhof – und weibelt kräftig beim Bund

29.06.2023, 15:42
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Der Tiefbahnhof Basel soll in den nächsten Bahnausbauschritt des Bundes kommen. Dies haben die Regierungen von Basel-Stadt und Baselland sowie die Handelskammer am Donnerstag in einer gemeinsamen Resolution gefordert. Nach deren Willen soll der Tiefbahnhof für das Herzstück Basel wie auch der Viertelstundentakt im Fricktal in die Botschaft 2026 des Bundes aufgenommen werden.

Ein Visualisierung des Tiefbahnhofs in Basel.
Eine Visualisierung des Tiefbahnhofs in Basel: Die Idee ist, dass Tunnels den Tiefbahnhof mit der vorgesehenen Station Mitte in der Innenstadt sowie mit den bestehenden Bahnhöfen St. Johann und Badischer Bahnhof verknüpfen.Bild: zvg

Der Tiefbahnhof Basel SBB stelle eine sinnvolle erste Etappe für das Herzstück des S-Bahn-Netzes dar. «Wir wollen diese Forderung lautstark in Bern deponieren», sagte die Basler Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller (GLP) vor den Medien. «Nur mit diesem Tiefbahnhof wird die S-Bahn das nötige starke Rückgrat sein können», sagte der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektor Isaac Reber (Grüne).

Unterstützung kommt auch aus der Wirtschaft. Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, hielt fest, dass die jetzige Infrastruktur an ihre Grenzen stosse. Mit dem voraussichtlich erheblichen Wachstum der Bevölkerung und der Arbeitskräfte in den nächsten zwei Jahrzehnten, sei es wichtig, sich gebündelt für diesen Bahnausbau stark zu machen.

Auch die Bundesparlamentarierinnen und -parlamentarier beider Basel aus sämtlichen Fraktionen unterschrieben die Resolution. Von Links bis Rechts wollen sie alle im National- und Ständerat Überzeugungsarbeit leisten, damit das Basler Grossprojekt berücksichtigt wird.

Sie hoffe, dass dieses Anliegen auch in der übrigen Schweiz Gehör finde, sagte die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (Mitte). Daher sei das überparteiliche Engagement wichtig.

«Wir sind die einzige Metropolitanregion, die noch kein so gut ausgebautes S-Bahn-Netz hat - hier besteht Nachholbedarf», sagte die Basler Ständerätin Eva Herzog (SP).

Baubeginn in den 2030er-Jahren möglich

Im Jahr 2026 wird der politische Entscheid fallen, um die bereits begonnene Projektierung weiterführen zu können. Ist diese Hürde geschafft, könnte der Bau für den Tiefbahnhof in den 2030er-Jahren beginnen, wie Marco Galli, Koordinator für den Bahnknoten beim Basler Bau- und Verkehrsdepartement, sagte. Dabei werde der unterirdische Bahnhof dann etappenweise unter den bestehenden Gleisanlage gebaut.

Vom künftigen Tiefbahnhof aus soll das Herzstück als unterirdische Verbindung durch die Stadt dienen. Die Idee ist, dass Tunnels den Tiefbahnhof mit der vorgesehenen Station Mitte in der Innenstadt sowie mit den bestehenden Bahnhöfen St. Johann und Badischer Bahnhof verknüpfen. Somit soll es einen östlichen Ast des Herzstücks in Richtung Deutschland sowie einen Westast nach Frankreich geben.

Das Bundesparlament beschloss im Jahr 2019 im Rahmen des Ausbauschritts 2035 dafür Projektierungsmittel von 100 Millionen Franken. Der Bund schätzt die Kosten für den Tiefbahnhof und das Herzstück auf rund 9 Milliarden Franken. (sda)

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Solothurn, 24. September 1972. (Quelle: SBB Historic)
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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chaose
29.06.2023 17:20registriert Januar 2014
Unbedingt, das ist ein extrem sinnvolles Projekt für die ganze Region. Die Schweiz hinkt eh hintendrein bei schnellen und regelmässigen Zugverbindungen in den Agglos. Selbst die S-Bahn Zürich hat maximal den Halbstundentakt und ist auf vielen Strecken unglaublich lange unterwegs.
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Christian Mueller (1)
29.06.2023 17:39registriert Januar 2016
Der autobahntunnel, der gebaut werden soll, wurde vm bund in rekordtempo geplant und finanziert. beim öv dauert es leider schon jahrzehnte.
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Hadock50
29.06.2023 20:56registriert Juli 2020
Jede investition in den ÖV ist sinnvoller als die Autobahn ausbauen.
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