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Schneeschuhtour Schweiz: Die schönsten Routen in abgelegene Täler

Val Tgavretga, Bivio
An dieser eingeschneiten Gebäudegruppe kommt man bei der Tour unter Punkt 7 vorbei.Bild: Instagram/dot.krimm
Rauszeit

7 Schneeschuhtouren in fast vergessene Schweizer Täler

Während es im Flachland schon die ersten Frühlingsgrüsse gab, sind die höheren Lagen der Schweiz weiterhin ein Winterwunderland. Damit du diese in Ruhe geniessen kannst, präsentieren wir dir hier Schneeschuhtouren in ziemlich einsame Bergtäler.
01.03.2022, 22:1613.01.2023, 20:01
Reto Fehr
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Val Cavloc GR

Distanz: 4,7 Kilometer
Dauer: ca. 5 Stunden
Kondition: Mittel

Wir starten oberhalb von Maloja beim Parkplatz Orden. Es beginnt flach, bald steigt der Weg durch den verschneiten Wald an bis zum zugefrorenen Lägh da Cavloc. Der Alpsee lohnt sich auch im Sommer, aber auch schneebedeckt bietet er ein grandioses Bild:

Val Cavloc
Der Lägh da Cavloc.Bild: Shutterstock

Spätestens nach dem See sind selten viele Leute unterwegs und wir geniessen die Ruhe und Einsamkeit während den letzten knapp 100 Höhenmetern zur Lichtung Plan Canin. Auf dem Rückweg kann man auch den offiziellen Winterwanderweg nutzen, damit man nicht den gleichen Weg zurück muss. Achtung: Picknick mitnehmen, Restaurants gibt's unterwegs nicht.

Hier geht's zum Routenvorschlag.

Val Cavloc
Auf Winterwanderwegen oder etwas abseits mit Schneeschuhen im Val Cavloc.Bild: Shutterstock

Neckertal / Toggenburg SG

Distanz: 6,5 Kilometer
Dauer: ca. 4 Stunden
Kondition: Mittel

Die zweite Wanderung führt uns in die Grenzregion des Toggenburgs zum Neckertal. Wir starten in Seeben und gewinnen im Rappenloch schnell an Höhenmetern. Unten braucht's vielleicht noch keine Schneeschuhe, aber das ändert sich schnell. Spätestens beim Ellbogen sind wir im Winterwunderland angekommen:

Pfingstboden / Ellbogen
Bild: watson

Jetzt führt der Weg nochmals hoch zum Pfingstboden, dem Gipfel des Tages. Immer im Blick haben wir dabei den imposanten Alpstein mit dem Säntis:

Pfingstboden / Ellbogen
Blick vom Pfingtsboden zum Säntis (links).Bild: watson

Nach dem Abstieg wandeln wir über traumhaft verschneite Landschaften. Wir könnten immer mal wieder rechts abbiegen und auf der Passstrasse ein Postauto nehmen. Oder wir ziehen es durch bis zur Schwägalp, wo wir uns nach rund vier Stunden eine Belohnung gönnen, bevor es mit dem ÖV zurück zum Ausgangspunkt geht.

Hier geht's zum Routenvorschlag.

Pfingstboden / Ellbogen
Blick vom Horn zum Säntis (links mit der Antenne).Bild: watson
Lawinen und Wildruhezonen
Wer im Winter in den Bergen unterwegs ist, muss sich der Gefahr von Lawinen bewusst sein, sich entsprechend ausrüsten (LVS, Schaufel, Sonde) und die notwendigen Kenntnisse haben. Nicht alle der hier beschriebenen Schneeschuhtouren sind auf entsprechend markierten Wegen. In diesem Fall sollte vor der Tour unter anderem das Lawinenbulletin des SLF gecheckt werden.

Wer sich in der Natur bewegt, muss in der Schweiz Wildruhezonen respektieren. Teilweise darf man ganze Gebiete nicht betreten, teilweise Wege nicht verlassen. Alle Informationen gibt es auf wildruhezonen.ch.

Mariental LU​

Distanz: 8 Kilometer
Dauer: ca. 4 Stunden
Kondition: Mittel/schwer

Weiter geht es im Entlebuch. Ausgangspunkt ist die Talstation Schönenboden, von wo die Luftseilbahn zum Brienzer Rothorn führt. Wir halten uns westlicher und wandern durch die idyllische Landschaft der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Bald erreichen wir die Blattenegg, leicht unterhalb des Hundschnubel. Hier können wir den Blick zurück nach Sörenberg geniessen:

Sörenberg
Blick zurück nach Sörenberg (rechts) und das Skigebiet über welchem der Weg zum Salwideli führt.Bild: mirko potjer

Auf der anderen Seite zeigt sich der imposante Hohgant in der Mitte, links die Rothornkette und rechts die ebenso auffallende Schrattenfluh. Wir verlieren schnell an Höhe und wandern durch unberührte Natur im Gebiet Salwideli. Die Moorlandschaft lohnt sich definitiv auch im Winter. Im Berggasthaus Salwideli wartet nicht nur eine Stärkung auf uns, sondern wir können auch auf den Bus zurück Richtung Sörenberg.

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Sörenberg
Der Blick beim Hundschnubel Richtung Hohgant (Mitte recht). Bild: Mirko Potjer

Abländschental BE

Distanz: 8 Kilometer
Dauer: ca. 4:30 Stunden
Kondition: Schwer

Die nächste Schneeschuhtour bietet immer wieder grossartige Ausblicke auf die Gastlosen – und dies in der Abgeschiedenheit des Abländschentals. Wir starten im Chaletdorf Abländschen auf 1320 Metern über Meer. Obwohl zu Saanen gehörend, erreichen wir den Ort via die Jaun-Passstrasse. Am Ende des Dorfes beim Parkplatz Birematte geht es los mit dem Schneeschuhtrail. Über den Passübergang Mittelberg erreichen wir die letzten steilen 200 Höhenmeter zur Grubenberghütte auf 1838 Metern über Meer.

Imposante Begleiter sind die Kalkberge im Norden, die uns mit teilweise über 300 Meter hohen, senkrechten Felswänden den Atem rauben. Wer will, kann auf dem Rückweg einen leicht anderen Weg einschlagen.

Achtung: Die Grubenberghütte ist zwar ganzjährig geöffnet, bewirtet aber nur bei Bedarf. Darum immer vorher abklären und allenfalls also selbst Verpflegung mitnehmen.

Hier geht's zum Routenvorschlag.

Abländschental Grubenberghütte
Unterwegs im Abländschental.Bild: Instagram/voll_sein_ding

Im Winter in den Bergen solltest du diese Dinge wissen:

Hongrintal FR

Distanz: 7 Kilometer
Dauer: ca. 3 Stunden
Kondition: Mittel

Die nächste Tour ist mal wieder eine klassische Rundtour. Wir wandern mal rechts, mal links am Hongrin entlang im einsamen Tal. Das Vallon des Cases beeindruckt dabei ebenso wie die Gipfel des Cape aux Moines oder Vanil des Artses.

Les Allières
Verschneite Gegend bei Les Allières.Bild: LAns en Vercors Tourisme

Wir starten am Bahnhof von Allières, bald erreichen wir die historische Pontet-Brücke. Auf dem folgenden Abschnitt wurden einst Gruyère-Käselaibe nach Frankreich transportiert.

Auf der anderen Flussseite steigt der Weg langsam wieder an, immer im Blick die Waadtländer Alpen. Hier folgt der wohl ursprünglichste Teil dieses einsamen Tales. Wir steigen wieder hinab zum Bach, überqueren diesen und sind schon bald zurück am Ausgangspunkt.

Hier geht's zum Routenvorschlag.

Val Ferret VS

Distanz: 8,5 Kilometer
Dauer: ca. 3:30 Stunden
Kondition: Mittel

Ich weiss nicht, ob es ruhigere bewohnte Täler als das Val Ferret in der Schweiz gibt. Als Ausgangspunkt wählen wir La Fouly, das Nest mit knapp 100 Einwohnern.

La Fouly
Bild: Shutterstock

Via La Verne erreichen wir den Weiler Prayon mit etwas über 10 Einwohnern und unser tiefster Punkt der Wanderung. Zurück geht es zwar auf der gleichen Talseite, immer wieder können wir aber andere Wege nutzen. Besonders: Praktisch auf der ganzen Wanderung sind wir im Forêt des Places unterwegs und geniessen die Abgeschiedenheit von Lärm und Menschen. So erreichen wir bald wieder die Bushaltestelle in La Fouly.

Hier geht's zum Routenvorschlag.

Val Ferret, Wallis
Blick nach Westen von La Fouly aus.Bild: Instagram/cherrieswalks

Val Tgavretga GR​

Val Tgavretga, Bivio
Motalla noch weit unten im Tal. Bild: Instagram/dot.krimm

Distanz: 12,6 Kilometer
Dauer: ca. 6 Stunden
Kondition: Mittel/Schwer

Zum Abschluss geht es zurück nach Graubünden. Das Val Tgavretga dürfte Wenigen geläufig sein, dabei sind die Orte Bivio auf dem Weg zum Julierpass und der Septimerpass – unser Ziel – doch ziemlich bekannt.

Auf den rund sechs Kilometern Aufstieg auf 2331 Meter geniessen wir die Weite des Val Tgavretga. Wir wandeln über eine alte Römerstrasse, bevor wir die Hochebene Sualas erreichen. Vorbei am Hausberg Roccabella (2730m) erreichen wir dann den Septimerpass, welcher herrliche Blicke zurück ins Surses und die eindrückliche Julierpassstrasse eröffnet und auf der anderen Seite ginge es ins Bergell. Wir begnügen uns aber mit der Aussicht und kehren nach Bivio zurück, wobei wir im oberen Teil eine leicht andere Route wählen können.

Septimerpass
Der Blick zurück auf die Julierpassstrasse oberhalb von Bivio.Bild: Lauroma72

Hier geht's zum Routenvorschlag.

Reto Fehr
Man muss die Schweiz verdammt gut kennen, wenn man sie besser kennen will als Reto Fehr. Als einer von Wenigen besuchte er schon jede Gemeinde der Schweiz. 2015 radelte er alle damals 2324 mit dem Velo ab. Entstanden ist daraus auch das Buch «Tour dur d’Schwiiz». In der Folge absolvierte Reto die Ausbildung zum Wanderleiter des Schweizer Bergführerverbandes SBV und ist in seiner Freizeit meist in der Natur unterwegs. Als Mitglied des Rätsel-Kollektivs «geoblog.ch» lässt er die User zudem mehrmals wöchentlich die Schweiz in Bildern entdecken.
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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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maddiepilz
01.03.2022 13:18registriert Mai 2015
Hier fehlt irgendwie ein Hinweis, dass man sich abseits markierter Winterwanderwege nur bewegen sollte, wenn man eine Lawinenausbildung absolviert hat und Schaufel, Sonde und LVS dabei hat. Bitte nicht ohne jegliche Erfahrung auf einene Faust losziehen!
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