Sex als Dopingfalle: Darum verzichtet ein Viertel der Athleten auf intimen Kontakt
Am vergangenen Montag kam es, vier Tage bevor die Olympischen Spiele eröffnet wurden, bereits zum ersten Dopingfall. Bei der italienischen Biathletin Rebecca Passler konnten Spuren des Präparats Letrozol nachgewiesen werden.
Wie die Karriere der 24-jährigen Passler weitergeht, ist nicht klar. Für die meisten Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ist ein positiver Dopingtest ein Horrorszenario und darum werden verschiedene Massnahmen getroffen. Dies zeigt eine Umfrage der skandinavischen Medien NRK, SVT, YLE und DR.
So leben die olympischen Athletinnen und Athleten in Milano-Cortina
Vor den Olympischen Spielen wurden 184 Athletinnen und Athleten aus dem skandinavischen Raum befragt, wie sie mit Dopingtests umgehen. Ungefähr elf Prozent der Befragten nehmen aus Angst keine Medikamente ein und rund zwei Drittel der Sportler verzichten fast durchgehend auf Hautcremes.
Fast ein Viertel der skandinavischen Athleten geht noch einen Schritt weiter und verzichtet gelegentlich auf intimen Kontakt. Zu gross ist die Angst, dass durch den Körperkontakt unbewusst verbotene Stoffe aufgenommen werden. Jede zehnte Person lässt den Sex sogar regelmässig aus.
Aus der Luft gegriffen ist die Sorge keineswegs. Erfahrung damit machte die Schweizer Triathletin Imogen Simmonds, die im letzten Jahr positiv getestet wurde. Wie sich herausstellte, übertrug sich die kleine Menge der verbotenen Substanz, die in ihrem Körper gefunden wurde, durch Küsse oder Sex mit ihrem Freund. «Sowohl am Tag vor als auch am Tag der Dopingkontrolle waren wir intim», erklärte Simmonds. Im letzten Oktober wurde die 32-Jährige freigesprochen. (riz)
