Schweiz
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Berner Ständerats-Stichwahl wird spannend: Zwei Bürgerliche gegen zwei Rotgrüne



Regula Rytz, Praesidentin der Gruenen Partei Schweiz, links, und Hans Stoeckli, SP Staenderat informieren ueber ihre gemeinsame Kandidatur fuer den Staenderat, am Dienstag, 22. Oktober 2019 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Rytz und Stöckli fordern Bürgerlich heraus. Bild: KEYSTONE

Im Kampf um die Berner Ständeratssitze kommt es am 17. November zum grossen Showdown zwischen Bürgerlichen und Rotgrünen. Beide Lager setzen auf ein Zweierticket.

Rotgrün tritt mit dem Bisherigen Hans Stöckli (SP) und mit Regula Rytz (Grüne) an. Die beiden belegten am Sonntag im ersten Wahlgang die beiden Spitzenplätze, verpassten aber wie alle anderen das absolute Mehr.

SVP-Ständeratskandidat Werner Salzmann könnte profitieren, wenn Beatrice Simon (BDP) auf den zweiten Wahlgang verzichtet.

Werner Salzmann Bild: KEYSTONE

Die bürgerlichen Parteien setzen auf Werner Salzmann (SVP), der nur hauchdünn hinter Rytz auf Rang 3 kam, und auf Christa Markwalder (FDP). Sie belegte mit deutlichem Rückstand Platz 5. Dazwischen lag noch die Berner Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP), die aber am Dienstag die Waffen streckte. Sie will Regierungsrätin bleiben.

«Kontinuität und Wandel»

SP und Grüne setzen für die Stichwahl auf das Motto «Kontinuität und Wandel». Der altgediente SP-Ständerat Stöckli steht dabei für Kontinuität, die Grünen-Präsidentin Rytz für den Wandel in der politischen Landschaft.

Vor den Medien im Bundeshaus warb Stöckli auch um die Gunst der französischsprachigen Minderheit im Kanton Bern. Im Nationalrat sei soeben der einzige Bernjurassier abgewählt worden. Er sei bestrebt, den Romands im Kanton Bern weiterhin eine Stimme zu geben, sagte Stöckli.

FDP-Nationalraetin und Staenderatskandidatin Christa Markwalder erscheint beim Rathaus am Wahltag der Eidgenoessischen Parlamentswahlen, am Sonntag, 20. Oktober 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Christa Markwalder Bild: KEYSTONE

Rytz begrüsste es, dass zwei Zweiertickets zur Stichwahl antreten. So habe die Bevölkerung eine Auswahl. Sie selber möchte Hans Stöckli gerne in die kleine Kammer folgen.

Bürgerliche wollen breit mobilisieren

Im bürgerlichen Lager einigten sich BDP, EDU, FDP und SVP aufs Duo Salzmann/Markwalder. Werner Salzmann ist zugleich Präsident der bernischen SVP.

Er sagte im Radio SRF, mit dem bürgerlichen Zweierticket gehe es darum, die ganze bürgerliche Wählerschaft zu mobilisieren und dem rot-grünen Zweierticket etwas entgegenzusetzen. Es sei auch taktisch besser, zwei Namen auf der Liste zu haben.

So sieht es auch Christa Markwalder. Das Zweierticket sei zudem eine Chance für jene Wählenden, die vom Erfolg der Grünen am Sonntag etwas überrascht worden seien und nun nicht auch noch eine rein rot-grüne Standesvertretung haben wollten.

Ausserdem sei mit ihr als Kandidatin auch die Stimme der Wirtschaft vertreten, fügte Markwalder im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA an.

Simon bleibt Kantonalpolitikerin

Aus dem Rennen ist Beatrice Simon (BDP). Der SVP-Chef Salzmann verhehlte nicht, dass Freisinn und SVP sanften Druck ausübten: «Wir haben ihr das ans Herz gelegt».

Simon selber gab am Dienstag bekannt, sie verzichte auch auf das am Sonntag errungene Nationalratsmandat. Dadurch rutscht der am Sonntag abgewählte Heinz Siegenthaler nach.

Wäre Simon ins Bundeshaus gewechselt, hätte sie ihr Amt als Regierungsrätin niederlegen müssen. Dann wäre es zu einer Ersatzwahl gekommen. Die Bürgerlichen mussten um ihre erst 2016 errungene Mehrheit in der Kantonsregierung fürchten. Das war offensichtlich ihr Hauptargument, um Simon vom Verzicht auf ihre Bundeshaus-Ambitionen zu überzeugen. (aeg/sda)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rim 22.10.2019 14:25
    Highlight Highlight Eine spannende Ausgangslage. Salzmann : typischer Vertreter der isolationistischen, wirtschaftsfeindlichen = (Begrenzungsinitiative) "klimaskeptischen" , reaktionären, SVP und unkritischer Bauern Lobbyist. Markwalder: Das Gegenteil ;-) zusammen auf einem "bürgerlichen" Ticket? Tja. Taktisch nicht besonders klug, finde ich. Wer Markwalder wählt, wird Salzmann streichen und umgekehrt. Diese Probleme wird die links/grüne Wählerschaft nicht haben.
  • Lowend 22.10.2019 13:33
    Highlight Highlight Whow! Da müssen die rechten Wähler aber einen ganz extremen Spagat machen, denn welcher SVPler kann seine Stimme der EU-Turbopolitikerin Markwalder geben und welcher Bürgerliche, der Markwalder wählt, kann dem Populisten der SVP seine Stimme geben?

    Mir soll's recht sein denn nun zählt einzig und allein die Mobilisierung und darum hier schon mal mein Aufruf an alle Mitte-Links Wähler des Kanton Bern: Geht unbedingt wählen, denn dieses mal zählt jede Stimme und eine Rot-Grüne Standesvertretung wäre die absolute Sensation!
  • Peter R. 22.10.2019 13:11
    Highlight Highlight Es wäre noch nachzuholen, was in diesem Artikel nicht erwähnt wurde.
    Die BDP hat Frau Simon als Kandidatin für den Nationalrat nominiert, obwohl sie gar nicht Nationalrätin werden wollte - sondern Ständerätin, was nicht geklappt hat.
    Dies nur eines der unrühmlichen Spielchen der BDP.
    • ingmarbergman 22.10.2019 13:20
      Highlight Highlight Naja, so schlimm ist das jetzt auch nicht. Es ist ja niemand gezwungen zu wählen.
      Köppel hat sich in Zürich auch für den Ständerat aufstellen lassen, obwohl er weiss dass er nie gewählt wird und das nur seinem Nationalratswahlkampf hilft..
    • chrimark 22.10.2019 13:50
      Highlight Highlight Das ist eigentlich eher der Normalfall, dass SR Kandidaten auch für den NR auf der Liste stehen. Angesichts der saftigen BDP Wahlschlappe kann ich Simon verstehen, auch wenns etwas nach Verzweiflungstat aussieht.
  • _mc 22.10.2019 12:58
    Highlight Highlight Regula Rytz erhält selbstverständlich erneut meine Stimme. Der patriarchale und (Autobahn)bauwütige Olympia-Stöckli ist für mich als bieler leider nicht wählbar.!
  • alessandro 22.10.2019 12:49
    Highlight Highlight Bittebitte liebe Millenials, Babyboomers, Generationen XYZPQNO... Markwalder und Salzmann sind wirklich fürchterlich.

    Rotgrün auch im SR!
    • CuJo 22.10.2019 14:23
      Highlight Highlight Stöckli und Rytz sind noch schlechter. Da hat man echt die Wahl zwischen Pest und Cholera.
  • Peter R. 22.10.2019 12:47
    Highlight Highlight Stöckli will den französisch sprechenden Teil des Kantons Bern vertreten - dabei hat er Mühe sich in Deutsch zu verständigen, wenn er vor der Kamera steht.
    • Makatitom 22.10.2019 12:59
      Highlight Highlight Und wie gut sprichst du französisch?Stöckli war lange Stapi von Biel/Bienne, er kann also problemlos den welschen Teil vertreten
    • ingmarbergman 22.10.2019 13:20
      Highlight Highlight Logik?
    • FrancoL 22.10.2019 13:57
      Highlight Highlight Naja bei R. Peter ist nicht nach Logik zu suchen, er versucht zu verunglimpfen um die bürgerliche Seite zu stützen.
  • Nutshell 22.10.2019 12:17
    Highlight Highlight Danke für den ausführlichen Artikel.

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