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Berner Ständerats-Stichwahl wird spannend: Zwei Bürgerliche gegen zwei Rotgrüne

Berner Ständerats-Stichwahl wird spannend: Zwei Bürgerliche gegen zwei Rotgrüne

22.10.2019, 12:1222.10.2019, 13:37
Regula Rytz, Praesidentin der Gruenen Partei Schweiz, links, und Hans Stoeckli, SP Staenderat informieren ueber ihre gemeinsame Kandidatur fuer den Staenderat, am Dienstag, 22. Oktober 2019 in Bern. ( ...
Rytz und Stöckli fordern Bürgerlich heraus.Bild: KEYSTONE

Im Kampf um die Berner Ständeratssitze kommt es am 17. November zum grossen Showdown zwischen Bürgerlichen und Rotgrünen. Beide Lager setzen auf ein Zweierticket.

Rotgrün tritt mit dem Bisherigen Hans Stöckli (SP) und mit Regula Rytz (Grüne) an. Die beiden belegten am Sonntag im ersten Wahlgang die beiden Spitzenplätze, verpassten aber wie alle anderen das absolute Mehr.

SVP-Ständeratskandidat Werner Salzmann könnte profitieren, wenn Beatrice Simon (BDP) auf den zweiten Wahlgang verzichtet.
Werner SalzmannBild: KEYSTONE

Die bürgerlichen Parteien setzen auf Werner Salzmann (SVP), der nur hauchdünn hinter Rytz auf Rang 3 kam, und auf Christa Markwalder (FDP). Sie belegte mit deutlichem Rückstand Platz 5. Dazwischen lag noch die Berner Finanzdirektorin Beatrice Simon (BDP), die aber am Dienstag die Waffen streckte. Sie will Regierungsrätin bleiben.

«Kontinuität und Wandel»

SP und Grüne setzen für die Stichwahl auf das Motto «Kontinuität und Wandel». Der altgediente SP-Ständerat Stöckli steht dabei für Kontinuität, die Grünen-Präsidentin Rytz für den Wandel in der politischen Landschaft.

Vor den Medien im Bundeshaus warb Stöckli auch um die Gunst der französischsprachigen Minderheit im Kanton Bern. Im Nationalrat sei soeben der einzige Bernjurassier abgewählt worden. Er sei bestrebt, den Romands im Kanton Bern weiterhin eine Stimme zu geben, sagte Stöckli.

FDP-Nationalraetin und Staenderatskandidatin Christa Markwalder erscheint beim Rathaus am Wahltag der Eidgenoessischen Parlamentswahlen, am Sonntag, 20. Oktober 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneide ...
Christa MarkwalderBild: KEYSTONE

Rytz begrüsste es, dass zwei Zweiertickets zur Stichwahl antreten. So habe die Bevölkerung eine Auswahl. Sie selber möchte Hans Stöckli gerne in die kleine Kammer folgen.

Bürgerliche wollen breit mobilisieren

Im bürgerlichen Lager einigten sich BDP, EDU, FDP und SVP aufs Duo Salzmann/Markwalder. Werner Salzmann ist zugleich Präsident der bernischen SVP.

Er sagte im Radio SRF, mit dem bürgerlichen Zweierticket gehe es darum, die ganze bürgerliche Wählerschaft zu mobilisieren und dem rot-grünen Zweierticket etwas entgegenzusetzen. Es sei auch taktisch besser, zwei Namen auf der Liste zu haben.

So sieht es auch Christa Markwalder. Das Zweierticket sei zudem eine Chance für jene Wählenden, die vom Erfolg der Grünen am Sonntag etwas überrascht worden seien und nun nicht auch noch eine rein rot-grüne Standesvertretung haben wollten.

Ausserdem sei mit ihr als Kandidatin auch die Stimme der Wirtschaft vertreten, fügte Markwalder im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA an.

Simon bleibt Kantonalpolitikerin

Aus dem Rennen ist Beatrice Simon (BDP). Der SVP-Chef Salzmann verhehlte nicht, dass Freisinn und SVP sanften Druck ausübten: «Wir haben ihr das ans Herz gelegt».

Simon selber gab am Dienstag bekannt, sie verzichte auch auf das am Sonntag errungene Nationalratsmandat. Dadurch rutscht der am Sonntag abgewählte Heinz Siegenthaler nach.

Wäre Simon ins Bundeshaus gewechselt, hätte sie ihr Amt als Regierungsrätin niederlegen müssen. Dann wäre es zu einer Ersatzwahl gekommen. Die Bürgerlichen mussten um ihre erst 2016 errungene Mehrheit in der Kantonsregierung fürchten. Das war offensichtlich ihr Hauptargument, um Simon vom Verzicht auf ihre Bundeshaus-Ambitionen zu überzeugen. (aeg/sda)

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