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«Wir wollen hier keinen Sexclub!»: Dieses Schweizer Dorf ist besorgt

La petite localité de Stunden (BE) se voit secouée par la découverte d'un club érotique (image prétexte).
Die kleine Gemeinde Studen (BE) wird durch die Entdeckung eines Erotikclubs erschüttert (Symbolbild).bild: Imago

«Wir wollen hier keinen Sexclub!»: Dieses Schweizer Dorf ist besorgt

Ein Swingerclub lässt sich in einem Wohnquartier von Studen (BE) nieder und sorgt für Aufregung. Die Behörden, die von einem Anwohner alarmiert wurden, versuchen, eine Aktivität zu unterbinden, die sie für illegal halten.
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12.02.2026, 11:1812.02.2026, 11:18

Wie Le Journal du Jura berichtet, hat die Entdeckung eines Swingerclubs im Herzen eines Wohnviertels von Studen (BE) bei den Einwohnerinnen und Einwohnern und lokalen Behörden für Aufregung gesorgt. Das diskret über einer Tischlerei eingerichtete Etablissement wurde von einem Anwohner gemeldet, woraufhin die Gemeinde reagiert hat.

Online wurden Zimmer für «erotische Stunden» und Sexpartys zur Miete angeboten, wie in einem Hotel. Angesichts der Kontroverse wurden die Anzeigen auf Anordnung der Gemeinde entfernt, die die Rechtmässigkeit dieser Tätigkeit in einem strikt als Wohnzone ausgewiesenen Gebiet anzweifelt. Auf Anfrage von« Le Journal du Jura» erklärte ein Gemeinderat:

«Wir wollen hier keinen Sexclub!»

Ein ursprünglich genehmigtes Projekt

Ursprünglich hatte der Mieter die Genehmigung der Gemeinde erhalten, ein Lagerhaus in einen Veranstaltungsort umzuwandeln. Für die Behörden fällt ein Swingerclub jedoch unter «eine Tätigkeit im Zusammenhang mit der Sexindustrie», die in diesem Sektor verboten ist.

Das Bauamt hat den Verantwortlichen daher aufgefordert, alle Aktivitäten einzustellen, ohne jedoch die rechtliche Debatte endgültig zu beenden. Roland Känel, Bauamtleiter von Studen, erklärt:

«Die nächsten Wochen werden zeigen, ob ein Swingerclub mit dieser Gegend vereinbar ist. Es handelt sich nicht um ein Bordell an sich, aber es könnte leicht zu einem werden, wenn Zimmer für Escort-Dienste vermietet würden.»
Im Gespräch mit Le Journal du Jura

Die Eigentümerin des Gebäudes behauptet, nichts von der Existenz des Clubs zu wissen, und versichert, dass sie einer solchen Aktivität niemals zugestimmt hätte. Der Tischler, der die Räumlichkeiten untervermietet, zeigt sich seinerseits verlegen und fürchtet um seinen Ruf. Er bestreitet jegliche direkte Beteiligung.

Eine noch offene juristische Debatte

Die Gemeinde muss nun entscheiden: Kann ein Swingerclub als Veranstaltungsort betrachtet werden? Die Regierungsstatthalterin Franziska Steck erinnert daran, dass jede Nutzungsänderung genehmigt werden muss, insbesondere wenn sie die Nachbarschaft stört, und dass in Wohngebieten nur «ruhige Aktivitäten» zulässig sind.

Laut «Le Journal du Jura» räumt Bürgermeister Heinz Lanz, obwohl er gegen diese Art von Aktivitäten ist, ein, dass das Gesetz den Handlungsspielraum der Gemeinde einschränken könnte. Er will jedoch alles Notwendige tun, damit der Club geschlossen bleibt, und kommt zu folgendem Schluss:

«Andernfalls besteht die Gefahr, dass es zu Protesten kommt.»

(ysc)

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Hold my beer
12.02.2026 12:10registriert Juli 2022
Bei mir in der Nachbarschaft (Landkaff, wo jeder jeden kennt) hatte es mal eine Dame, die Herrenbesuch gegen Entgelt empfing. War amüsant, die Kontrollschilder der Besucher zu googeln... Heute ist sie verheiratet, hat Kinder, wohnt noch im gleichen Haus und niemand stört sich dran. Solange niemand zu irgendwas gezwungen wird, keine Ausbeutung passiert, alle brav ihre Steuern zahlen und die Autos nicht kreuz und quer im Quartier herumstehen, seh ich kein Problem.
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Grüner Kobold
12.02.2026 12:31registriert Oktober 2018
Das mit der reinen Wohnzone kann so nicht stimmen.
Wohnzone = strengere Regeln, manche Betriebe nur geduldet (Bestandsschutz) wie die Tischlerei vor der Umzonung.

"Ursprünglich hatte der Mieter die Genehmigung der Gemeinde erhalten, ein Lagerhaus in einen Veranstaltungsort umzuwandeln" das ist in einer reinen Wohnzone nicht möglich. Ergo ist es mal sicher eine gemischte Zone, wenn nicht sogar eine Gewerbezone.

Ob dort getanzt, gebechert oder gevögelt wird, hat genau die selben Lärmemissionen.
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El_Chorche
12.02.2026 11:59registriert März 2021
Also bei mir hätte es noch grosse, freie Kellerabteile.

- praktisch keine Nachbarschaft
- weit weg von Schulen, Kindergärten, etc
- ein sehr kompromissbereiter Vermieter
- gute Schalldämmung
- grosser Parkplatz vor dem Gebäude
- praktische Laderampen mit Warenlift
- niedrige Miete
- ein netter Nachbar

Gruss
Chorche, mag Büffees
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