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Berner Polizisten nach Gerichtsurteil freigestellt



Die beiden Polizisten, die am Mittwoch von einem Gericht in Bern wegen Amtsmissbrauchs zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt wurden, sind freigestellt worden. Nach Überzeugung des Gerichts waren sie zu weit gegangen, als ein renitenter Mann auf der Bahnhofwache auf den Boden uriniert hatte.

Die Korpsleitung hat entschieden, die beiden Polizisten mit Kündigungsaussicht freizustellen, bestätigte die Berner Kantonspolizei am Freitag auf Anfrage. Sie bestätigte Meldungen der Tageszeitungen «Der Bund» und «Berner Zeitung».

Wildwest in der Nacht auf Sonntag an der Länggasse in Thun. Die Polizei musste ausrücken, weil in die Luft geschossen wurde.  Polizeisprecherin Ramona Mock bestätigt auf Anfrage sowohl den Polizeieinsatz, als auch die Schüsse. «Wir wurden zirka um 23.30 Uhr informiert, dass Schüsse gefallen seien», sagt Mock. In der Folge seien die Einsatzkräfte mit einem «grösseren Aufgebot» ausgerückt. Laut Mock sind mehrere Schüsse in die Luft abgegeben worden, verletzt worden ist aber niemand.  Mehrere Personen seien für weitere Abklärungen auf die Polizeiwache mitgenommen worden. «Es befindet sich jedoch niemand in Haft», sagt die Polizeisprecherin. Im Rahmen des rund zweieinhalbstündigen Einsatzes wurde eine Waffe sichergestellt. Die Polizei hat Ermittlungen zu Hergerang und Hintergrund des Vorfalls aufgenommen.

Die Berner Polizei hat zwei Kollegen weniger.

Bei dem Fall ging es um einen Mann, der im Februar 2014 auf der Polizeiwache gelandet war, weil er sich im Bahnhof Bern gegenüber Polizisten unflätig geäussert hatte. Die Polizei nahm einen Drogenschnelltest vor. Im Warteraum urinierte der Mann auf den Boden und widersetzte sich der Aufforderung der Polizisten, die Urinlache aufzuputzen.

Aussage einer Polizei-Praktikantin ausschlaggebend

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der eine Polizist den Mann zu Boden gedrückt und mehrmals über die Pfütze bewegt hat. Der andere Polizist legte nach Überzeugung des Gerichts die Jacke des Mannes in die Pfütze. Die Richterin stützte sich bei ihrem Urteil unter anderem auf die Zeugenaussage einer Polizei-Praktikantin, die das Geschehen mitbekommen hatte.

Die Polizisten hätten ihre amtlichen Befugnisse überschritten, stellte die Richterin am vergangenen Mittwoch fest. «Man darf niemanden körperlich dazu zwingen, etwas zu putzen», betonte sie. Auch Erniedrigungen seien ein Amtsmissbrauch. Von einem weiteren Vorwurf, der einfachen Körperverletzung, sprach das Gericht die Polizisten hingegen frei.

Die Richterin verurteilte die beiden Polizisten schliesslich zu bedingten Geldstrafen von 80 beziehungsweise 40 Tagessätzen, ausmachend 8800 und 4000 Franken.

(sda)

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