Schweiz
Bundesrat

SVP-Bundesrat Guy Parmelin will keine Politik nur für die Landwirte machen.

Bundesrat Guy Parmelin, links, seine Frau Caroline Parmelin, 2.v.l bei der Besichtigung des Hofes vor dem traditionellen Bauernbrunch bei Bauer Urs Siegenthaler in Muensigen am Nationalfeiertag der Sc ...
Bundesrat Guy Parmelin mit seiner Frau Caroline (2.v.l.) auf einem Bauernhof in Münsingen BE (1. August 2016).Bild: KEYSTONE

Nach Departementswechsel: Ex-Landwirt Guy Parmelin will kein Agrarlobbyist sein

15.12.2018, 01:0415.12.2018, 07:14

Bundesrat und Ex-Landwirt Guy Parmelin hat sich in einem Interview gegen den Vorwurf gewehrt, vor allem Politik für die Agrarlobby betreiben zu wollen. «Ich mache Wirtschaftspolitik im Interesse des ganzen Landes, nicht einer einzelnen Branche.»

Bereits als Nationalrat habe er ab und zu gegen die Position des Bauernverbands gestimmt, sagte der Waadtländer SVP-Politiker sowie frühere Landwirt und Winzer in einem am Samstag publizierten Interview der Tamedia-Zeitungen (kostenpflichtiger Artikel). Er werde die Politik des Gesamtbundesrats vertreten.

Natürlich interessiere er sich für die Landwirtschaft und er könne hier sicher Impulse geben. Für seinen Entscheid, im neuen Jahr vom Verteidigungs- ins Wirtschaftsdepartement zu wechseln, sei das aber nicht ausschlaggebend gewesen. «Im Gegenteil: Ich hätte Schwierigkeiten vermeiden können, wenn ich nicht gewechselt hätte.»

So sagte der 59-Jährige an die Adresse der Landwirtschaftskreise: Wenn er gewisse Erwartungen höre, die nun dort geäussert würden, dann müsse er bereits jetzt sagen: «Ich werde nicht alle Erwartungen erfüllen können.»

Nachholbedarf bei Digitalisierung

Laut eigenen Angaben ist sich Parmelin der Spannungen zwischen den Interessen der Landwirtschaft und der übrigen Wirtschaft gerade in der Freihandelspolitik bewusst. «Ich glaube aber, dass es Kompromisse geben kann. Und für solche Kompromisse werde ich kämpfen.» Parmelin verwies dabei auf das Freihandelsabkommen mit China. Die Landwirtschaft sei von Beginn weg in die Diskussionen eingebunden gewesen und habe am Ende auch hinter dem Abkommen stehen können.

Zu seinem Ziel als Wirtschaftsminister sagte Parmelin, er wolle, dass so viele Menschen wie möglich eine Stelle hätten. Dafür müsse die Schweiz in die Zukunft denken und die Folgen der Digitalisierung möglichst gut antizipieren. «Das hat man in der Vergangenheit zum Teil vernachlässigt. Eine Folge davon ist, dass wir heute zu wenig IT-Spezialisten haben.» (sda)

Im Bundeshaus am Tag der Bundesratswahlen

1 / 28
Im Bundeshaus am Tag der Bundesratswahlen
Die beiden neuen Bundesrätinnen Karin Keller-Sutter und Viola Amherd bei der Vereidigung.
quelle: keystone / anthony anex
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Swiss nimmt zweiten Airbus A350 in Flotte auf
Die Swiss hat ihr zweites Paradepferd erhalten: Die Airline nimmt den zweiten Langstreckenflieger Airbus A350 in Betrieb.
Zur Story